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Traugott Giesen Kolumne 02.10.1999 aus Hamburger Morgenpost

Erntedank – da war doch was

Uns allen gemeinsam ist der Kalender. Allen persönlichen Eintragungen voraus stehen für alle die gleichen Vorgaben, die Alltage, Sonntage, die Festtage und so auch Erntedankfest. Das steht da wie ein Denkmal. Ich finde es gut, dass wir alle geschubst werden: Ja denk mal: Erntedankfest. Da war doch was.
Haben Sie schon einen festlich geschmückten Erntedank-Altar mit eigenen Augen gesehen? So mit Kürbis und Kartoffeln, mit Kisten voll Obst, dicken Kohlköpfen; Brot und Trauben und Blumen die Fülle auf und um den Altar. – Wissen sie was ein Altar ist, sagte doch vor kurzem einer: Wenn sie da auf ihrer Kanzlei stehen – er meinte die Kanzel – so kann es auch gehen. Also Altar: Laut Lexikon noch die „erhöhte Opferstätte, die als Ort der Nähe Gottes gilt“. Zum Gedächtnis, früher waren die Menschen gegeisselt von Götzenvorstellungen: Tyrannische Götter wollten ihre Menschenopfer, später Tieropfer. Erst Jesus brachte den Glauben an den mütterlich-väterlichen liebenden Gott. Der lässt Leid nicht zu, der will nicht mit Opfern besänftigt werden. Der leidet ja den Kummer seiner Kreatur mit und verausgabt sich in unserm Lieben und Teilen. Darum ist uns der Altar keine Opferstätte mehr sondern Tisch für die versammelte Gemeinde, Gott mitten unter ihnen. Und Gott soll sich freuen am geschmückten Altar, sich freuen durch unsere Augen hindurch. Ausserdem sollen die Gaben dann an Bedürftige verteilt werden.
Also, dass wäre ein „event“, wie man heute so sagt: Den schön geschmückten Altar deiner Kirchengemeinde anschauen, mal wieder „Lobe den Herrn“ mitsingen, eine Lustmachpredigt zum Thema „Dank“ hören und so richtig Gott danken für dein Glück, dein Können, deine hinreichende Gesundheit, dein Lieben, deine Familie, deinen Hund, was weiss ich, deine Bewahrung im Verkehr.
Dass du kaum weisst, wer Gott ist, macht gar nichts – erst mal stärkt dich schon, dir vor Augen zu führen, wieviel Gnade, Schutz, glückliche Umstände bei dir sind. Und es stärkt, dass dies alles dir zugefallen ist, genau dir hingewürfelt wurde von einem gütigen Geschick. – Jedenfalls nicht deiner Cleverness, deiner Fahrkunst, deinem Kalkulieren verdankst du Erfolg – sondern gerade diese Begabungen sind doch Gaben, dir zugeschoben von irgendwo, irgendwem, jedenfalls nicht von dir. Du bist nicht der Macher deines Glücks sondern kannst dir’s bestenfalls gefallenlassen. Und kannst die Gaben nutzen. Und auch eine Priese Güte darum abzweigen für Unglücksraben.
Wenn du nach der Adresse für Dank (und Klage) fragst, hast du’s schon weit gebracht im Kopf. Und ein weiterer Schritt zum Glück ist dir vergönnt: Weil du sowas wie Gott ahnst, wirst du bescheiden. Ein Hauch Grazie (auf Latein: Gnade/Dank) ist bei dir.
 


 



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