Gästebuch


Seiten:  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 
:: lebensmut.de ::
Autor Nachricht
K.
10.11.2001
17:06 Uhr
E-Mail    
1) Warum werden Bündnisfähigkeit und -treue immer mit der Bereitschaft zum militärischen Einsatz gleichgesetzt? Ist Bündnisfähigkeit ein Mitziehen um jeden Preis, unkritisch, ohne eigene Ideen, was noch nicht oder nicht genug versucht worden ist ? Und immer wieder taucht das Argument auf "wenn wir so weiterleben wollen wie bisher ..." - was heißt denn das ? Wenn es bedeutet, daß unsere Lebensweise, die auf Kosten anderer geht, verteiligt werden soll, dann möchte ich ein Nachdenken und eine Diskussion darüber, wie eine Lebensweise entwickelt werden kann, die nicht von anderen teuerst bezahlt werden muß.
2) Wird überhaupt nicht mehr in Frage gestellt, ob der Zweck denn wirklich die Mittel heiligt?
Ich meine, er tut es nicht. Es kann also nicht richtig sein, im Kampf gegen den Terrorismus (hört sich so an wie "Die Guten kämpfen gegen das Böse in der Welt") viel mehr als diejenigen, denen der Kampf gilt, so viele unschuldige Menschen zu treffen, die ohnehin schon zu den Ärmsten der Armen, den Ausgebeuteten und den zwischen den Mächten Zerriebenen gehören.
3)Ich wage zu behaupten, daß Krieg aus christlicher Sicht nicht sein soll. Krieg ist das Scheitern der Menschlichkeit. Das gilt nicht nur für den, der den ersten Schlag tun, sondern auch für jeden, der zum Gegenschlag ausholt.
 
Gerhard Wolfinger
09.11.2001
20:12 Uhr
E-Mail    
Die Frage nach einer wirksamen Alternative
zu den Militäreinsätzen zur Vernichtung des
internationalen Terrorismus konnte mir bisher
noch keiner beantworten. Es fehlt wohl nicht an
Ratschlägen, was man nicht tun sollte, aber damit
kann man dieses Problem doch nicht lösen.
Auch Präses Kock macht da einen ziemlich ratlosen
Eindruck. Gibt es eine Lösung?
 
K.
02.11.2001
21:58 Uhr
E-Mail    
"Ehrfurcht vor dem Leben" und "Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will ..." - welche Schätze an Gedanken / Erkenntnis hat uns Albert Schweitzer hinterlassen als einer, dem in seinem Leben, Suchen, Ringen wesentliches klar geworden zu sein scheint: Der Atem Gottes - von Gott gewolltes, geschaffenes, be-geistertes Leben, Wahrhaftigkeit Jesu (über alle Historizität hinaus), Wirken Christi; und der Geist, der weht, wo er will ... .
Schwer auszuhalten, daß wir (und selbst so ein kluger wie Rudolf Augstein ) mit unserem kleinen Menschendenken so schnell an unsere Grenzen stoßen ? Dabei geht's doch um Lebenswesentliches, mehr denn je: wie können, dürfen, müssen wir leben in einer Welt mangelnder Ehrfurcht vor dem Leben, in einer Zeit der Anthrax-Panik, der Schwarz-Weiß-Philosophie eines Krieges gegen den Terror ... .
Es gibt so hehre Formeln und Dekaden wie : "Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung", "Gemeinschaft von Männern und Frauen", "Überwindung von Gewalt"; aber was und wie sind die lebbar, mit Leben erfüllbar ? Was kann ich bewegen und was bewegt mich ?
 
T G
29.10.2001
21:35 Uhr
E-Mail    
Lieber G.W.
Wieviel Biographen schreiben Bücher über Menschen, die sie nicht persönlich gekannt haben. Die aber intuitiv wissen und viel gesammelt haben. Die Evangelisten sind ja Prediger - fußend auf ihrem Glauben und dem ihrer Gemeinde, und sie verarbeiten historischen Stoff - z.B. läßt sich eine "Logien-quelle" rekonstruieren, mit Urworten und Szenen des Jesus. Aber alle Verfasser biblischer Schriften sind vom Herrn "Angefaßte", sind Enthusiasmierte,"In Gott eingetauchte", Inspirierte, Beatmetete - wenn da einer mit dem Mikroskop und Gummihandschuhen rangeht wie etwa Augstein das tat, dann kann er nichts begreifen. Anders Albert Schweitzers Riesenwerk: das Leben Jesu. Das endet: Nach allem Forschen und Suchen: Er kommt auf dich zu, wie am See damals und sagt zu dir: Folge mir nach - Und wieder ist es an dir zu entscheiden, wer du bist.... So ähnlich- Grüße TG
 
Gerhard Wolfinger
27.10.2001
17:13 Uhr
E-Mail    
Lieber Herr Gießen,
herzlichen Dank für Ihre Mut machenden Zeilen.
Meine Adresse ist: Gerhard Wolfinger, Jahnstr. 67, 72663 Grossbettlingen.
Woher wissen Sie übrigens, daß ich an Christus glaube, wo ich doch Zweifel an dem historischen Jesus haben muß, da ihn die Evangelisten doch
wohl gar nicht persönlich gekannt haben und daher auch nicht wissen konnten, was er gesagt und gedacht hatte.
Mein Glaube an Gott wird davon allerdings nicht berührt.
Gerhard Wolfinger
P.S.: Ich würde Ihnen gerne eine CD schicken, wenn ich Ihre Adresse hätte.
 
t g
23.10.2001
20:35 Uhr
E-Mail    
Lieber G.W. Sie wissen, dass Christus in Ihnen eine wunderbare Leuchtkraft ist. Sie wissen doch: Gott liebt mich und braucht mich. Das ist Christ Atem in Ihnen, sein heiliger Geist. Weil sie an Christus glauben, ist er Ihnen auferstanden. Lassen Sie sich doch nicht von Augstein und anderen verwirren. Christus hat historisch als Jesus gelebt, so eine Gottesgewissheit wie er sie hatte, hatte vor ihm keiner, und alle nach ihm haben es ihm nach gewußt. Geben Sie mir Ihre Adresse - ich habe ein Buch für Sie, Grüße TG  
Gerhard Wolfinger
21.10.2001
13:11 Uhr
E-Mail    
Soeben habe ich das Buch "JESUS Menschensohn" von
Rudolf Augstein gelesen und ich muss zugeben, dass
ich doch etwas erstaunt darüber bin, dass z.B.
Paul Tillich gesagt hat: Wenn er (Jesus) es nicht
war, dann war es eben ein anderer.
Ich frage mich nun, ob Jesus tatsächlich gelebt
hat (gelitten, gestorben und auferstanden ist),
oder ob das alles nur Visionen (oder Wunschdenken)
der vier Evangelisten war, deren Indentität offen-
sichtlich völlig unklar ist.
Da ich Rudolf Augstein abnehmen muss, dass er,
zumindest histologisch, sorgfältig recherchiert
hat, ihm aber gleichzeitig auf Grund seiner
Geisteshaltung misstraue, habe ich eine grosse
Bitte: Kann mir jemand erklären, wie man an einen
Christus bzw. Jesus glauben kann, der möglicherweise gar nicht existiert hatte?
Bitte helfen Sie mir.
Vielen Dank!
Gerhard Wolfinger
 
Rolf Burghard
21.10.2001
12:41 Uhr
E-Mail    
Vielen Dank für Ihre prompte Reaktion!
Wie lange habe ich diese Attitüde nicht mehr gehört? Gott liebt dich und brauch dich! Schön das zu hören und noch viel schöner zu Ihnen sagen zu können: "schön dass du da bist"!
Viele Grüße aus Hamburg und auch weiterhin alles Gute wünschen Carola, Michaela, Holger, Renate und Rolf
 
g t
17.10.2001
20:56 Uhr
E-Mail    
Lieber Rolf B ; Ja, ich erinnere mich dunkel. Und finde es erhebend, daß zu meinem25. jubiläum in Keitum und zu meinen 35. Dienstjahre ein alter Konfirmand gewissermaßen gratuliert. Doch, "Gott liebt Dich und braucht Dich"- das soll auf Deiner Lenbensflagge stehen.Mach es gut. Bleibt behütet Dein alter Pastor TG  
Burghard Rolf
17.10.2001
15:21 Uhr
E-Mail    
Sehr geehrter Herr Gießen,
das was ich hier zu schreiben gedenke, ist wohl ein wenig fehl am Platze, obwohl es in anderer Hinsicht auch wieder mit dem Forum zu tun hat. Ich könnte es in einer E-Mail direkt an sie richten, doch bin ich davon überzeugt, dass es vielen hier im Forum genauso geht wie mir!
Es ist nun 4 Jahre her seit dem ich die schönste aller Inseln verlassen mußte um mein Glück in der Ferne zu suchen. Mit zwölf war ich einer der Aufrührer in ihrem Konfirmandenunterricht doch die Zeit rennt und der Mensch verändert sich Inwischen bin ich (zum Glück) reifer, sehe die Dinge anders und natürlich auch kritischer. Ich vermisse es an einem Sonntagmorgen an ihrem Gottesdienst teilzunehmen. Seit meinem letzten Besuch in der St. Severin war ich nicht mehr in der Kirche und halte meine Christlichkeit getreu dem Motto: Gott der Herr ist in dir und um dich herum, nicht in prunkvollen Gebäuden aus Holz und Stein!
Auch wenn es im Konfirmandenunterricht nie den Anschein gemacht hat, ob nun wegen mangelnder Reife oder reinem Desinteresse, ich hatte meinen Spaß und er hat mich geprägt.
Ob es nun Zufall ist, oder ob sie einen Menschen nach dem Mitverfolgen seiner Jugend wirklich so gut kennen, mein Konfirmationsspruch ist inzwischen mein Leitspruch und bewahrheitet sich immer wieder aufs Neue. Er lautet:
...der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln...und ob ich schon wander im finsteren Tal so fürcht ich kein Unglück denn du bist bei mir...
Zwar ist es "nur" ein Auszug aus Psalm 23 und doch bedeutet er mir sehr viel.
Er gibt mir Halt und leitet mich!
Und wenn ich heute mal in schlechter Stimmung bin, dann lese ich die aktuelle Predigt oder eine Ihrer Kolumnen aus der Welt. Das und die Gewißheit, dass es Menschen wie sie gibt, gibt mir immer wieder neuen Lebensmut!
mfg
Rolf Burghard
 
Bettina Hammer
15.10.2001
22:48 Uhr
E-Mail    
Hier einige Bruchstücke eines Interviews vom 14.10. mit Bischof Huber (Berlin). Das komplette Interview ist zu finden unter "Wort für den Tag" - Predigten und Ansprachen zur Terrorkatastrophe in den USA.
Zitatanfang:
"Untätigkeit konnte nicht die Antwort auf diese Terroranschläge sein.
Paulus sagt: 'Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.'
Dieser Satz steht in der Bibel unmittelbar vor dem Kapitel, in dem derselbe Paulus von der Aufgabe staatlicher Autorität spricht, dem Bösen zu wehren, auch mit den Mitteln der Strafe und des Zwangs. Also gibt es eine Grenze, in der einfaches Nichtstun ein Gewährenlassen des Bösen wäre.
Es gibt ein notwendiges Gewaltmonopol des Staates um des Schutzes von Recht und Frieden willen. In diesem Bereich bewegen wir uns im Augenblick. Es gibt Situationen, in denen der Gewalt mit Mitteln der Gewalt entgegengetreten werden muss. Die Vorstellung jedoch, dass das Ende des Terrorismus mit Gewaltmitteln allein herbeigeführt werden könnte, diese Vorstellung ist irrig.
Es gibt keinen gerechten Krieg. Es gibt, wenn es gut geht, einen gerechten Frieden. Der Frieden wurde verletzt. Darauf muss es eine Reaktion geben. Diese Reaktion schließt den Gewalteinsatz als äußerstes Mittel nicht aus.
Ich halte die Diskussion über die Herstellung weltweiter sozialer Gerechtigkeit für dringend notwendig. Aber ich halte es gleichzeitig für völlig verkehrt, dieses wichtige Thema dadurch ins Zwielicht zu rücken, dass man es mit solchen Terroranschlägen verknüpft. Der Hinweis auf ein existierendes Problem rechtfertigt nicht Maßnahmen, die in sich vollständig illegitim sind." Zitatende.
 
Dagmar Müller-Funk
14.10.2001
15:54 Uhr
E-Mail    
Apfelbäume pflanzen ... Lieber Pfarrer Giesen, Sie haben mich kennengelernt, hochschwanger und unwillig ein Opfer zu sein, am 9. September 2001 gemeinsam mit unserem "großen" Sohn Martin (4). Unser Urlaub ging am Samstag nach den Anschlägen in den USA zu Ende. Ich schreibe Ihnen diese eMail, um Ihnen mitzuteilen, dass eine Woche nach dieser unvorstellbaren Verwüstung, in Frankfurt unsere kleine Tochter Hannah gesund und munter zur Welt kam. Da ist soviel Hoffnung im Leben, wenn man nicht mehr paralysiert auf den Fernsehschirm starrt, sondern so ein nagelneues, ganz zerbrechliches Leben im Arm hält! Ja sicher, die Welt scheint unsicherer geworden, seit jenem unseeligen 11. September 2001. Seien wir ehrlich - sicher war das Leben nie. Die Qualität der Unsicherheit ist jetzt eine andere. Und ich wünsche mir und unseren Kindern, dass die Verantwortlichen auf allen Seiten, einen Sinn dafür entwickeln mögen, wer damit angefangen hat, "das Feuer zu legen." Wie vermessen muss man eigentlich  
K.
14.10.2001
00:48 Uhr
E-Mail    
Lebensmut- das Wort kann man so unterschiedlich hören, lesen, verstehen: laut, plakativ, moralisierend, heroisierend, (an-)klagend, erweckungsbewegt, romantisierend, auf der Selbsterkennungswelle schwimmend ... oder auch schlicht gesprochen mit einem tiefen Erfahrungshintergrund, der weiß, wie wenig selbstverständlich es ist, immer Mut zum Leben zu haben.
Aber Leute, wir kommunizieren hier auf einem Forum mit Traugott! Also: L E B E N S M U T
mit und trotz allem ! Das hat auch was mit Freude zu tun, mit prallem Leben, der Liebe zum Leben, mit der Fähigkeit, sich nicht immer allzu wichtig zu nehmen und der Bereitschaft, das Leben aus vollem Herzen und nicht nur aus einem überfüllten Kopf heraus zu leben.
 
p k
12.10.2001
22:26 Uhr
E-Mail    
Meine französische Freundin meinte, Lebensmut sei das dazugehörige Substantiv zu lebensmüde; interessant, nicht wahr, und nachdenkenswert, wie nah sich Wörter sein können, die doch scheinbar Gegenteiliges meinen. Aber: wer Mut kennt, kennt auch die Angst, und Lebensmut weist schon darauf hin, dass es nicht selbstverständlich ist ... eben nicht alles easy. Und Lebensmut wirkt gegen klein sein und den Himmel aus dem Blick verlieren, Lebensmut ist auch eine gute Zutat für magenfreundlichen Tee und kinderliebende Menschen.  
Klaus Merhof
12.10.2001
17:32 Uhr
E-Mail    
Lebensmut - was heißt das eigentlich? Das Wort, aufmunternd einander zugesprochen, hat (sorry!) ein bißchen was von dem (überflüssigen) Charme eines Presslufthammers. Eine zeitlang war in Hamburger S-Bahnen ein Spruch plakatiert, der da sinngemäß lautete: "Du kannst deinem Leben nicht mehr Tage geben - wohl aber deinen Tagen mehr Leben." Das zu begreifen ist doch ganz leicht - oder nicht?! Denn man muss ja nicht leben (Benn) -aber man darf. Was scheren mich die Globalisierungsprobleme von Heinz Zahrnt? Gold und Geld und Gott - na ja, aber meine Tochter hat Bauchweh: Da koch ich ihr doch möglichst schnell einen magenfreundlichen Tee.
Der Ort der Freiheit liegt hinter der eigenen Stirn. Für Abenteuer-Reisen zB ist das Besteigen eines Düsen-Jets absolut nicht erforderlich - die Weltliteratur bietet ein frei zugängliches Paradies an Lust und Erfahrungen. Ein Philosophiestudium lässt sich beginnen, indem man für wenige Groschen die größten (und trotz ihrer großen Namen unbekanntesten) Klassiker auf dem Flohmarkt ersteht. Oder lies doch mal Luther live. Oder Nietzsche. Oder Adolf Holl. Was hindert dich? Die Bibliotheken und Bücherhallen haben bekannte Öffnungszeiten, und die Musik- und Kunsthallen sind frei zugänglich. Du könntest dir auch eine Flöte kaufen oder eine Mundharmonika. Man muss es nur tun - man muss es nur wollen. Man kann auch jemandem Suppe bringen - oder im Kindergarten helfen, Laternen zu basteln. Oder Müll-sammeln im Stadtpark. Oder Laub-verstopfte Gullis säubern (Pfützen-stechen! - das macht Laune). Abertausend Möglichkeiten ... Nur mal so - mit Lust auf Leben.
 
p. k.
11.10.2001
23:14 Uhr
E-Mail    
Hallo Traugott, lieber Bruder,
wie schön - dein Inseljubiläum, die lebensmutige Korrespondenz und natürlich, daß du bist, wie du bist (mein kleiner Sohn hätte gesagt"du bist viel schöner als du aussiehst ... ").
Ob Gott sich entthronen läßt von Geld und Gier und Herrschaftsgelüsten. Ob das Gott klein macht? U n s entthront es, uns Gottesgeschöpfe, es verfinstert die Lichtgedanken, als die wir gemeint sind. Uns macht es klein, so klein, das der Himmel noch weiter weg erscheint. Wenn nur Gott uns nicht aus den Augen verliert ... .
 
Traugott Giesen
11.10.2001
19:18 Uhr
E-Mail    
Lieber Delf Schmidt - Dank für die Mahnung - schon recht, ist doch Echo. Keine Klage. Hätte nur mehr Gespräch untereinander angestoßen. Ja, es lesen viel mehr Menschen mit als sie schreiben. Hat jeder ja sein Recht, von sich was abzugeben, wie er es meint. Nur: Die wissen auch, haben auch ein Recht, wahrgenommen zu werden. Z. B. Ihre Anfrage, ob Gott sich entthronen läßt von Geld und Gier und unsern Herrschaftsgelüsten. Ob das Gott klein macht? Ich will mal stillhalten, bis, sagen wir 6,8 Mitmenschen das Ihre dazu geschrieben haben. Herzlich TG  
delf schmidt
11.10.2001
14:16 Uhr
E-Mail    
Lieber Pastor,
wenn ich die Kolumne zu 25 Jahre treuem Dienst lese und jetzt den Eintrag Nr. 73, dann kommt mir der Mann, der mir immer Lebensmut versprüht hat, der mich aufgerichtet hat aus dem Nichtssein und Orientierung für Weitermachen gegeben hat, verdammt ( tschuldigung) pessimistisch und resigniert vor. Ich weiß und habe dies auch hier kürzlich bei einem Pastor gehört, daß Ihr einen sehr aufreibenden Beruf habt - immer alles geben und nichts ( ? ) zurückgekommen ? Ich hoffe, daß auch ich wie viele andere ab und zu weitermach-treibstoff-Worte gesandt habe, jedenfalls waren sie so gemeint. Du bekommtst doch viel Dank und das ist doch der Lohn -oder ? Sicher könnte es mehr sein aber der der Betreiber des Lebens tut doch seins hinzu ! Was möchte ich wünschen : verbrenn bloß nicht - denn Lebensmut.de ist mehr als eine weitere Page im Heer des massenhaften Netz-Schrotts - hier sollten alle Halt und Zukunft finden, wenn sie denn nur suchen würden . und schon wieder will ich was , aber Du bietest es ja auch an : habe gerade
 
Traugott Giesen
10.10.2001
20:22 Uhr
E-Mail    
Lieber Klaus M. Dein Mutmachbrief tut gut. Geht zu Herzen. Aber dafür muß man wirklich ein Jubiläum haben, dass man so was gesagt bekommt. Ansonsten muss es reichen, nicht zuviel Gegenwind, Dunst, Hohn, Niedermache zu kassieren. Es ist schon so, man kann doch froh sein, wenn der Bogen wieder voll ist. Und es spannend bleibt für einen selbst, ob sich was Mitteilenswertes einstellt. Aber noch eins - Die Webmasterin dieser Page ist doch ein Ass - einfach for fun bereitet sie die Sachen so auf. Bleib behütet TG  
Klaus Merhof
10.10.2001
17:24 Uhr
E-Mail    

Mensch, Traugott - da habe ich doch glatt Dein 25jähriges Sylt-Jubiläum fast verpennt! Aber angesichts eines Vierteljahrhunderts sind ein paar Tage Verspätung vielleicht nicht so schlimm, in diesen verrückten Zeiten.
Leider habe ich Dich bisher nie "live" erlebt (von diversen guten Stunden in Nordelbischen Synoden abgesehen) - Keitum ist soweit weg von Hamburg.
Aber über Jahre in der MOPO und jetzt in der WELT bist Du ja auch an der Elbe präsent - und guten Schreib-Stoff nennt man ja wohl Literatur!?
Du schreibst nicht über Interessantes an sich, sondern Du schreibst von mir. Und das kann nicht jeder. Das kann kaum einer. Das kann nur der, der Worte so zu wählen weiß, dass sie selber zünden.
Interesse heißt: "Zwischen-Sein" - und "zwischen" mir und der Welt-Wirklichkeit liegt Vieles ("Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel" 482/4). Das Entscheidende bei Dir ist, dass Du meinen Kern triffst. Denn das "nur" Inter-essante ist eigentlich völlig uninteressant. Es reicht für den Stammtisch, für das Betriebsfest, für das öffentliche Palaver. Es reicht nur für das blöde "Dazwischensein".
Für Kinder zum Beispiel reicht es also nicht: Sie haben ein Recht auf Liebe, auf Zeit, auf Zuwendung, auf Zumutung, auf Lebensmut. Sie haben ein Recht auf Verantwortung. Ein Recht auf das konkrete, direkte Leben, auf das Spielen. Ein Recht, zu sein. Das schmerzliche "Dazwischen-sein" erfahren sie (leider) noch früh genug.
In diesem Sinne bist Du, Inselpastor, nicht interessant - aber eben auch nicht langweilig (manche Gegensätze in unserer Sprache sind völlig idiotisch). Du bist ein Zauberer - und Du produzierst Kernbrennstoff. Danke für Dich. Und bleib auch Du behütet.
 
Seiten:  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 
61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 
91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 
121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 
151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 
181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 
211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 
241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 
271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 
301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 
331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 





Nach oben - © 2003-2018 by Traugott Giesen - Sylt
Impressum - Haftungsausschluss