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Delta
26.11.2008
11:51 Uhr
     
Welche Größe steckt in einem Menschen, der Abschied nimmt von seinem Leben!
Er beginnt zu ordnen, um seinen Lieben ein geordnetes Leben nach seinem Tod zu ermöglichen.
Viele seiner Aufgaben verteilt er neu nach Fähigkeiten und Vorlieben. Er lässt niemanden im Ungewissen.
Jeder wird anders umgehen mit der Trauer. Der eine hätte vielleicht grade jetzt die Geschäftigkeit nötig, um alles in neue Bahnen zu bringen. Dem anderen bleibt die nötige Zeit, um mit dem Schmerz fertig zu werden.
Ein Richtig oder Falsch kann es da gar nicht geben.

Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, das er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen -
denkt man und vergisst dabei,
dass nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin soweit.

Ich wünsche ihm, dass ausreichend Zeit bleibt, um am Ende wirklich alles wohl geordnet zu wissen

Delta
 
Menke
25.11.2008
14:38 Uhr
    ICQ
Wem viel gegeben,dem wird viel abverlangt!

Rauschende Gefühle in der Erinnerung zu zu lassen um sie verlassen zu können,so machte ich mich auf den Vermeintlichen Weg des Umhergetriebenen.
Meer war leibhaftigt da, wo Sonne,blauerHimmel,den Sand unter den Füssen spüren,Wind und Rauschende Wellen mich verzückten.

Sah im täglichen Scheinwerferlicht der Dunkelheit weise Schaumkämme und hörte das Unaufhörliche näherkommende Rauschen und Toben der Naturgewalten.
Mensch warum ängstigt Du dich?

Ins Kirchlein gegangen und bat den Kelch in diesen Tagen,an mir vorüber gehen zu lassen um Alleinsein Leben zu dürfen, wenn auch mit Ängstlichkeit auf die Nacht geschaut.
Musste mich dann doch ergebens zeigen,am Bahnhof die Geliebte Hoffnung ich verlor.
So zündete ich ein Kerzlein im Glauben der Hilfe an,wo Du mich hinführst,ich vertraue Dir!
Amen!
 
kathrin
24.11.2008
13:17 Uhr
     
Bin vorhin auf ein Gedicht gestoßen, an das ich lange nicht mehr gedacht habe.
Vielleicht gefällt es ja außer mir auch dem einen oder anderen Gästebuchleser.
Hier ist es:

Erich Fried (1921 - 1988)


Kleines Beispiel

Auch ungelebtes Leben
geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer
wie eine Batterie in einer Taschenlampe
die keiner benutzt

Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so- und sovielen Jahren
anknipsen will
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus
und wenn du sie aufmachst
findest du nur deine Knochen
und falls du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen

Da hättest du
genau so gut
leuchten können
 
Luise
23.11.2008
19:39 Uhr
     
wie beruhigend, dann sind wir uns des Empfangskommitees ja sicher.
Gerade ist mir ein wunderbares Buch in die Hände gefallen:T. Terzani"Das Ende ist mein Anfang".Der ehem.Spiegelkorrespondent in Fernost T.hat zum Ende seines Lebens seinem Sohn täglich Rede und Antwort gestanden und über sein sehr erfülltes Leben erzählt :authentisch und anregend, richtig schön zu lesen.
Er gibt so ehrlich Antwort auf die Fragen des Lebens und des Sterbens.
Und er beschreibt wie die Tibeter mit dem Tod umgehen:Der Sterbende liegt zwischen all seinen jammernden Verwandten, dann kommt der Lama , verpasst ihnen allen einen Tritt in den Hintern und flüstert dem Sterbenden zu : Löse dich, halte nicht fest, fort, fort jetzt bist du frei. Fort!! usw.
 
tg
23.11.2008
16:29 Uhr
     
„Unser Freundeskreis unter den Toten wird grösser“ (aus: Noll, Diktate über Sterben/Tod)  
Sophie
22.11.2008
23:08 Uhr
     
Ich finde ja die Geschichte mit dem Bettler nett, ich verstehe nur nicht, wieso dieser nicht von sich aus auf die Idee kam, den Wagen wegzubringen, denn da kriegt man doch auch schon einen Euro raus.  
Heinrich
21.11.2008
19:27 Uhr
     
beim "Shopblogger" gelesen

1€ und ein paar Wurstbrötchen
Seit rund zwei Wochen hat ein Bettler den Platz rund um meinen Laden als offenbar lukrativen Standort ausgewählt. Er blockiert nicht meine Tür, sondern sitzt ein paar Meter links oder rechts davon. Da er aber nur passiv auf dem Boden sitzt, seinen Metallbecher vor sich stehen hat und niemanden anpricht und/oder belästigt, stört er nicht weiter.

Seit zwei Tagen irrte hier mal wieder ein Einkaufswagen vom Discounter an der Ecke auf der Straße umher. Mal stand er an der Straßenecke (aber nicht an der richtigen), mal vor meinem Laden, dann wieder im Laden zwischen meinen Einkaufswagen, dann wieder auf dem Parkstreifen.
Plötzlich musste ich heute Vormittag an den Mann auf dem Bürgersteig denken, den ich auf etwa mein Alter schätzen würde. Ob er den Wagen wegbringen würde? Sind ja nur 100 Meter. Ich fragte ihn. Zuerst zuckte er zusammen, dachte wohl, dass ich ihn verscheuchen wollen würde. Nachdem ich ihn um den Gefallen gebeten hatte, fragte er mich, ob er denn hier bleiben dürfte. Ich bejahte und drückte ihm gleich noch einen Euro als Motivation in die Hand. Oh, weh... Für mich ist es "nur" ein Euro, aber er ist sofort aufgesprungen und hat sich den Einkaufswagen geschnappt. Ich hätte nicht vermutet, dass er sich so sehr über das Geld freuen würde, wie er plötzlich zum Ausdruck brachte.

Obwohl der Bettler schon öfter dort gesessen hat und er mir in den letzten Wochen schon häufiger aufgefallen war, musste ich plötzlich die ganze Zeit an ihn denken. Draußen ist es saukalt. Es regnet und schneit und dieser Mensch sitzt dort bis zur Nase in seine Jacke eingemummelt auf dem kalten Bürgersteig. Vorhin sackte das Mitleid durch, ich nahm zwei frische Brötchen aus der Box, tat sie in eine Tüte, legte noch eine Packung Wurst dazu und brachte ihm die Sachen raus.
Man hat ja schon oft gehört, dass Bettler, denen man Lebensmittel statt Geld geschenkt hat, diese einfach wegwerfen und ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet – aber der Kerl vor meiner Tür hat seine Wurstbrötchen regelrecht heruntergeschlungen.

Armer Kerl.
 
tg
21.11.2008
11:44 Uhr
     
Gott ist ohne Ausnahme mit jedem Menschen vereint. Frere Roger  
Sophie
19.11.2008
20:29 Uhr
     
....Gott.
Danke, Molitor, denn es wurde immer auch zu kurz abgehandelt, dass es auch Zuschauervölker gab und gibt. Israel muss beschützt werden. Es sind unsere Glaubensvorfahren und Brüder und Schwestern im AT bzw. der Torah. Außerdem sind es lebendige tolle Menschen, die dringend ihren Staat brauchen. Zum Lesen eindrucksvoll und sehr lustig: Gad Granach: "Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten".
 
tg
19.11.2008
17:03 Uhr
     
Bußtag- einen wissen, dem ich Vergebung abbitten sollte; einen wissen,dem ich Bestimmtes nicht mehr nachtragen will und das ihn merken lassen- und ein Blick zum Himmel: Du kennst Deine(n)....  
molitor
17.11.2008
23:26 Uhr
     
Wenn es beim "Tätersein" um das von Bonhoeffer sogenannte "Tun des Gerechten" geht, warum sollten wir nicht in diesem neuen Sinn "Täter" sein und werden? Täter, die mit ihren Taten weitere Opfer verhindern. Menschen, die eine verletzte Taube vor ihren Füßen heilen und in der Ferne die richtige Haltung zur schwierig-gefährlichen Regierung im Iran finden.
In der Nähe und Ferne Täter des Gerechten werden, das wünscht ich mir für mich, uns, unsere Regierung und die Staatengemeinschaft. Die Taube war schon ein guter Anfang...
 
DS
16.11.2008
20:29 Uhr
     
TG - zum Wochenspruch : ich denke, das Wort...Richterstuhl .....hat viele abgeschreckt, missverstehen lassen. Richter bei Gott ist Aufrichter, Errichter, so trifft es deine Auslegung. Danke und bis bald... Delf  
Luise
16.11.2008
19:57 Uhr
     
und damit Sophie erklären Sie uns wieder zum "Täter", die Rolle die wir tatsächlich mal ablegen können.
Das ist ja ein deutscher Komplex auf den wir verzichten sollten und mit mehr Selbstbewußtsein in der Welt agieren. Für die guten Seiten bei uns gäbe es genug Beispiele um die alte Täterrolle abzulegen. Ich meine damit aber nicht, dass Gedenktage, -feiern, -Gottesdienste überflüßig wären.
 
Sophie
16.11.2008
18:32 Uhr
     
Ich habe mich verschrieben. Meinte natürlich Es (das Tätervolk). Wir laufen also Gefahr, uns aufgrund einer schöneren Außenhandelsbilanz, die wir "appeasement" nennen, später für einen potentiellen zweiten Holocaust verantworten zu müssen, dieses Mal als willige Zuschauer.  
Sophie
16.11.2008
17:49 Uhr
     
TG: Das Tätervolk unterhält einen blühenden Handel mit dem Iran, der damit droht, "Israel von der Landkarte zu radieren" und der Terrorismus finanziert. Er erinnert damit aber weniger an sich selbst vor 70-75 Jahren als an die Briten, die seelenruhig zuschauten und mit Hitler auf appesement machten.  
Delta
16.11.2008
16:11 Uhr
     
Volkstrauertag - und ganz neue Gedanken

Wie viele Soldaten mögen gefallen sein und haben mit ihrem Tod dazu beigetragen, dass mein Vater unversehrt heim kam?!
Ich stand heute Morgen nach dem Gottesdienst unter dem riesigen Kreuz auf dem Friedhof und war dankbar, dass ich leben darf. Ohne ihren Tod hätte es mich vielleicht gar nicht gegeben.

Delta
 
TG
16.11.2008
09:45 Uhr
     
Deutsche Verlegenheit: weiterleben zu müssen mit einer Vergangenheit, die nicht vergehen kann-schauerlich die Grausamkeit, zu der man als Teil eines totalitären Ganzen imstande war (M.Walser).
Heute der Wochenspruch: Wir müssen alle vor dem Richtstuhl Christi offenbar werden (2. Korinther 5,10).- Dies zur Heilung, auf dass die Opfer nicht ewig Opfer bleiben, die Täter nicht ewig Täter.
 
tg
14.11.2008
15:38 Uhr
     
man stelle sich vor, das wäre nicht festgehalten worden, dann wäre es nur einem Menschen passiert.bitte mehr.  
webmaster
14.11.2008
08:11 Uhr
E-Mail    
Da muß ich mal ganz spontan sagen: danke, Kathrin, fürs Teilhaben lassen an dieser schönen "Begegnung"...  
kathrin
14.11.2008
07:54 Uhr
     
Als ich vor einer Woche nach Hause kam, fiel mir eine bildschöne Türkentaube - das sind diese kleinen zarten bräunlichen - auf, die auf dem Rasen saß und "zu Fuß" zu fliehen versuchte, was sehr hilflos und traurig aussah. Sie hatte eine blutende Wunde am Flügel und es fehlten ihr fünf der zwölf Schwanzfedern. Für einen ganz kurzen Moment fühlte ich bei mir so eine Art Impuls wegzusehen, weil ich bei aller möglichen Sorge zur Zeit glaubte, "das nicht auch noch zu schaffen". Aber sie sah mich so verzweifelt ängstlich an, dass ich sie nicht ihrem Schicksal ausliefern mochte. Ich holte einen Karton, brachte sie zum Tierazt, der die Wunde versorgte und feststellte, dass sie - von der Verletzung und dem Trauma abgesehen - einen unversehrten Eindruck machte.
Nun , eine Woche später, geht es ihr mit jedem Tag ein Riesenstück besser. Die Wunde ist verheilt, sie frisst und nimmt kontinuierlich zu, und seit gestern kann sie sogar vom Boden aus startend hoch fliegen. Wir können sie also schon in den nächsten Tagen wieder im Garten frei lassen, wo auch ihr kleiner Schwarm regelmäßig auftaucht.

Warum ich das erzähle? Es war und ist ein ganz wunderbares Erlebnis gewesen, sie wieder zu Kräften kommen zu sehen, ein richtiges Lebensmut-machendes Glücksgefühl, ihre neue Lebenskraft mitzuerleben, wie sie nach den Tagen schwerer Angegriffenheit und Apathie plötzlich mit schon fast voller Kraft Richtung Fensterbank fliegt, von wo aus sie den Himmel ahnt.

Danke für diese Begegnung.
 
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