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Sophie
17.05.2006
14:07 Uhr
     
Natürlich nicht die Riesin, die spielt doch nur, ist doch nur ein Bild für den Menschen als Infant. Wenn schon in Chamissos Gedicht, dann der Riese. Die indirekte Unterstellung, ich würde mich ängstigen, ist lustig. Natürlich ängstigt einen mal die Kriminalität. Aber unter den außerhalb davon lebenden Menschen hat mich bisher nur Einer geängstigt. Nur Einer. Das ist ad acta gelegt. U.Sun wirkt auch nicht verängstigt.
Danke für die Ballade.
Die Shoah spricht gegen Gott im Sinne von Jesus.
Der Rabbi Schmuel (in einer Geschichte):
"Ich frage euch also, sieht Jehova all das nicht? Döst er vor sich hin und bohrt in seiner Nase? Oder ist auch Jehova, gelobt sei sein Name in alle Ewigkeit, ein alter vertrotteter Onkel geworden, dem der Gedanke schmeichelt, dass die Menschen in seinem Namen sterben? Ich weiß es nicht, Brüder, ich kann euch darauf nicht antworten. Ich denke mir jedenfalls: Wenn Gott Fenster hätte, hätte man ihm schon längst die Scheiben eingeschlagen!"
 
Traugott Giesen
16.05.2006
12:20 Uhr
     
wieder Biebelenergie

Durch die Mühen

Gott hat meinen Weg vermauert, hat Finsternis auf mein Geschick gelegt. Er hat mir mein Ansehen ausgezogen, hat mich zerbrochen, hat meine Hoffnung ausgerissen wie einen Baum. Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Der wird mich zuletzt aus dem Staub erheben. Wenn auch mein Fleisch von mir abfallen wird, werde ich doch Gott sehen. Und er wird mir kein Fremder sein- danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.
Hiob 19, 8-10,25-27

Hiob ist die Kunstfigur eines begnadeten Dichters: Der von Gott, hilfsweise von einem Chefteufel, bis aufs Blut geprüfte Mensch, wird wegen seiner Glaubenstreue hoch erhoben. Aber Jesus sieht sich nicht von Gott geprüft- sondern seine Passion ist der ihm einzig mögliche Weg, gegen die Herren der Welt seine Gottesgewissheit zu leben. Allgemein rät er, wohl dem, der „im Windschatten von Klugheit und Gnade „ bleibt. „Ich bin nicht zum Richten sondern zum Retten da“ (Johannes 12,47), Genau so Gott.
Ihn sich vorstellen als „Riesin“- (wie im Gedicht : Das Riesenspielzeug“ von Chamisso) die mit den Menschen rumfuhrwerkt, Steine in den Weg legt und schaut, wie sie sich bewähren- das ist Ausfluss einer verängsteten Seele. Ja, es kann sein, daß ich mich ans Schicksal so ausgeliefert sehe wie ein Maikäfer, den rohe Jungen zappeln lassen. Es kann sogar sein, daß einen die Angst so schluckt, daß ich meine, ein auf dem Rücken liegender Käfer zu sein.
Hiob ist der heroisch leidende Mensch, der Gott anklagt- und eigentlich gerechter, liebevoller , treuer scheint als Gott selbst. Diese Überzeugung braucht aber als Basis das Wissen vom Allmächtigen, der wie ein Marionettenspieler die Puppen tanzen lässt. Und davon hat sich Jesus losgesagt. Für Jesus ist Gott alle Energie und alle Liebe- beides, alle Macht- auch die von Menschen missbrauchte und alle Liebe, auch die von Menschen einander gewährte. Daß letztlich die Liebe die Macht übrwindet, und Gott als Erlöser uns aufscheint, hat Jesus uns vorgewusst.
Hiob ist noch ganz befangen im „iustaljon“-„Wie du mir, so ich dir“- Gottesbild: Dem Frommen soll es belohnt sein; wem es schlecht geht, der büßt Strafe ab. Jesus treibt uns in ein Wissen vom liebevollen Gott, der noch leidet an und mit seiner Schöpfung, aber sein Reich kommen lässt auf alle Fälle. Hiob hat auch schon einen Schimmer dieser Hoffnung: Gegen den Monstergott appelliert er an den Großmütigen Gott, der wird ihn letztlich aus dem Staub erheben.
Etwas von dieser Zuversicht brauchen wir alle: vor uns Heil und Frieden für unsere wunden Seelen. Und daß im Rückblick „Licht nach und nach über das Ganze aufgeht“ (Wittgenstein), vielleicht Gott alle Schuld auf sich nimmt- das deutet doch der Opfertod Jesu an. Ob das der Fall ist? Jedenfalls kann keiner für sein Lieblossein alle Schuld alleine tragen. Und jetzt schon werden wir mehr geliebt als es unsere Gene sich erwerben.
 
Sophie
16.05.2006
09:18 Uhr
     
Liebe Webmasterin! Ich verstehe das schon und wünsche Ihnen vor allem einen schönen Urlaub! Ich hatte das Problem auch schon und habe einfach mal eine Weile Englisch gesperrt. War hilfreich.

Liebe(r)? U.Sun! Sie schreiben auch prima Beiträge. Misstrauisch? Nein. Ich finde es interessant in meinem Leben, dass ich überhaupt in einem Kontakt mit Gott stehe. Aber ich nenne ihn auch Idiot. Ich glaube, er verträgt das. Ich sehe ihn nicht als Jemanden, der einem das Leben schön oder einen gesund macht, sondern einen, der den Menschen ständig Steine in den Weg legt und guckt, wie sie damit klar kommen. Ich finde, manche Steine machen stärker. Aber es gibt auch unheilbare Dinge. Wenn ich an das 16jährige Mädchen denke, das gerade von vier Jungen vergewaltigt worden ist (vermutlich), frage ich mich, ob die je an etwas wie Gott glauben kann. Die höhere Macht, der sie begegnet ist, ist doch die Gewalt als Gruppe. Die ist ohnehin schon behindert. Wer soll sie gesund machen? Das arme Kind.
In der Bibel legt er ständig Steine in den Weg. Abraham, Jakob, David, Elias, Jonas, wen man nimmt, sie müssen an den Steinen wachsen. Und natürlich Hiob. ich habe ein gutes Buch gelesen: Es heißt "Der Schrecken Gottes. Attar, Hiob und die metaphysische Revolte" von Navid Kermani, einem deutsch-persischen Schriftsteller. Es könnte Sie auch interessieren. Viele Grüße.
 
webmaster
15.05.2006
19:56 Uhr
E-Mail    
An Sophie (SD): Sie haben schon öfter geschrieben, dass Sie wegbleiben wollen - aber Sie kommen doch immer wieder. Also habe ich auch diesmal keine Sorge, dass Sie das Forum wegen der "pseudoamerikanischen Einlässe" verlassen werden... Was dies betrifft: ich kann es nicht ändern, gebe mir aber größte Mühe, Werbeeinträge sehr zeitnahe, meistens Minuten nachdem sie abgesetzt wurden, zu löschen, da kann sich keiner beschweren. Zur Zeit bin ich in Urlaub - und kann daher "nur" ca. 2-3 Mal am Tag kontrollieren und entfernen, davon wird die Welt nicht untergehen.  
U.sun
15.05.2006
17:19 Uhr
     
Ich bin ebenfalls durch eine tiefe und jahrelange Krise hindurchgegangen, habe gestaunt, wie stark ich bin. Die Erfahrung, dass ich geführt und geleitet werde, habe ich darin gesehen, dass nie eine Tür zufiel, durch die ich noch hindurch musste. Es war zwar oft knapp aber mit der Zeit gewann ich immer mehr Vertrauen. Das ist bis heute so geblieben. Nur stehenbleiben geht nicht und abwarten, dass das Wichtige von selbst geschieht. Wir dürfen nicht warten, dass das Meer sich öffnet sondern müssen vertrauen, dass unser Aufbruch den Impuls setzt, den wir brauchen .
Was mich bei Ihnen ein bisschen traurig stimmt, ist das offensichtliche Misstrauen. Gott kann mich nicht durch meine besondere Stärke meinen. Sonst würde er ja Schwächere ausklammern, meinen Sie. Ich bin der Meinung, dass das Nichtglauben so viele Menschen schwächt. Das würde also bedeuten, angenommen Sie würden glauben, wären Sie sogar noch stärker ( und ruhiger ) ( :
Und das ist es ja gerade. Alle sind angenommen, geliebt, gebraucht so wie sie sind.
Und wie schade, wenn Sie sich von hier verabschieden würden. Ein wichtiger Beitrag unter den Spams weniger. Ich bin fest in dem Glauben, dass diese Seite bleiben soll und sie sich deshalb auf Dauer nicht verlausen lässt. Wenn nötig, sehen wir nach, ob es Hilfe gibt aber wir laufen doch nicht bockig weg...
Liebe Grüsse U.Sun
 
do
15.05.2006
12:06 Uhr
     
Auf Polemik möchte ich nicht hinaus, in welcher Sprache auch immer ... jede/r glaube, wie er/sie mag, in welcher Stärke auch immer, auch wenn es nicht immer so leicht ist, wie es in meinem vorherigen Eintrag vielleicht missverständlich ausgedrückt war ... der "Vertrauenstrainer Jesus" (dieses Bild gefällt mir gut)hat uns auch das wunderbar vorgelebt.
Einen friedvollen Tag
do
 
Le château interieur
15.05.2006
11:22 Uhr
     
Je ne sais pas, mas chère Dieudonnée, si mon premier commentaire va apparaître ici, mais après avoir réflêchi un petit peu, j'ai conclus que vous avez un autre problème. Si je vous dis que votre aimé ne m'apprecie pas du tout parce qu'il n'a aucune influence sur moi vous pouvez voir, peut-être, que votre problème est une chimère. Salut. Pour croîre, vraiment, il faut avoir un caractère bien fort comme la Térèse d'Avila. Une bonne journée.  
Sophie
15.05.2006
10:28 Uhr
     
Liebe Dorothee, ich wollte Sie nicht kränken. Wenn Sie so reagieren, frage ich mich, ob Sie tatsächlich so fest glauben, wie Sie vorgeben. Wenn man an etwas fest glaubt, muss man es nicht verteidigen, sondern man hat es.
Ich habe Anderes als Sie und bin anders. Das ist o.k., oder? Und ich lese den Traugott auch gern, weil ich mich immer wieder gern mit der Bibel beschäftige und gute Auslegungen schätze. Ich schätze auch die Kirche, die Katholische inzwischen mehr, weil ich sie besuche und ihr angehören werde, aber auch die evangelische aus alter Treue. Ich respektiere Ihren Glauben, aber ich muss schreiben dürfen über meine Zweifel und wo ich stehe. Deswegen habe ich noch lange nicht gesagt, dass ich richtiger stehe als Sie. Ich stehe nur woanders, bzw. bewege mich woanders. Ich schreibe in einigen Websites mal rein und habe noch nie irgendwo großen Kummer ausgelöst außer bei Christen. Mit den Übrigen komme ich bestens klar. Mit der kath. Kirche auch, nun, das ist ein Staat, dessen Interessen ich (zum Teil) teile. Ihr dürft spirituell sein, ich bin es nicht und muss es nicht sein. Es passt auch nicht zu mir. Chacun à son gout. T. war eigentlich immer daran interessiert, wie man ist und nicht, wie man vorgibt, zu sein oder sich anpasst.
Wenn die pseudoamerikanischen Einlässe hier nicht aufhören, werde ich ohnehin nicht mehr hineinschauen. Es gibt Spam-Filter.
 
do
15.05.2006
08:13 Uhr
     
Warum, Sophie, muss denn alles, dem wir vertrauen, woran viele von uns glauben und zu glauben suchen, von Ihnen so komplett abgeschmettert werden? Ja, ein zäher Wille hilft sicherlich in vielen schweren Situationen - aber ob der allein genügt? Ich glaube und bin dankbar dafür, dass Gott uns in seiner Liebe gerade mit Liebe, Vertrauen und Willen ausgestattet hat.
Danke, TG, für die Bibelwege und die Anregungen, Gedanken, Freude, Energie, die wir daraus mitnehmen dürfen.
do
 
Sophie
14.05.2006
21:39 Uhr
     
Ja, darüber muss ich staunen: über mein Zurechtkommen durch eine Katastrophe hindurch. Das hat aber nicht mit Gott zu tun, sondern mit mir und einem zähen Willen. Wenn das mit Gott zu tun hätte, würde es bedeuten, dass Gott mich liebt. Das kann ich nicht annehmen, dass Gott mich mehr liebt als Andere, die nicht durch ihre Katastrophen hindurch kommen. Sorry.Das ist Genetik, ein zäher Wille von immer wieder vertriebenen Vorfahren, genauso zäh wie der der Juden. Erbe von wiederholtem Flüchtingsschicksal. Keine Verweichlichung möglich.Oder sonst was. Ja, oder Glauben, das wäre sogar denkbar. Also nicht sorry.  
Friednesverein
14.05.2006
21:33 Uhr
  Homepage  
Informationen zum Nahostkonflikt und zu Israel-Palästina sind auf den Internet Seiten des "Verein zur Förderung des Friedens in Israel und Palästina e.V." zu finden (Vorträge, Bücher, Artickel und Berichte, Landkarten, Filme,...) s. http://www.israel-palaestina.de  
Traugott Giesen
14.05.2006
17:34 Uhr
     
Bibelenergie, fortgeschireben


Wir wissen, daß der Mensch gerecht wird nicht aus den Taten des Gesetzes sondern aus dem Glauben.
Römerbrief 3,20:
Also nicht aus unsern Leistungen sondern aus dem Liebhaben Gottes sind wir Gott recht. Weil er zu uns hält, nicht weil wir uns ihm liebkind machen. - Aber wir müssen das glauben. Sonst geht es nicht. Wie ja die Kinder auch der Lehrerin glauben müssen, daß die sie lieb hat, auch wenn sie mal böse guckt. –Aber sie halten die Lehrerin ja nicht blind für gut. Sie wissen aus der Erfahrung. Und was hast du von Gott, mit Gott erfahren? Versteh doch dein nacktes Existieren schon als eine ungeheure Zuwendung und Bejahung. Und staune doch über dein Zurechtkommen durch Katastrophen hindurch.
Dafür ist Jesus mir jedenfalls ein Trainer in Vertrauen. Er wusste, daß ihn nichts aus Gottes Hand reißt, darum lebte er mutig, befreundet, großzügig. Er tat Gutes, nicht damit, sondern weil Gott und das Leben ihn liebt.

 
Traugott Giesen
14.05.2006
00:05 Uhr
     
bibelenergie

So halten wir dafür, daß der Mensch gerecht wird nicht aus den Werken des Gesetzes sondern aus dem Glauben.
Römerbrief 3,20:
Also nicht aus den Leistungen sondern aus dem Liebhaben Gottes werden wir Gott recht. Weil er uns für die Seinen hält, nicht weil wir uns ihm liebkind machen. - Aber wir müssen das glauben. Sonst geht es nicht. Wie ja die Kinder auch der Lehrerin glauben müssen, daß die sie liebhat, auch wenn sie mal böse guckt.
 
Sophie
12.05.2006
09:48 Uhr
     
Lieber U.Sun, nicht nur Energie-Dieb. Wenn Du die Adressen anschaust, weißt Du, dass sie Dir etwas verkaufen wollen, irgend etwas. Am Telefon auch. Ich schreie sie inzwischen an. Das führt dazu, dass sie mich tatsächlich nicht weiter behelligen. Wie die Politiker uns für unmündig halten, so auch die Wirtschaft. Sie meint, wir könnten nicht selbst herausfinden, was wir kaufen wollen und sie müssten es uns einreden.
Dass die ev.Kirche sich gegen einheitliche Schulkleidung ausspricht, kann ich nicht verstehen. Ich habe in der Schule so gelitten, weil meine Mutter nicht das Geld hatte, uns chic, heute würde man cool sagen, auszustatten. Dabei war ich nicht einmal ein Unterschichten-Kind. Die waren noch schlechter dran. Mein Sohn hat so gelitten, weil ich ihm keine Jacke von Chiemsee und keine Reeboks kaufen konnte. Wenn man nicht cool gekleidet ist, wird man in die Ecke gestellt. Die evangelische Kirche sollte diese Einstellung überdenken. Es wird ja keine Uniform. Es sind i.d.R. dunkelblaue Pullover oder Sweatshirts mit Schulabzeichen, darunter weiße Blusen, Hemden oder Polos sowie Röcke oder Hosen ohne Label sowie Lederschuhe, was die Snookermanie endlich dahin verlegen würde, wo sie hingehört: auf den Sportplatz. Das Gemeinsame führt zur Abwendung von Äußerlichkeiten. Der Charakter zählt dann mehr als die Kleidung, etwas doch an sich Christliches, über Gedankengut, also esprit, definieren statt über die Firma Esprit. Daher bitte ich die ev.Kirche, auch als Leidtragende der Kleidungshoheit, diese Haltung noch einmal zu überdenken.Mit freundlichen Grüßen
 
U.sun
11.05.2006
17:24 Uhr
     
Bin dankbar für die letzten Einträge. Vieles habe ich nicht gewusst. Es ist sehr sehr interressant
Lernen ist reine Freude, bringt geistlich...... ( :

Spam ist auf jeden Fall geistig arm. Sozusagen ein reiner Energie-Dieb. Vielleicht übe ich lieber Mitgefühl für ihn, während er vor der Tür sitzt. ( :
 
Sophie
11.05.2006
11:44 Uhr
     
Selig sind die geistlich arm sind - ich hatte immer Probleme mit diesem Satz. Einer, den ich ein wenig kritisiere wegen seiner Unfähigkeit, sich mit seiner Mutterkirche zu arrangieren, obwohl er einen Geist hat, der mehr mit Cusanus oder Erasmus verwandt ist als mit Luthers Poltergeist, hat mir dabei geholfen, wie bei so vielen Stellen in Bibel oder auch Märchen. Und an dieser Stelle, für den Fall, dass er hier liest, diesem einen ganz dicken Dank für die Erhellung, die er mir schon oft gebracht hat:

Eugen Drewermann! Zitat:
"Arm aus Geist sind für ihn (Matthäus) diejenigen, die in ihrer Gesinnung und Selbstwahrnehmung sich nicht länger verleugnen, sondern die in der Kraft Gottes zu dem stehen, was sie sind. Religionsgeschichtlich gab es zur Zeit Jesu die Bewegung der geistig Armen, der anije ruach, - wie sie bereits in den Psalmen mitunter erwähnt werden. Aber nicht auf sie als eine religiöse Organisation bezieht sich das erste Wort der Seligpreisungen; auf uns selber als Menschen richtet es sich, die wir von den Tagen Adams an uns unendlich schwertun, einfach so zu sein, wie wir sind. Deshalb lässt sich die erste Seligpreisung Jesu übersetzen mit den Worten: "Glücklich" - nicht: "die Armen in (aus) Geiste", sondern, "die ihre Armut von Gott her (an)erkennen."
Sehr gut finde ich das ausgelegt. Und genau diese Persönlichkeit findet man oft in Märchen. Egal welche Armut, der finanziell Arme kommt genauso vor wie der Dumme, der die Braut bekommt.
So sein wie ich bin, das beinhaltet aber dann auch alles, es beinhaltet, dass einer reich ist oder arrogant oder ungläubig, so aber nur, wenn er zu sich steht (Arroganz ist ja öfter auch Abwehrmechanismus). Es beinhaltet, dass einer, der weniger hat in allem (Geist oder Materie), ebenso zu sich steht und nicht über Neidreflexe zu leben. Und wenn einer zu sich steht, kann man mit ihm reden, ganz gleich, wie er ist. So verstehe ich auch T.'s Kommentar.
Aber p. hat auch nicht so unrecht. Die besten Armen habe ich unter Nicht-Christen kennen gelernt, allerdings nur, wenn sie mit genug Humanismus statt dessen geimpft waren. Und die besten Schlächter findet man in der Religion, heute vor allem in einer. Schöne Grüße.
 
Daniel
11.05.2006
08:20 Uhr
     
Alles Gute Euch allen aus Mainz! Gerne lese ich in Eurem Gästebuch und "tanke auf"...

Schade, dass mir bei meinem ersten eigenen Eintrag nun ausgerechnet etwas Technisches einfällt: Vielleicht findet sich ein Netz-Bastler, der die Notwendigkeit einer Symboleingabe (sog. Sicherheitsabfrage) bei Euch einfädeln kann, denn ich sehe (siehe die letzten beiden Einträge), dass auch Euer Gästebuch in Gefahr ist, von automatischen, computergesteuerten Einträgen überflutet zu werden (sog. Gästebuch-Spam). Das kommt dann oft schübeweise, wobei oft ein Text wie "Nice Site. Check out mine. Endloser Text" erscheint. Ich fände es schade, wenn die hier geführten Gespräche von solchem "URL-Gebrabbel" gestört würden.

So, das war 's! Schluss mit Technik :) Viele Grüße, Euer Daniel
 
molitor
11.05.2006
01:20 Uhr
     
Ich denke, Jesus spricht die geistlich Armen selig, nicht die geistig Armen. Geistlich meint: in Bezug auf Gott. Jesu Gegner waren doch die damaligen geistlichen Würden- und Weisheitsträger, die mit ihrem geistlichen Wissen in dem Sinne "reich" waren, dass sie "fertig" waren. Dass sie nicht mehr dazulernen wollten, sondern meinten, sie hätten von Gott alles begriffen. Gegenüber diesen geistlich Reichen sagt Jesus nur zu den geistlich "Armen" : Selig. In dem Sinne: Selig, wer für Gott noch offen und nicht mit ihm fertig ist.
Jesus war in diesem Sinne selber "arm", dass er als Mensch mit Gott nicht fertig war. Er hatte dabei durchaus klare Positionen, die er alles andere als hinter dem Berg hielt, so wie U.Sun es, finde ich, zurecht fordert. Bei allem geistigen Reichtum wußte er aber auch um seine Grenzen. Und darin hielt er sich für Gott offen.
Vielleicht kann man es so verstehen: Selig, wer für Gott offen bleibt, denn er wird Gott noch spüren.


Ein herzlicher Gruß
von H.-U. Müller
 
p.
11.05.2006
00:41 Uhr
     
Und verdammt seien die, die geistig und geistlich arm sind, vollkommen demütig Gottes Geschenk annehmen können, und gleichzeitig anderen nicht den Vortritt lassen können, sich schlecht beim Zurückstecken fühlen, die den Wechsel von GUT und BÖSE ständig leben müssen!  
U.Sun
10.05.2006
21:28 Uhr
     
Selig sind, die da geistlich arm sind.
Interressanterweise habe ich diese Veränderung des Sinnes auch schon oft wahrgenommen.

Also selig sind die, die da geistig arm sind.

Das würde doch bedeuten, wenn ich auch selig sein möchte, aber eigentlich nicht geistig arm bin, keine Chance habe. Dann bliebe mir ja nur, meine Geistigkeit zu verstecken und sie vielleicht in Bescheidenheit umzubenennen. Ich denke, das passiert oft in Situationen, wo Menschen sich hinter ihrer eigenen Stärke verstecken, nicht dazu stehen wollen (aus Angst vor Auseinandersetzung ? ) und auf diese Eingebung hinweisen.
"Macht Euch doch nicht so wichtig! Stellt Euch doch nicht so in den Vordergrund!" sagen sie dann.

Aber selbst bringen sie sich nicht ein, wo es oft so nötig ist. Schade! Ich weiss, dass Gott gemeint hat, jeder soll leuchten. Und zwar so wie er kann, Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wir brauchenuns nicht verstecken mit unserer Größe, um "brav" zu sein und folgsam und selig. Persönliche Grösse und Mut zu leben bedeutet für mich nicht Arroganz, sondern Sinnhaftigkeit und Hilfe für unsere Beziehungen.

"Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man`s salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten."

(Die Aufgaben der Jünger im Reiche Gottes Mt. 5, 13-16 )


... Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei übles über euch, so sie daran lügen... ( Die Seligpreisungen Mt. 5, 1-12 )

Auch das tun die Menschen selten, wenn wir uns geistig arm und zurückhaltend zeigen.
 
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