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Traugott Giesen Kolumne 10.04.1999 aus Hamburger Morgenpost

Du hast mehr Freiheit als Schicksal.

Wie in einem Film Täter und Opfer aufeinander stoßen – das läuft alles wie am Schnürchen. Auch in unserm wirklichen Leben scheint ein Regisseur am Werk. Rekapituliert man sein Leben – sieht es so aus, als hätte alles so sein müssen. Wie man zu diesem Beruf kam und diese Liebe fand und diese Krankheit bekam und dieses Medikament endlich anschlug, das riecht nach Fügung, Fügung mit Spielraum.
„Tut Buße, damit die Zeit der Erquickung komme“, heißt es in der Bibel, genauer in der Apostelgeschichte 3. Ich finde daran schön die Verbindung von Buße, Reue, schmerzlicher Notwenigkeit mit Erquickung, Glück, ja Lust. Also: Etwas wieder gutmachen beschafft Freude – und das ist ja wahr: Ist man erst mal über den Berg des Geständnisses rüber, dann ist das höllisch schlechte Gewissen abgetan, die Selbstachtung bekommt wieder Flügel.
Das Bibelwort ist noch aus anderm Grund eine Offenbarung: Wir können unser Schicksal mitbestimmen. Was auf uns zukommt, liegt wesentlich mit daran, was von uns ausgeht. Steige ich aus bei dem krummen Ding, komme ich davon. Suche ich, so finde ich. Lasse ich mit Promille den Wagen stehen, komme ich heil nach Hause.
Warum fuhr der Angetrunkene zwei Menschen tot? Und warum gerade sie? Absurd, einen Schicksalsmacher zu denken, der auf genau die Zwei zielt mittels des törichten Fahrers. Aber es sind die Kräfte der Schöpfung, die auch Leben zerreißen, es ist Gottes Alkohol, sein Benzin, seine Zeit, in der sich unsere Wege kreuzen, es ist sein Mensch, der Totschläger und seine Menschen, die Opfer. Gott ist arg verwickelt in unsere Schicksale.
Aber nicht, daß unser Leben abspult ein im Voraus entworfenes Programm. Gott macht, daß sich die Dinge selber machen. Wind und Wetter werden im Zusammenspiel von Schwerkraft, Sonne, Verdunstung und bestimmten Gegenden. Auch wir wurden gezeugt mittels der Körperfähigkeit der Eltern und ihrer Lust, sich zu lieben. – Und doch danke ich nicht meinen Eltern für meine Entstehung, sondern bin Gott, dem Leben dankbar, hier sein zu dürfen auf dieser Erde. Wir dürfen uns für hier notwendig halten.
Bei allen uns verfügten Genen und angediehenen Erziehungen haben wir doch Spielraum, das Schicksal mitzubestimmen.
Was ist, ist gegeben. Aber was wir daraus machen, ist unsere Sache. Und was uns ein Mensch, eine Sache bedeutet, das entscheiden wir. Erschütternd, wenn wir Leben verfuschen und Katastrophen brauen. Vieles ist Schicksal, aber wir können noch was machen, können umkehren, Buße tun, können „halt, stop“ sagen, so nicht weiter. Woran wir uns mühen und freuen, das macht uns. Wir sind noch im Werden. Entscheide heute richtig.
 


 



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