Entwicklungsdienst mahnt soziale Standards in der Reisebranche an Zur diesjährigen Internationalen Tourismusmesse in Berlin hat der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) die Umsetzung sozialer und ökologischer Standards in der gesamten Reisebranche angemahnt. "Umweltschutz und Arbeitsrechte dürfen nicht allein dem freiwilligen Engagement einzelner Unternehmen überlassen werden", erklärte Heinz Fuchs von der Arbeitsstelle "Tourism Watch" im EED am Dienstag in Bonn. Die Selbstverpflichtung zu unternehmerischer Verantwortung dürfe nicht bloße Werbebotschaft sein, sondern müsse im Leitbild und auf der Führungsebene verankert sein.
So begrüßenswert es sei, dass immer mehr Reiseunternehmen freiwillige Maßnahmen zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards umsetzten, so notwendig sei eine Debatte über die Qualität dieser Maßnahmen, hieß es. "Ob im boomenden Kreuzfahrttourismus oder bei den Trägern der Gipfeltouren am Kilimandscharo - die sozialen und ökologischen Herausforderungen lassen sich nicht kosmetisch bewältigen", erklärte Fuchs. Unternehmen dürften gesetzlichen Mindeststandards nicht nur hinterherlaufen, sondern müssten sie aktiv nach vorne treiben.
Als positives Beispiel für unternehmerische Verantwortung in der Reisebranche nannte Tourism Watch den Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus. Beteiligte Unternehmen schulten Mitarbeiter im In- und Ausland und sensibilisierten ihre Kunden gegen das verbreitete Wegschauen. "Hier geht das unternehmerische Engagement über gesetzliche Anforderungen hinaus", erklärte Fuchs.
Bonn/Berlin (epd).
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