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JM
05.02.2016
04:14 Uhr
     
Orbart und Abendrot, Sie beide könnten Recht haben.

Wenn ich meine Bilder irgendwo verstecke bis ich diese Welt verlasse, habe ich gerade folgendes Bild vor Augen: Meine Kinder und meine Frau entdecken in ihrer Trauer über meinen Tod die "Kunstwerke". Und dann... Ja und dann würde ihre Traurigkeit verwandelt in eine wunderbare Freude. Zumindest für einige Zeit würde die Traurigkeit über meinen Tod der Freude weichen. Und das könnte sich wiederholen, solange meine Bilder der Nachwelt erhalten blieben. Obwohl meine Bilder nirgends aushängen, bringen sie der Nachwelt eine Freude.

Wenn ich das einmal von der Seite betrachte, wären selbst meine Bilder ein "Schatz" und somit sehr wertvoll. Ja, und ich würde mich spätestens im Himmel als Künstler fühlen. Auch wenn sie sich über meine "Kunstwerke" vor lachen schütteln würden, selbst nach den Tod Menschen zum lachen zu bringen ist für mich gerade ein wunderbarer Gedanke.

Werde ernsthaft darüber nachdenken. Danke für den Hinweis!!
 
Orbart
04.02.2016
20:56 Uhr
     
Pardon,das fragliche Bild heißt natürlich :"Sympathische Kommunistin"  
Orbart
04.02.2016
20:50 Uhr
     
Abendrot,ich habe den Kippenberger-Frosch immer als Symbol für die vom Menschen gequälte, geschundene und ausgebeutete Kreatur interpretiert.
Der Frosch erinnerte mich auch an die Praxis im Medizinstudium,wonach Frösche bei lebendigem Leibe seziert wurden(ich weiß nicht zu sagen,ob dies heute noch so ist...)
Martin Kippenberger war ja schon an Provokationen interessiert,unvergessen seine überlebensgroße "Lächelnde Sozialistin"die er in Zeiten des Kalten Krieges malte.Ganz sicher gegen den Zeitgeist.
Was würde er heute malen?Vielleicht eine "Lächelnde Pegida-Demonstrantin"?
Er hätte sich das bestimmt getraut.
Solche Leute fehlen.

Freut mich JM,daß Sie mit meinem Beitrag etwas anfangen konnten.Ich stimme Abendrot zu,man sollte seine Arbeiten nicht in den Müll werfen.
Es kann doch nur darum gehen,seine eigenen Potetiale zu entdecken und zu entfalten,der Spur der eigenen Stärken und Kompetenzen zu folgen.
Und den Vergleich mit anderen zu unterlassen.Das ist eigentlich der einizige Fehler,den man machen kann.
Es gilt zu lernen,das zu mögen,was man selber kann und zu geben hat.
Das ist schwer genug.
 
Abendrot
04.02.2016
20:22 Uhr
     
Orbart, aufgrund Ihres Einwurfs habe ich zum ersten Mal wirklich über Kippenbergers Frosch nachgedacht. Er wäre ja anders, wenn er den Froschkönig meinte. Er holt ihnen die goldene Kugel aus dem Brunnen, und sie erkennen ihn nicht und werfen ihn an die Wand (kreuzigen ihn), und da steht er auf als der wahre König.
Es fällt mir immer schwer, Kunst gleich einen Raum zu geben, wenn sie mich zuerst anekelt.

JM, ich würde die Bilder nicht wegwerfen. Es ist gut, wenn man malt. Ein Maler, zu dem meine kunstbeflissene Mutter mich schickte, als ich ca. zehn Jahre war, konstatierte, ich hätte kein Talent, und ich habe nie wieder gemalt, aber alle meine Kinder können das auf unterschiedliche Weise gut. Es ist doch wichtiger, dass man malt als wie man malt.

Liebe Kathrin, vielen Dank für die Vertiefung und das kleine zarte Gedicht und sonst ;-)
 
JM
04.02.2016
18:44 Uhr
     
Orbart, Sie haben mich gerade aufgebaut. Als ich Ihren Beitrag über die Kunst gelesen habe habe ich mich richtig gefreut.

Bisher habe ich mich immer im künstlerischen Bereich für vollkommen unbegabt gehalten. So wurde es mir in meiner Schulzeit vom Lehrpersonal, von meinen Kindern und auch meiner Frau immer wieder vorgehalten. Und Sie, Orbart, geben mir die Hoffnung, dass ich immer noch entdeckt werden könnte.
Wobei, in 30 Jahren wäre ich knapp 100 Jahre. Ich glaube eher dass mein Lehrer und meine Familie Recht haben. Also erkenne ich neidlos an, dass es wunderbare Künstler gibt, aber ich werde weiterhin nur ein Bewunderer dieser Meister sein. Damit kann ich aber leben.

Oder sollten meine Bilder doch etwas mit Kunst zu tun gehabt haben - zumindest für mich? Nein, meine Kunstwerke sind dort gelandet wo sie hingehören - in den Müll.
Die Werke der Künstler sind ebenfalls dort, wo sie hingehören - in Museen, Kirchen und sonstigen Ausstellungsräumen.

Für mich gilt also auch in Zukunft das Sprichwort: "Schuster, bleib bei deinen Leisten."

Ihr Beitrag hat mich trotzdem träumen lassen!
 
Kathrin
04.02.2016
13:19 Uhr
     
Ich freue mich über Ihr Echo, Abendrot, und habe vorgestern bei Dohnanyis Gesicht tatsächlich sehr an Ihren Seufzer-Satz denken müssen (Sie verglichen Alec Guinness' Gesicht mit weniger großartigen Visagen...)
Dohnanyis Gesichtszüge sind unbeschreiblich. Und wie er lächelt und lacht und wie er beim Zuhören sehr nahe gehender Passagen sein Gesicht hinter seinen schönen Fingern verbarg...
Den Abend vergesse ich nie. Seufzen ist das richtige Wort...
Ich lese sehr gern Ihr Gespräch mit JM. Ich lerne viel von Ihnen. Ich bestaune sowieso seit Jahren Ihre Klugheit und Ihren Scharfsinn und daneben die zarte Seite. Auch wenn ich es nicht immer so richtig zeigen konnte ;-)
Zu dem Geliebten-Thema weiß ich auch ein schönes Ulla-Hahn-Gedicht:

Zurechtgerückt

Ganz leise hast
du dich angezogen
Ganz leise noch einmal
Zärtlich gelogen
Ganz leise die
Türe zugedrückt
Ganz leise dein
Herz zurechtgerückt
 
Orbart
04.02.2016
12:44 Uhr
     
Es bleibt natürlich jedermann selbst überlassen,sich von einzelnen Künstlern oder Kunstwerken provoziert, beleidigt
oder gekränkt zu fühlen.
Ganz abgesehen davon gelingt ja auch nicht Werk,das liegt in der Natur der Sache.
Man sollte aber dabei nicht übersehen,das die Kunst das Versuchslabor,das Experimentierfeld unserer Gesellschaft ist.Sie testet Grenzen aus,überschreitet sie zuweilen und fördert dabei Neues,Interessantes,nie Geahntes ans Tageslicht.
Was dabei einer kritischen Prüfung stand hält, erweist oft erst die Zeit.

So reagierte die Zeitgenossen Edward Munch teilweise mit Gelächter auf dessen Bilder,zu neu waren sie formal und inhaltlich.
Und den Impressionisten warf man vor,sie füllten eine Pistole mit Farbe,um sie dann auf die Leinwand abzufeuern.
Uns Heutigen erscheint dies absurd angesichts der Meisterwerke von Manet bis Renoir.
Wir verdanken dies einem Prozess des "Verdauens",der sich automatisch an den Provokationen abarbeitet.

Ob dies mit den Werken der jüngeren Moderne auch so passieren wird, bliebt abzuwarten.

Als Kultur können für mich auch Erscheinungsformen gelten,die ich als ekelhaft und abstoßend empfinde.
Sie sind deshalb nicht automatisch Unkultur.
Ich mag sie einfach nicht.Das muß reichen.

Vielleicht mag ich sie ihn 30 Jahren............
 
Abendrot
04.02.2016
10:20 Uhr
     
Wahre Worte des Geistes:
"Sieben Jahrhunderte lang lieferte der Islam der Menschheit Wissen und Weisheit", sagte Mourou. "Wo sind das Wissen und die Weisheit der Muslime heute geblieben?"
http://www.welt.de/politik/ausland/article151815846/Die-islamische -Welt-lebt-in-voelliger-Suende.html
 
Abendrot
04.02.2016
10:03 Uhr
     
Gefunden:
Ulla Hahn
Winterlied
Als ich heute von dir ging
fiel der erste Schnee
und es machte sich mein Kopf
einen Reim auf Weh.
Denn es war die Kälte nicht
die die Tränen mir
in die Augen trieb es war
vielmehr Ungereimtes.
Ach da warst du schon zu weit
als ich nach dir rief
und dich fragte wer die Nacht
in deinen Reimen schlief.
aus: Ulla Hahn,
Herz über Kopf.
Gedichte
, München 1981.
 
Abendrot
04.02.2016
09:57 Uhr
     
Liebe Kathrin! Etwas mehr davon? Mir fällt nur eine Zeile ein von meinem Lieblingsgedicht von Ulla Hahn:
"fällt der erste Schnee", dann ein Reim vermutlich mit Weh. Es geht um einen Geliebten, der im Schnee davon geht, wunderschön.

Es sei mir hoffentlich gestattet, nochmal auf JM einzugehen, denn das Thema arbeitete nachts weiter:
Christliches Abendland tut sich zwangsläufig schwer mit Homosexualität. Dazu gehören auch Passagen aus dem Römerbrief.
In Wirklichkeit ist das hier gebaut auf griechischen (kein Christentum), römischen (nur teilweise), westgotischen, jüdischen und christlichen Säulen. Und in Andalusien auch auf maurischen Säulen. Die jüdischen wurden permanent bekämpft, die Pogrome sind fast unzählbar, der Holocaust führte dann zusätzlich zu starken britischen und amerikanischen Einflüssen, und unter Napoleon vorher gab es französische und polnische, in der EU wiederum starke französische und nach der Erweiterung wieder polnische. Das ist also sehr komplex, und man kann das Kultur nennen. Davon ist Christentum nur ein Teil. Und diese Kultur muss herausgearbeitet und erhalten werden. Homosexualität ist keine Unkultur, sondern eine Variante in dieser gemischten Kultur. Unkultur ist eher, wenn Madonna sich Madonna nennt und als Blasphemie sich an einem Kreuz befestigen lässt. Oder wenn Jugendliche Komasaufen als Sport betreiben oder sich in Klebeband einwickeln.
Auch ein Künstler namens Kippenberger, der Jesus als Frosch gekreuzigt darstellt, ist für mich Unkultur, während Leonardo, Michelangelo, Raffael u.a. Reinkultur sind. Was niemand weiß, ist z.B., ob Michelangelo schwul war. Schließlich war er nicht verheiratet. Und dann sieht man an dieser Gestalt, was das wäre: Egal. Der Geist ist nicht egal.
Klaus von Dohnani, Ulla Hahn: Kultur. Aber Ole ist auch ein kultivierter Mann.
 
Kathrin
04.02.2016
08:56 Uhr
     
Danke für zwei Stunden im Literaturhaus mit Klaus von Dohnanyi. Ein Abend über die Briefe seines Vaters aus dem Militärgefängnis.
›Mir hat Gott keinen Panzer ums Herz gegeben‹
Seine Frau, die Lyrikerin Ulla Hahn saß genau vor mir.
Dohnanyis feinnerviges, sensibles Gesicht zieht mir alle Stecker. Kaum zu glauben, dass er 87 ist.
 
JM
03.02.2016
18:12 Uhr
     
Ja, werde versuchen, mich an Ihren Zeilen zu orientieren. Zumindest, was Sie von Jesus schreiben.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeilen und dafür, dass Sie sich Zeit genommen haben. Wäre schön, wenn ich mich so an unsere Geistlichen wenden könnte, egal, ob wir die gleiche Meinung vertreten oder nicht.
Manches mal ist es einfach wichtig, nur einen Zuhörer zu haben. Hat mir (Lebens)Mut gegeben!! DANKE.

Bemerkung zum Schluß: Das mit der Volksschule (so hieß das noch bei uns) stimmt wirklich. Habe ich bis jetzt - ganz ehrlich - auch nicht bereut. Ganz nach dem Motto: Der beste Lehrmeister ist das Leben.
 
Abendrot
03.02.2016
17:58 Uhr
     
Nein, ich finde nicht, dass Sie übertreten sollten. Sie müssen nur wie Jesus denken: Es ist etwas schon lange, aber es macht vielleicht keinen Sinn. So fing Jesus an, Kranke am Sabbat zu heilen, weil es sinn- und herzlos war, sie liegen zu lassen. Und er hielt den Männern, die eine Ehebrecherin steinigen wollten, einen Spiegel vor.
Sie können unabhängig von Bestehendem in Kirche und Politik denken und müssen Kompromisse akzeptieren.
Ich bin in Rothenburg o.d. Tauber zu einer Eucharistiefeier gegangen, weil ich Lust dazu hatte. Keiner kannte mich. Und was sollten sie dagegen tun? Die Intention war ja positiv. Es waren genug Oblaten da, nehme ich an. Es ist keiner tot umgefallen, wie es möglich wäre, wenn ich rase.
Ich war bei Tilman Riemenschneider und einer Eucharistiefeier. Na und? Meine Vorfahren waren katholisch, jedenfalls vor 1517. Wir fallen nicht aus dem Himmel.
Und das mit der Volksschule ist schnuppe. Ich weiß nicht mal, ob ich das glauben soll.
 
Menke
03.02.2016
17:32 Uhr
E-Mail    
St. Blausius!
Letzte Sonntag, war das Fest des heiligen Blasius, wo in Kirchen sein Segen abgeholt werden konnte.
Heute Morgen, war ich tief im Wald auf einer verschneiden Hochheide und stand vor einem Bildstock, wo der Oben genannte sich in einer Statue mir zu Erkennen gab.
Auch in kindheitstagen, gingen wir jährlich am Festag von St. Blasius dorthin, um Hals und Rachen freizuhalten.
Ein paar Blummen rechts und links in vorhandenen Waasen reingesteckt mit 2 Grablichtern verschönt, so steht der Heilige einsam und allein, auf 700 Meter Höhe, im tief verschneiden Wald.
Als ich heute den Bildstock verließ, blieb ich noch einmal des Weges stehen und pötzlich trat aus den Wolken die Sonne hervor.
Nebelschwaden kamen mir entgegengeflogen und umgaben Natur und mich,
Als dann meine Blicke in die Sauerländer Berge vielen und die Höhenzüge in der Ferne, ihr weises Kleid mich betrachten ließen, viel die Vorhergegangene Anspanng nach einem wichtigen Termin und verschmolz in der Unwichtigkeit.
Dann auch ein selbst erdachtes Lied in meiner Freude, auf dem Heimweg mehrmals zum besten gab.
 
JM
03.02.2016
17:15 Uhr
     
Abendrot, ich meine schon zu verstehen, was Sie mir sagen wollen. Und doch bleibe ich fragend zurück.
Eventuell hilft es, wenn ich nur zwei Beispiele mit den entsprechenden Randnummern aus dem Katechismus der katholischen Kirche (KKK) anfüge:

Seite 596 Randnummer 2357 bis 2359 sowie die Seiten 577 – 579 mit den Randnummern 2270 – 2275. Den Text füge ich nicht an, wäre zu lang. Lässt sich aber googeln.

Die Aussagen sind für mich unmissverständlich und – zumindest für die kath. Kirche - haben sie bis heute Bestand. Und damit beginnt mein Problem. Was hat denn jetzt Gültigkeit? Jesu Worte, die kath. oder evangelische Kirche, der KKK, die Propheten, die Briefe des NT?

Für mich wirklich eine undurchsichtige und verworrene Situation. Muss ich also evangelisch werden, mich einer Freikirche anschließen, zum Islam wechseln oder gar nicht mehr glauben? Aber, wer oder was gibt mir dann Halt? Ja, weshalb sollte ich mich denn überhaupt an Gesetz und Ordnung halten, wenn alles so wechselhaft und austauschbar ist?
Nun muss ich sagen, dass ich nur die Volksschule besucht habe. Sollte gar darin das Problem liegen, weil ich es einfach nicht verstehe???

Abendrot, ich hoffe, dass ich nicht lästig werde.
 
Abendrot
03.02.2016
15:12 Uhr
     
@ JM
Drei Politiker, die sich geoutet haben: Einen mag ich, den zweiten finde ich lustig, den dritten finde ich furchtbar.
Drei Lehrer meiner Kinder, die ich mit drei anderen vergleiche: In jeder Gruppe eine anerkannte Pfeife, zwei jeweils brillant.
Drei Kinderärzte, einer schwul, alle überaus gut, ich glaube, sonst steigt man aus dem Fachgebiet frühzeitig aus.
Verstehen Sie?
Aber der wesentliche Punkt ist, dass Missbrauch von Jungen so totgeschwiegen wurde, dass es schlimmer gar nicht geht. Wenn einer verstecken musste, dass er schwul war, war es doch leichter mit einem Abhängigen, den man unter Drohungen zum Schweigen verdonnerte. Ist angeblich in muslimischen Ländern auch so. Arme Jungs, oder.
Nein, das ist etwas Natürliches; und es bedroht keinen, wenn es akzeptiert ist, im Gegenteil.

Scheidungen, das ist manchmal schade, weil überstürzt: Ich kenne zwei Paare, die durch ein Tief mussten, und danach kamen sie besser klar als vorher.

Bei Scheidungen würde doch Kirche, wenn sie gefragt wird, erst auf Geduld und Therapie setzen, aber sie wird nicht oft gefragt.
Bei Schwulen muss die Kirche mitziehen. Es betrifft ja nur die, die dort heiraten wollen oder zusammen zum Abendmahl. So viele sind das nicht.
Der Mann in unserer Bekanntschaft, der am meisten wusste und am anregendsten war, ist leider an AIDS gestorben.
 
Abendrot
03.02.2016
10:21 Uhr
     
Jakobus, das Feld, in dem Luther am schärfsten kritisiert wird, will ich hier nicht nennen, sondern nur andeuten, dass es damals dem Zeitgeist entsprach und viel Leid erzeugt hat. Übrig bleibt dennoch eine mutige, sehr differenzierte Persönlichkeit. Liebe Grüße

JM: Gib dem Zeitgeist (Kaiser), was seins ist. Tatsächlich sollte Kirche nicht zu fluide sein, sie wird sonst irrelevant für Menschen, die Halt in ihr suchen. Ich mochte Benedikts Auffassung letztlich, weil Benedikt eine unverrückbare Säule war/ist. Er wurde nach seiner Regensburger Rede, in der er ein Zitat aus alten Zeiten brachte, das letztlich Gewalt thematisierte, auf den Straßen Asiens als Strohpuppe verbrannt, und das krönt ihn. Relativismus führt nirgendwo hin.
Zu Homosexualität habe ich eine andere Einstellung. Es gab sie schon in der Antike, sie lässt sich nicht wegschieben, und sie sollte keine Last sein. Ich habe mich daran gewöhnt, auch durch Kontakte zu Leuten, die ihre Arbeit auch nicht anders machen als Heterosexuelle.
Vielleicht müssen Sie sie unter dem Oberbegriff "Einer trage des anderen Last" betrachten, wenn sie Ihnen lästig ist. Aber für die Schwulen sollte das keine Last sein. Die meisten, die ich traf, sind sonnige Menschen.
 
JM
03.02.2016
06:49 Uhr
     
Was geht in den Christen vor, wenn sie bemerken, dass beide Konfessionen ihre Meinungen zu Aussagen der Hl. Schrift in immer kürzeren Abständen ändern bzw. anpassen? Wem sollen sie vertrauen, wem sich anschließen? Liegt darin gar eines der ganz großen Probleme unserer Tage?
Der Mensch braucht Verlässlichkeit, muss Vertrauen können und ein Ziel haben. Und genau daran stoße ich mich immer wieder und bekomme keine zufriedenstellenden Antworten auf meine Fragen.
Ja, selbst die Hauptamtlichen können oder wollen mir nicht richtig antworten. Wobei es vollkommen egal ist, ob es sich hier um Katholische oder Evangelische Christen handelt. Mir als katholischer Christ wird alles immer nebulöser. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass niemand mehr so richtig die Führung hat – egal ob im christlichen, familiären oder politischen Bereich.
Einige Aussagen der Bibel möchte ich einmal anführen um zu zeigen, was ich damit meine:

Bibel = Der Mensch wurde von Gott als Mann und Frau erschaffen. Mensch = Das Geschlecht ist frei wählbar – Gender Mainstream lässt grüßen. Eine Ideologie, die den meisten Menschen völlig unverständlich und nichtssagend ist.

Bibel = Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen. Mensch = Scheidungen sind an der Tagesordnung.

Bibel = Du sollst nicht töten. Mensch = Täglich finden tausende von Abtreibungen statt.

Bibel = Homosexualität ist Sünde, Unzucht. Mensch = Alles ist erlaubt, mittlerweile sogar mit dem Segen der Kirche.

Bibel = Du sollst keine anderen Götter neben dir haben. Mensch = egal ob im Sport, der Musikbranche, im Arbeitsleben oder der Politik – überall haben wir uns Götter aufgebaut und himmeln diese an.

Unzählige Beispiele gäbe es noch zu benennen. Stimmen nun die Aussagen der Bibel oder die des Menschen?
Mich würde es freuen, einmal die Meinung von TG zu hören.
Oder sind die Aussagen des Menschen zu den Aussagen der Bibel ALTERNATIVLOS ?

Mich belastet das sehr und ich fühle mich mit meinen Fragen von den christlichen Kirchen nicht ernst genommen.
 
jakobus
02.02.2016
20:51 Uhr
     
Ja, Abendrot, bei aller möglichen Kritik an Luther, er war und ist schon sehr, sehr bedeutend. Ich freue mich auf viele Veranstaltungen zum Lutherjahr. (Unvergessen die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum in der Marktkirche Hannover!) Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn es Luther nicht gäbe, müsste man ihn erfinden: Mit seiner Klugheit, seiner Sprachgewalt, seinem Realitätssinn, seiner Autorität, seinem Mut, seiner Widerborstigkeit und, und, und. Und natürlich seinem Glauben.
Grüße von jakobus
 
Abendrot
02.02.2016
14:47 Uhr
     
Das C und das D kann man bald ersetzen, wenn weiter Politik am Bürger und Stammwähler wie auch an etlichen schon länger Zugewanderten oder Kinder von Immigranten vorbei gemacht wird. Ich werde das dann lieber
Chuzpe-Diktatorische Union nennen.
Aber vielleicht auch noch ein Wort zu Luther, der ja in einigen Punkten auch sehr umstritten ist: Eins konnte Luther auch: Den Mund aufmachen gegen seinen Zeitgeist, der auch daraus bestand, vorzugaukeln, man wäre paradiesisch, wenn man den Petersdom mitfinanzierte und ansonsten in der Vorhölle. Gebaut ist das Protestantische wie das Christliche insgesamt nicht auf Anpassung. So ist doch mancher Konsens heute wegen Finanzen nichts weiter als eine Art Degeneration. Beide Gestalten waren wuchtig, Jesus wie Luther.
Beide werden oft genug instrumentalisiert und dann einseitig betrachtet. Beide waren komplex und daher auch beide wohl sprachlich brillant, bei Luther bewiesenermaßen.
 
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