Gästebuch


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ing
15.05.2011
11:18 Uhr
     
Darf das Geschenk einer berührend wundervollen Woche in mir tragen.
Eine volle Woche Blütenmeer,
Unsere Nachbarin hat einst eine Kirsche an den Rand Ihres zuHauses gepflanzt. Wenn ich bei mir das Fenster öffne, dann bin ich mitten in der Baumkrone. Zum vergangenen Wochenende waren alle alle alle erblüht. In voller Pracht. Ein Meer von rosalichweißen Blüten.
Wenn dann früh am Morgen am Horizont die weiße Fähre nach Schweden hinauszog, war sie für kostbare Augenblicke durch das Blütenzart geschmückt. Ich sah auch mit dem Herzen die Menschen darauf umhüllt. Unvergessen. Jetzt, hat SEIN Wind, das himmlische Kind, den Zauber verweht. Der Weg zwischen den Häusern ist in einen weichen Teppich verwandelt. Weit unten.
Nun wirken wieder die grünen Blätter der WildKirsche. Und wenn am Morgen das Schiff hinauszieht, dann seh' ich es eine kleine Zeit im Grün, mit noch Spuren vom Vergangenen.
Ein Bild für die Hoffnung.
Hoffnung, die den morgigen Tag getrost erwarten mag.
 
tg
14.05.2011
21:13 Uhr
     
Ein Freundeskreis bat um eine Andacht zum Gedenken an Gunter Sachs. gehalten in st-Severin, Freitag, den 13.5. 15 Uhr-zeitgleich mit der Beerdigung in Gstaad-Sanen:

Mit unsern Gedanken und Erinnerungen, unserer Trauer und unserem Dank sind wir versammelt im Namen Gottes, dem väterlich-mütterlichen Lebensgrund, der mit Gunter Sachs zu tun hatte 78 Jahre und es zu tun behalten wird auf immer.
Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen, mein sind die Tage nicht, die noch wohl mögen kommen. Der Augenblick ist mein. Und nehm ich den in Acht, so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht. (A. Gryphius)

Hört von Beate Salzig gespielt: Meditationen zu Befiehl du deine Wege –das Gesangbuchlied 361, wer will möge es aufschlagen und mitlesen.
Mit Liebe, mit Achtung derer zu gedenken, die uns starben- ist menschlich. In dieser Stunde halten in Gstaad-Sanen eine Trauerfeier die, die ihm am nächsten standen. Seine erschütterte Frau , seine zu Tode erschrockenen Kinder, Freunde, Kumpane und Kumpaninnen, Mitarbeitende, Helfer, Nachbarn- Mitmenschen wie wir .
Vielleicht können wir einige Erinnerungen zusammentragen. Es ist ein Liebesdienst, gut von einem zu reden und alles zum besten zu kehren. Zunächst verlese ich ein Gedenken von Klaus Jakobi – vielleicht löst das der einen oder dem anderen die Zunge. …

Air von Bach
Psalm 139
Andacht:
Wir sollen leben.

Dieser Befehl ist uns eingebaut: Wir müssen essen, trinken, wieder aufstehen, an ein Werk gehen, uns und andere ernähren, immer wieder, bis uns die Kräfte schwinden und wir alt undlebenssatt geworden sind. Doch es kann uns auch früher von hier wegziehen. Es kann sein, dass wir uns hier nicht mehr ertragen, aus Schmerzen des Leibes und der Seele. Dann reißt sich mancher von hier weg, wie Heinrich v. Kleist, der sich erschoss, "weil mir auf dieser Erde nicht zu helfen war".
Es ist eine Auszeichnung sondergleichen, dass der Mensch nicht unbedingt leben muss. Tiere müssen ihr Dasein fristen, nur der Mensch ist geadelt, mit Einverständnis hier zu sein. Natürlich musste Selbsttötung früher mit einem Bann belegt sein, sonst wäre die Menschheit wohl längst ausgestorben bei den Strapazen, zu überleben. Mord und Selbstmord nehmen dem Schöpfer was von seinem Besitz. Es ist was von Hochmut dabei, selbst zu entscheiden, wann wir fertig sind mit unserm Gestaltungsauftrag. Aber wenn man verzweifelt klar zu sehen meint, nichts mehr gestalten zu können?
Es gibt gute Nachricht auch für Judas, der das Verrätergeld in den Tempel schmiss und sich erhängte. In der Kirche zu Vezelay, in Burgund, zeigt ein Säulenkopf die wunderbare Szene: Jesus trägt den toten Judas auf seinen Schultern, trägt ihn heim wie ein verlorenes Schaf.
Jeder, der sich von der Erde losreißt, fragt die Übrigen: Was gibt’s für euch hier noch zu tun? Dass wir alle wohl noch zu wenig geliebt und gedankt habe, sollte uns alle um noch viel Lebenszeit bitten lassen. Aber wer sich hier ums Leben bringt, kommt doch bei Gott an. Psalm 139 singt:“ Von allen Seiten umgibst Du mich. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und gehst meine Wege mit. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen. Und spräche ich gar: Finsternis soll mich decken und ewige Nacht um mich sein- so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir- und die Nacht machst du taghell leuchten. Am Ende bin ich noch immer bei Dir. „
"Das Leben soll keine Straf sein, die Nacht soll für den Schlaf sein" (Bert Brecht). Das Hiersein ist gemeint als Lebbares bei allem Dennoch. Aber wer vor Schmerz oder Kränkung nicht mehr aus noch ein weiß und stürzt sich ins Leere, wird doch Gott finden. Ein Herz; das hier keinen Halt mehr hat, will sich eigentlich nicht das Leben nehmen sondern ein besseres, das ewige Leben, sich herbeizerren.
Doch lassen wir keinen einfach gehen, hängen wir uns an ihn, stärken wir einander die Flamme Lebensmut.

Gebet Vaterunser ,Lied 503 ,1,9,14 Geh aus mein Herz

Segen Nachspiel
 
Sophie
11.05.2011
09:03 Uhr
     
"Die Geschichten aus der Bibel mit ihrer enormen Bildkraft"
Ja, enorm. Einsame Insel, die berühmte Frage, welches Buch? Nur das eine würde genügen. Es ist alles drin. Die halbe Literatur ist von ihr inspiriert, die Kunst, die Musik. Als ich begann, erst mit 37 Jahren, sie ab und zu aufzuschlagen, wurde mein Leben um das ca. Hundertfache bereichert, bzw. das, was vorher war, bekam einen hundertfach tieferen Sinn.
Für eine Schiffsreise zu fünft an meine Traumziele (Polgegenden) hatten wir nie genug Geld.
 
tg
10.05.2011
21:21 Uhr
     
Im Publik- Forum, der wachen oekumenischen Zeitschrift, fasst der vielgereiste Pastor Edzard Siemens den Sinn der Bordseelsorge klug zusammen: Unter die Animateure, die Künstler eingereiht, sorgt er mit für Beseelung durch Andachten, Vorträge, Gespräche, immer wieder Gespräche. Er hilft zur inneren Reise- hilft, sich neu zu entdecken und Verschüttetem in sich zum Leben zu verhelfen. Als Pastor kann man sich den Projektionen, den Übertragungen hinhalten, man sieht sich ja nur für diese kurze Reise- so kann man helfen, wieder Anschluss zu finden an inneren Kraftquellen. Die Geschichten aus der Bibel mit ihrer enormen Bildkraft geben dazu gute Anstöße. Das Befahren der Meere lässt einen Tiefe und Weite erfahren: In die Tiefe, ins Nichts fallen, das kann einen erinnern, wie man aus dem Nichts gekommen ist. Aber darin war offensichtlich ein Wille, der uns gewollt hat. Und darum dürfen wir glauben, dass der uns wieder trifft auf dem Grund aller Ängste und im Nichts des Todseins. Der Kern der Wirklichkeit, die Liebe, behält dich,mich. Eine Schiffstour hilft also sicher zur Horizonterweiterung.  
Kathrin
09.05.2011
13:38 Uhr
     
Verstehe nicht, wieso man sich hier aufspielt mit Kritik und Maßregelungen.
Das Gästebuch war doch immer ein buntes Nebeneinanderher und manchmal sogar Füreinanderda verschiedenster Menschen, die sich hier einfinden und sich einbringen, jeder auf seine Art. Jeder pickt sich raus, was ihm liegt und ihm persönlich in seiner persönlichen Situation gerade Lebensmut beschert.

Ich bin im übrigen sehr froh und dankbar, dass zu meiner Realität auch Schmetterlinge und Tulpen gehören und grüße jeden, dem es genauso geht.
Mein Beileid an die Meckerer.
 
Elena
08.05.2011
14:37 Uhr
     
Um es mal an seinem Geburtstags-WE in Worte zu fassen: Was ich und vielleicht viele, faszinierend fanden an Traugott G., war diese unnachahmliche, sehr humorvolle, dabei gebildete und nicht oberflächliche, pragmatische und auch freud- und leidvolle Auffassung dieser Welt. Und dann die unglaublich genaue und nahe Darstellung jener anderen Welt, der geistlichen, das Erklären der alten Propheten und Könige und vor allem die wundervolle Erfassung von Jesus nicht nur als Gekreuzigtem und Auferstandenen, sondern als lebendigem, klugen Menschen. Der Humor verband beides und reichte hinauf auf die Kanzel. Einen Pastor, von dem man lernt und bei dem man auch lachen darf, das ist das beste.  
Monika Glaessel
07.05.2011
23:26 Uhr
E-Mail    
Lieber Traugott, herzlichen Glückwunsch, viel Gesundheit und behalt Deinen Humor, Gruß Monika  
Winfried Schley
07.05.2011
14:28 Uhr
E-Mail Homepage  
In guten, wie in schlechten Zeiten.

In seiner Predigt beim Traugottesdienst von Catherine Middleton und Prinz William sagte der anglikanische Bischof von London, Richard Chartres:

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„Die Ehe ist gedacht als Weg, auf dem Mann und Frau sich gegenseitig helfen, das zu werden, was Gott vom Einzelnen gedacht hat: im tiefsten und wahrsten Sinne er selbst...
Im Geist dieses großzügigen Gottes sollen Mann und Frau sich dem anderen schenken. Das spirituelle Leben wächst, indem die Liebe ihr Zentrum jenseits von uns selbst findet. Treue und engagierte Beziehungen bieten eine Tür ins Geheimnis des spirituellen Lebens an, und wir entdecken: Je mehr wir von uns selber geben, desto reicher werden wir in der Seele; je mehr wir in der Liebe über uns hinausgehen, desto mehr werden wir zu unserem wahrhaften Selbst, und die Schönheit des Geistes liegt vollständig offen. In der Ehe streben wir danach, einander zum volleren Leben zu begleiten.“

Treffender kann ich es als katholischer Religionslehrer und Ehemann auch nicht ausdrücken.
 
Sophie
07.05.2011
11:42 Uhr
     
Oho. der Herr Oberlehrer aus dem berüchtigten Nürnberg will hier "Geh aus, mein Herz, und suche Freud' " verbieten.dazu kann ich nur sagen "Heissa hoppsa, wo sind wir hingekommen?"
Und zu unserem Quälgeist Che bin Laden, der mit dem westlichen Massenmörder um Konterfeis auf T-Shirts konkurrieren könnte: Wir lieben das Leben, Junge, und du liebst den Tod. Du hast es gesagt. "Und wer den Tod will, der soll ihn kriegen." Das ist von Otto Schily. Jetzt hast du ihn. Ich sende dir sogar einen Gruß nach: FSMD, Friede Sei Mit Dir. Das ist der Gruß von Jesus an alle, auch an Mörder. Nach dem Tod sei ihnen verziehen. Tut mir leid, Junge, für deine Frauen und Kinder, zu denen du angeblich gütig warst. Aber das genügt nicht. Die Güte einer Religion muss für alle Menschen reichen. Es kann nicht sein, dass man in Gläubige und Ungläubige einteilt, Junge. Wennn es das gibt, das Paradies, wird Gott dir das ganz sicher genau erläutern. Es wäre gut, wenn ein paar Anhänger von dir das schon auf Erden kapieren würden. Gott tötet nicht, das wirst du jetzt wissen. Der Mensch tötet, einer, weil er fehlgeleitet ist, der andere, weil er sich verteidigen muss.
 
Baruch
07.05.2011
10:32 Uhr
     
Wer immer das war, mag Herrn Pastor Giesen dezent zum Geburtstag gratuliert haben. Er wurde gestern 71.  
Real
06.05.2011
23:58 Uhr
     
Glückwunsch Flogni! Was soll dieses Gesülze von Tulipan usw... hier sind wohl die Heiligen unterwegs, die einen doppelten Heiligenschein haben und weit ab von der Realität dieser Welt leben - Ich habe Jesus im NT als einen Menschen kennengelernt, der ganz real mit BEIDEN Beinen auf dieser Welt unterwegs war! Diese traumseelige Selbstbeweihräucherung im Angesicht der Weltenlage kann einen hier wirklich zweifeln lassen!!  
Flogni
06.05.2011
20:04 Uhr
     
Also jetzt reicht es mir!

Ein ernsthaftes Thema sollte - ruhig auch kontrovers - diskutiert werden - und dann kommt so ein
sülziger Beitrag - Narzissus und Tulipan. Einfach instinktlos !
Ein anderes Ärgernis:
Statt unter den geläufigen Namen Beiträge zu kennzeichnen, verstecken sich neuerdings nicht
wenige hinter ANNO DUNNEMALS und ähnlichen Titeln. So weiß man nicht mehr, ob z.B.
Sophie oder sonstwer geschrieben hat. Die Anonymität ist ja durch den EINMAL gewählten
Namen gewährleistet !
 
Glück und Segen
06.05.2011
15:01 Uhr
     
Schöner Tag zum Feiern mit Narcissus und den Tulipan, die einen schauen so schön an wie Salomonis Seide.  
Fatum dignum
05.05.2011
08:39 Uhr
     
Sorry, zehn Jahre zu spät. Clinton soll ein gutes Satellitenphoto von ihm irgendwo in Nordafrika gehabt haben, aber soll beschlossen haben, nach vielen Fehlschlägen das Problem seinem Nachfolger zu überlassen. Bei der Trauerfeier in Washington sah man ihn sehr bedrückt.
Erst jammern die Leute, wenn die Amerikaner die Falschen erwischen, dann jammern sie, weil sie den Richtigen kriegen. Alles antiamerikanische Wichtigtuerei. Frau Merkel, eine Dame, die ihre Gefühle nicht auf dem Silbertablett herumträgt, freut sich, wenn es an der Zeit ist.
 
Fatum dignum
05.05.2011
08:25 Uhr
     
Usama bin-Laden vertrat die Auffassung, dass man nach dem Jihad im Paradies landet. Nach seiner Auffassung ist er nun dort.
Die christlichen Kirchen vertreten die Ansicht, dass wir nach dem Tod, zum Glück ohne militanten Jihad, im Paradies landen.
Bin Laden wäre in einem amerikanischen Hochsicherheitstrakt sicher unglücklicher.
Also gar kein Grund, sich nicht zu freuen auch aus seiner und kirchlicher Sicht.
Die Diskussion darüber ist atheistisch und antiamerikanistisch. Außerdem heuchlerisch, wenn man bedenkt, wie viele Leute sich heimlich freuen, wenn ein Verwandter stirbt oder jemand, den sie nicht leiden konnten. Und verlogen, weil niemand aus kirchlichen Kreisen ihm gute Reise wünschen mag.
EKIA: Enemy Killed In Action=Krieger im Kampf gestorben. Passendes, würdiges Schicksal, leider neun Jahre zu spät. Darüber kann man traurig sein.
 
Real
04.05.2011
22:13 Uhr
     
Wo sind denn nun die vielen Gutgeister hier - die wundervoll und salbungsvoll uns ach so schöne meterlange geschwülstige Litaneien, fernab jeder realen Wirklichkeit, verfassen? - Aber ein kurzes eindeutiges Wort, dass ein Bedauern zum Ausdruck bringt, in dem deutlich gesagt wurde, dass Tod und Freude nicht zusammenpassen, wie durch den Pressesprecher heute klar und unmissverständlich ausgesprochen, wird hier wohl ignoriert...  
Anno 1977
04.05.2011
21:27 Uhr
     
Dazu nur eins: Wie haben wir uns damals gefreut, als Helmut Schmidt die GSG 9 mit Erfolg nach Mogadischu geschickt hatte! Ich war in gerade Frankreich. Die Franzosen feierten das mit. Und was waren wir stolz auf unseren Bundeskanzler für seine konsequente, entschiedene Art. Was war das doch mal für ein toller Mann, der mit seiner geschätzten Angetrauten Loki besprach, dass, wenn er entführt würde wie Schleyer, sie auf keine Erpressung eingehen sollte.
Darf ich etwas anderes fragen?: Ist es christlich, wenn Reinhold Beckmann einen sehr alten Mann im Rollstuhl, Witwer seit kurzem, in sein Studio holt (Helmut Schmidt)? Oder ist es Missbrauch?
Ja, man darf sich freuen, wenn Terroristen sterben, denn sie töten auch viele Muslime. Es ist die große Frage, ob Mohammed mit all dem einverstanden wäre.
 
Flogni
04.05.2011
14:17 Uhr
     
Falsche Wortwahl !?

Alle Welt FREUT sich, dass Osama Bin Laden getötet wurde.
Ich freue mich nicht, ich bin aber erleichtert, dass dieser Massenmörder exekutiert wurde.
Frage:
Darf man sich als Christ über den gewaltsamen Tod eines Menschen FREUEN ?
 
Sophie
03.05.2011
19:05 Uhr
     
ad tg: Beindruckend. Brillant. Vielleicht auch beeinflusst von so vielen sonnigen Gesichtern in der letzten sonnigen Zeit, besonders an Ostern. Großartig geschrieben. Schöpfernah und dennoch realistisch und ermunternd für die Chirurgen. Werde es weitergeben. Ein paar Anmerkungen:
"Und wer hofft, durch andere Brustgröße eine Liebe wiederzugewinnen..."
Solide Plastische Cihirurgen schicken solche Leute wieder nach Hause oder zu einem Therapeuten. Daran kann man sie von unsoliden unterscheiden.
"Lassen sich die meisten Frauen nicht schönheitsoperieren, um andere Frauen zu beeindrucken?"
Aber, aber, tg, ganz so viel Geld geben wir dafür nicht aus. Da reichen auch ein paar Klamotten, und das ist insgesamt eher selten, vor allem heute, wo man als Frau auch etwas im Kopf haben muss.
"Inge Meisel: 'Ich soll mich liften lassen? Wo ich all die Falten mir so mühsam erworben habe?" Grandios. Aber grandios ist auch, was Beate Uhse dazu sagte, die sich hat liften lassen: "Ich will nicht wie ein trauriger Hund aussehen."
Und was Persönliches zu den schönen Eindrücken zum Phänomen menschliches Gesicht: Als ich mal jemanden über einen interessanten Onlinekontakt kennen lernte, war ich nie ganz sicher über ihn. Als ich ihn aber sah, ein lächelndes Gesicht, das mich mit Sympathie musterte, wusste ich, dass alles in Ordnung war. Und es blieb auch in Ordnung, immerhin schon fünf Jahre.
 
tg
02.05.2011
10:16 Uhr
     
Traugott Giesen Pastor em., vor Gesichts-Chirurgen 30.4.- auf Sylt

Das Antlitz als Spiegel der Seele-
Vom Recht auf (m)ein schönes Gesicht -t

Davon zu reden, ist für mich eine Herausforderung- Denn Sie, verehrte Anwesende, wissen ja viel mehr von Antlitzen- unter ihren Händen sollen verwundete, geschundene, entstellte Gesichter wieder oder zum ersten mal heil werden, oder schöner. Sie wissen genug von der Mühsal und dem Glanz endlich gelungener Arbeit zwischen riesiger Erwartung und nur eingeschränkt Möglichem. Und doch meint der verehrte Professor Bull, ich solle Sie noch etwas stärken in der Gewissheit, daß Sie zu den bevorzugten Mitarbeitern Gottes gehören. Nächst den Frauen, die ihm seine Kinder gebären, könnten die Gesichts-Chirurgen die innigst Beteiligten am Schöpfungswerk sein.
Warum?
Ach das ist ein weites Feld.
Das Gesicht ist doch die Kunst am Bau des Menschen. Der Menschen-Körper insgesamt ist guter Grund für das Kompliment des Schöpfers: „Siehe, es war sehr gut“, nicht perfekt aber sehr gut, gut für weiteres. Sowohl das wohlgeformte Äußere als die vielen vertrackt genialen Innereien lassen doch auf einen großen Baumeister schließen. Aber das Menschengesicht ist doch seine allerfeinste Erfindung. Herzen und Kniescheiben und ganze Galaxien sind mehr oder weniger uniform. Aber die Menschengesichter: Jedes einmalig, einzigartig, wunderbar. „Wir sind geschaffen, einander anzusehen“, sagt der alte Degas. Paul Ekman,78,US-Forscher, hat 10 000 unterschiedliche Gesichtsausdrücke identifiziert und dokumentiert, fast 3000 davon haben einen emot. Sinn. -Nur zur Bestärkung, warum ihr Tun so wichtig ist, an welchem Stück Mensch Sie arbeiten- an unserer meistbeseelten Stelle.

Was wäre das für ein Jammer, Vorderkopf wäre wie Hinterkopf, behaart, nur mit Atem- und Mund-Löchern und Seh-Schlitzen versehen. Dann gäb es keine Schauseite, kein Aussehen, kein Ansehen, keine zeigbare Persönlichkeit. Von Angesicht zu Angesicht begegnen wir uns. Die Freude des Wiedersehens der Schulfreunde, die Freude des Kindes nach dem Schullandheim, am Bahnhof abgeholt zu werden, das Gesicht der wartenden Mutter in der Menge, das erschütternde Finden des geliebten Menschen, zurück aus der Kriegsgefangenschaft. Das Zeigenkönnen von Scham und Flehen, Stolz und Staunen ist Glück. Das Hochziehen der Augenbrauen. Was verlören wir an Ausdruck ohne sie. Und panisches Erinnern an das Tätergesicht lässt dieses zur Steckbrief-Visage verkommen. Im Gesicht konzentriert sich der Mensch, da können wir warnen und locken, werben und abschrecken, können liebenswert scheinen oder gefährlich. Eine Aktion für Bürger-Courage heißt treffend: „Gesicht zeigen“. Nur im Gesicht sind wir wirklich nackt.
In der Bibel heißt „miteinanderschlafen“ ja: Sie erkannten einander. Haben wir schon mal bedacht daß die Glückseligkeit unserer Liebesumarmung von der Zugewandtheit Beider kommen kann. A tergo sind wir alle gleich, aber: „Ich schau dir in die Augen, Kleines, Kleiner“ macht uns zu Vertrauten.

Natürlich ist Vertrautsein ohne Sprache kaum zu denken- Aber der sprechendste Teil des Menschen ist doch sein Gesicht. Sein Mienenspiel, sein Augenspiel sagt viel, noch an der Nase kann man Wahrheit ablesen, jedenfalls die Ehefrau.
Fotografiert wird für den Personalausweis das Gesicht- hier ist der Mensch am meisten er selbst. Person- von personare-hindurchtönen, dem griechischen Mimen war die Maske aufgesetzt, um klar zu machen: Wer hier spricht ist ein Gott und nicht Hans sowieso.
Was kommt durch uns zum Klingen? Welch Persönliches kommt in uns zur Geltung? Wer bist du, Mensch? Adam, wo, wer bist du- fragt Gott uns und wir einander auf den Kopf zu. Mach dich gerade, Mensch, wofür stehst du gerade, sags mit deinem offenen Gesicht uns ins Gesicht.

Sein Gesicht sagt, wer er ist, jedenfalls: als wer er von mir genommen sein will. Ich tauche ein in die Wahrheit seiner Seele, mit Hochs und Tiefs, mit Verschlossenscheinen und Offenscheinen, mit Gut und Bös bei jedem. Ablesbar: sein fishing for compliments – also ist er ergänzungsbedürftig, weiß sich als ergänzungsbedürftig.
Ablesbar ist: Einen starken Eindruck machen wollen. Oder ist es meine Einschätzung von starkem Eindruck, ich bekomme Angst, weiche zurück. Die Bilder in meinem inneren Speicher rattern – Seine Mimik scheint mir Gefahr auszudrücken. Oder ist der Fremde verheißungsvoll? Winken seine Augen Zuneigung? Spitzt sich sein Mund für ein gutes Wort? Mit dem Gesicht zeigen wir uns einander.
Das Gesicht ist wohl Fenster der Seele. Das Gesicht lässt tief blicken, das vielsagende, lebendige Antlitz ist unsere kostbarste, wichtigste Gabe. Und darum seid ihr Gesichtschirurgen vertrauensbildende Maßnahmen des Herrn- oder aber, wenn ihr es vermasselt, ist Gott sofort mit angeklagt.

Sie erschrecken doch wohl immer noch, wieviel Hoffnung Sie befrieden sollen.- Beschädigungen, die mit großem Leidensdruck verbunden sind, können durch OPs gemildert werden und manch einer verspricht sich alles Glück der Welt, wenn er durch OPs seine Physiognomie verändern lassen kann. Ja, nach Unfall oder Krebs ist ein Stück Annäherung an eine Art von Normalität eine große Rettung.
Aber wenn Ihnen Schönheit abverlangt wird- was ist schön? Kann man Schönheit vor Gericht einklagen? Man kann wohl Krümmungen weniger krumm machen; Falten straffen, Ohren anlegen. Aber schon die aufgespritzten Lippen- entstellen sie nicht auch? Und Brüste, Po, Bauch, Reiterschenkel, die nicht gefallen, entspringen doch meist falscher Lebensweise, sind angegessen oder angehungert.- Operiert man, muss der Patient oft wiederkommen. Und wer hofft, durch andere Brustgröße eine Liebe wiederzugewinnen, der soll lieber den Forderer gleich in den Wind schießen. Lassen sich die meisten Frauen nicht schönheitsoperieren, um andere Frauen zu beeindrucken? -Ein trauriges Kapitel dies. Und ist da was dran, eine Frau will sich nach dem Liften das Lachen abgewöhnen, da sie damit das Ergebnis der Op zu gefährden meint. Sie traut sich nicht mehr zu lachen. Kann das nötig sein?

Natürlich- des Menschen Wille ist sein Himmelreich- seine Körpermaße, seine Gesichtszüge durch OP verfeinern zu lassen, ist nicht unethischer als sein Haus zu verschönen. Wir sind ja zu Voyeuren verdorben durch die Bilderfluten- wer soll wem verbieten, dies oder jenes Beauty zu imitieren? Wieviele lassen sich Tatoos stechen; Wo ist der Unterschied, den Körper durch OPs oder Sportdrill in gewünschte Form zu bringen? Man muss schon etwas Weisheit angesetzt haben für die hinreißende Antwort von Inge Meisel: „Ich soll mich liften lassen? Wo ich all die Falten mir so mühsam erworben habe?“
Aber kosmetische OPs stehen heut nicht im Vordergrund.- Eher die grundsätzliche Frage: Wieviel Recht hat der Einzelne, das schönste Gesicht, das machbar ist, zu bekommen, gar noch bezahlt? Oder sagen wir: das am wenigsten entstellte Gesicht. Hat der Einzelne ein Recht auf ein am wenigsten entstelltes Gesicht?

Sie, verehrte Operateure, suchen das beseelte Gesicht. Gott wollte sicher jedem Menschen seins mitgeben. In jedem Neugeborenen wird ja die Schöpfung erneuert, und jedem Kind gilt: Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn als Mann und Frau. Die Gottesebenbildlichkeit- die Imago Dei- ist dem Menschen zugesprochen. Kann das meinen, Gott bildet sein Gesicht ab auf allen menschlichen Antlitzen? Oder setzt er sein Antlitz zusammen aus den vielen Gesichtern?
Das leuchtende Antlitz Gottes ist uns verheißen für die Zeit da das Stückwerk aufhören wird, und die Liebe sich als das Größte erweist. Dann werden wir nicht mehr nur wie in einem dunklen, beschlagenen Spiegel Gott und unser Wesen sehen, sondern von Angesicht zu Angesicht; werden sehen, wer wir wirklich sind, und wie wir von immer her gemeint waren (so das theologische Genie Paulus im 1. Korintherbrief 12. Kapitel.) Im stärksten biblischen Segenswort aus 4.Mose 6 kommt zweimal das Angesicht vor: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden."- Also wissen, daß Gott mich anschaut, mir seine Aufmerksamkeit widmet, seine Liebe mir zuwendet. Daraus Bejahekraft saugen- wie ein Säugling, wenn er über sich das Antlitz der Mutter leuchten sieht. Die Sonne, die einem ins Gesicht scheint, durchströmt mit Lebensenergie. Nimm doch das Angestrahltsein von der Sonne als ganz persönlich dich meinende Bejahelust Gottes- mittels der Sonne.-
Und noch dies: Mein Ansehen kommt davon, wie ich angesehen werde- Letztlich, glaub ich, stellt mich der Anblick Gottes her. Er hält mich dadurch, daß er was von mir hält. Er findet mich schön, vor allem: er findet mich. Sein Wahrnehmen realisiert mich, macht mich wahr. Das Angesicht ist der Ort der Personwerdung und darum so ungeheuer wichtig.


Leuchtende Angesichter wollen Sie erwecken. Und sie bekommen leuchtende Antlitze geschenkt, wenn Patienten nach Jahren mit ihrem inzwischen ihren vertraut gewordenem Gesicht ihnen danken.
Aber wie gelingen leuchtende , na sagen wir sympathische Antlitze?
Einer sagte: Jeder hat das Gesicht, das er verdient- aber das ist doch nicht richtig? Magengeschwüre pressen sich ins Gesicht ein, Rauchen lässt die Haut vergilben, Trinken lässt auch das Gesicht zerlaufen, Geldsorgen beengen, überfordernde Fürsorge vergrämt.
Und jetzt positiv: Lieben macht schön. Lachen macht frisch, Frieden schaffen macht pralle Lippen- na ja, nicht ganz.
Es ist dramatisch, wie unser Aussehen mitgeprägt ist von dem Ansehen, das uns andere einräumen. Wir werden in gewissem Grade das Wesen, das die andern in uns hineinsehen. Ist das so, dann haben wir auch die Mitverantwortung für das Wesen des andern; und sein Gesicht, ob es verschreckt oder vertrauend ist und ausschaut, hängt mit ab von unserm Einwirken auf ihn.
Ich kannte eine Perserin, die einen Selbsthass hatte wegen ihrer Nase- die soviel Hänseleien übers sich ergehen lassen musste, daß sie an Selbstmord dachte oder an eine operative Nasenkorrektur. Die gelang und sie hatte sich gefunden. Sie ist sich selbst Freund geworden, hat sich das Ungeziefer von der Seele gezogen. Statt sich aufzugeben hat sie gelernt, sich zu behaupten und fand die hilfreichen, begnadeten Hände.

Sicher begegnen Sie, verehrte Ärzte, oft der Fehleinschätzung, man könne nur mit smartem Gesicht erfolgreich sein. Aber schneidig oder tough aussehen macht eher unbeliebt. Das Makellose macht unnahbar und einsam.

Die Rettung wäre, zu einem ruhigen Vertrauen in sich selbst zu finden. Mich mit meinem Gesicht annehmen, das wäre die Rettung. Diesen Weg zur Selbstannahme unterstützen mit operativer Zuwendung- gut. Aber die Berge unserer Selbstzweifel lassen sich nicht mit OP-Besteck wegräumen. Es möge in uns das Gefühl wachsen, von weittief unten gewollt und gewünscht zu sein; ja, von dem Angesicht Gottes angestrahlt zu sein und hinreichend schön zu sein.
Ihr Ärzte für plastische und ästhetischen Chirurgie, bitte, seid auch Hirten dieses Geheimnisses: Euer Operieren geschieht in der Werkstatt des Herrn, eure Arbeit nimmt von der Ganzheit des Lebendigen ihre Würde, sie hat den heilenden Lebensstrom zu mehren. Der zu Operierende und Sie müssen sich vom guten Ganzen umschlossen wissen. Keiner ist eine Insel, das ist der Trost.

Auf manchem Gesicht hat sich eine Zerrissenheit eingegraben, die inoperabel ist. Die inneren Quellen der Selbstbejahung müssten ins Fließen kommen. Es gibt eine Flucht von sich weg in die OP. Und statt mit mir ins Reine zu kommen werde ich immer mehr auf mein Äußeres fixiert und bleibe unterworfen dem Dauercasting, der Bewertung durch andere.
Der Wunsch nach einem schöneren Gesicht kann lebensrettend sein, weil er vor dem Ertrinken in Selbstverachtung schützt. Doch Sie können auch helfen, sich annehmen zu lernen ohne OP. Reden sie zu ihm von einer innere Würde, die in ihm brennt. Erinnern Sie ihn an die Widmung, die auch er mitbekommen hat: Gott liebt dich und braucht dich. Darum lebst du, mit deiner Ausstattung, zu der auch Mängel gehören. Verheißen ist dir das Heranwachsen zu einer Dankbarkeit, du sollst allmählich wachsen ins Einverständnis, du selbst zu sein, und musst dich nicht erst zu etwas machen lassen.- Das ist die Rettung, nicht das neue Portrait.
Freundlich, gelassen ertragen lernen den Ratschluss der Jahre. Die Dinge der Jugend mit Grazie loslassen, diese Strategie im Alter wünsch ich mir.
Doch ehe wir uns in Jammer einpökeln, wir uns immer mehr verstecken- sollten wir uns doch verschönen lassen- vor allem, wenn das Gesicht durch Unfall oder Krankheit mitgenommen ist.
Beides muss zueinander finden, Seele und Körper.
„Ich wurde zum zweiten Male geboren, als meine Seele und mein Körper einander lieben lernten und sich vermählten“ sagt Kahlil Gibran.

Wir haben als Widmung mitbekommen, daß unser Lebenshaus, unser Körper vergänglich ist. Wir dürfen altern – langsam uns in Falten legen, dürfen langsam enttäuschen, werden uns langsam abhanden kommen, bei den Zähnen angefangen.
Aber man kann es auch anders sehen und Spezialisten an sich ranlassen. Die werden immer sagen, OPs schützen vor Altern nicht, aber ein bißchen verzögern- das darf und kann man. Keine Grenze verlockt ja mehr zum Schummeln als die Altersgrenze (Robert Musil).
Die Kehrseite von Schönheitsoperationen ist die Anbetung der Schönheit, die mit Anbetung der Leblosigkeit verbunden ist- (Doris Weber in Publik-Forum 1/2010). Die „Wohlfühlchirurgie“ –ein herbes Wort- hilft doch nur auf Zeit.
Und es bleibt das Risiko: Statt sich an der neu gewonnenen Gesichtssymmetrie zu freuen, bekommt der Patient eine Identitätskrise. «Ich komme mit diesem Gesicht nicht zurecht. Das bin nicht ich. Gebt mir mein altes Aussehen zurück», bittet er den Chirurgen.
Zwischen Notwendigem und Wünschenswertem ist ein weites Feld. Pro Jahr lassen eine Million Menschen ihren Körper chirurgisch verschönen. Und sie haben das Recht dazu, ihr Gesicht nach einem Unfall wieder herrichten oder ihre Brüste anders formen zu lassen oder ihr Fett abzusaugen. Wer soll es ihnen verweigern, Jedenfalls in Sachen Körper sind wir ein Stück mit unseres Glückes Schmied, -Grob- bis Goldschmied.
Wer weiß denn, wer was leidet, ersehnt, erfleht. Bist du in seinen/ ihren Schuhen schon gegangen? Hast Du seine Segelohren , ihren dicken Nasenspitzenknorpel, seinen schiefen Mund schon angehabt? Und tausendmal drängender noch Wolfsrachen, oder Gaumenspalte , oder durch Krieg oder Krebs verlorenen Kiefer oder oder. Geplünderte Gesichter (P. Handtke) sind aller Hilfe wert.
Es sind Engel, die Menschen ein heiles Gesicht geben können. Es ist Gnade, so dem Schöpfer beizuspringen.
Für ihre mühsame, heilsame, nächstenliebe Arbeit am schönen Gesicht wünsche ich Ihnen weiterhin Gottes Segen.

Vortrag am 30.April im Kamphüs war ein Stück weit gekürzt-
 
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