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:: lebensmut.de ::
Autor Nachricht
Julius
02.03.2024
22:16 Uhr
     
Es gibt ein neues, interessantes Projekt, das inhaltlich dazu passt, was Sie schreiben, Orbart. Fragen der heutigen Zeit werden aus Sicht von Christentum und europäischer Denktradition beleuchtet. Die schwimmen gegen den Zeitgeist. https://europa-aeterna.org  
Orbart
01.03.2024
19:49 Uhr
     
Richard von Weizsäcker sagte einst :
" Kirche soll nicht Politik machen, aber Politik möglich machen."
Was waren das für selige Zeiten, als das Staatsoberhaupt nicht spalten, sondern alle gesellschaftlichen Strömungen an einen Tisch bringen wollte.
Als sich der Bundespräsident überparteilich verstand.

Und Ulf Poschardt, Chef der " Welt" - Gruppe, bemängelte, daß ein Gottesdienst kaum noch von einem Grünen- Parteitag zu unterscheiden sei.
Wenn ich das Wort " bunt " höre, wird mir schon schlecht. "Bunt" bedeutet in der Kunst einen Mangel an farblichem Zusammenhang, eine bloße Geschmacksverirrung.

Sich dem Zeitgeist an den Hals zu werfen ist ein ganz schlechte Idee.
 
SB
01.03.2024
15:48 Uhr
     
Zukunft der Kirche in kurzen Worten.
Ja, ich wünsche mir sehr, besonders in diesen schwierigen Zeiten, dass Kirche weiterhin eine Zukunft hat.
Allerdings muss Kirche sich öffnen und auch besonders für junge Menschen flexibel, bunt und zugänglich sein.
Ich glaube in unserer Gemeinde funktioniert das schon sehr gut.
 
Kallisto
29.02.2024
19:59 Uhr
     
Ja.

Ich spreche mit einer jungen Frau aus der Ukraine. "Ich werde die Russen immer hassen, mein Leben lang", sagt sie.

"Nein, das wirst du eher nicht", sage ich und erzähle ihr von der alten deutsch-französischen Feindschaft, drei Kriegen und danach drei Präsidenten-Kanzler-Paaren. General de Gaulle und Adenauer, Valéry Giscard d'Estaing und Hemlut Schmidt, Mitterand und Helmut Kohl, Schüleraustausch, Kennenlernen, Verzeihen, dann Freundschaft. Von etwas, das sich bewegt, ändert.

Sie bekommt ein trotziges, maskenartiges Gesicht. "Ich aber werde die Russen immer hassen", sagt sie. Sie hat Leitungswasser und muss nicht zum Brunnen laufen, um Wasser zu holen, aber die Samariterin war bedeutend intelligenter. Vor allem hörte sie gut zu.
 
Julius
28.02.2024
20:51 Uhr
     
Das lebendige Wasser ist ein Thema in der Bibel. Möchten Sie das Thema weiter ausführen, Kallisto, da Sie es zur Sprache bringen?  
Kallisto
28.02.2024
18:01 Uhr
     
Der nächste Wasserträger. Das ist nicht im geringsten schwer. Do, die ich zu gern einmal kennenlernen würde (mit meinem Hund, versteht sich), wird sicher nicht wegen Ihrer Zuordnungsprobleme ihr Kürzel ändern.
Der andere Wasserträger ist aber schweigsam.
 
Julius
28.02.2024
04:49 Uhr
     
Könnten wir uns auf die Regel einigen, dass Namen bis drei Buchstaben Traugott vorbehalten bleiben? Ansonsten fällt es schwer, Beiträge zuzuordnen.  
SB
27.02.2024
19:47 Uhr
     
Liebe do,
sehr fein haben Sie auf den Eintrag von ds geantwortet.
Ich finde kleine Freuden haben in diesen schwierigen Zeiten Platz auf einer kirchlichen Seite.

@ds
ich bin nun schon sehr gespannt auf Ihren Beitrag zum Thema "Zukunft der Kirche ".
Nun mal los.....
 
do
27.02.2024
17:23 Uhr
     
Danke, DS, für Ihren freundlichen Eintrag zu meinem Eintrag!
Dass kleine "Alltagsfreuden" wie die Erinnerung an ein warmes Biikefeuer und die Freude auf den Geschmack am Biike Traditionsgericht Grünkohl einfach der schmerzenden Seele in diesen angstvollen Zeiten gut tun, darf hier nicht ermutigt stehen?
Schade!
Mit einem Lächeln :-) do
 
ds
27.02.2024
17:08 Uhr
     
Traugott ruft hier wiederholt die "Sache mit Gott" auf...fällt uns nicht mehr ein als Grünkohl und Taurus?
zB die Zukunft der Kirche...braucht es noch Kirche oder kann man ohne sie glauben?
Nur mal so... LG Delf
 
Kallisto
26.02.2024
18:06 Uhr
     
"Die Menschen haben Angst vor Krieg"
Ja, hatte ich kürzlich sehr. Wir haben wieder einen richtigen Kanzler. Nein zu Taurus, ich bin erleichtert. Die Angst ist nicht weg, aber schwächer. Das könnte eine Entscheidung von Helmut Schmidt sein.
Für die, die sich keine Gedanken darüber gemacht haben: Taurus kann Moskau treffen. Auch St. Petersburg.
Ich werde dem Kanzler wohl meine Stimme dafür geben, wenn gewählt wird. Dank muss sein.
 
tg
25.02.2024
09:33 Uhr
     
Sonntag- eine der ältesten sozialen Errungenschaften: Dass nach sechs Tagen Arbeit, Mensch und Vieh ruhen dürfen und sollen. Und wir sind dazu aufgerufen, unsere Seele neu zu laden mit Wesensbestimmung und Zuversicht.
Im Hin und Her des Alltags sind wir meist ausgelastet mit Nötigem und Nützlichen. Und dann, erschöpft, lassen wir Unterhaltsames, Unnützes uns durch den Kopf fließen bis wir einschlafen um dann wieder ans Werk zu gehen.
Aber den siebten Tag dürfen wir zur Rekreation nehmen: Uns wahrzuzunehmen als Gemeinte, als Gesehene und Erkannte, als Gewollte, Geliebte und Gebrauchte.
Sonntags soll unsere Seele erweckt und gestärkt werden , soll ruhig werden und das Hiersein und Ichsein wieder liebgewinnen: Ich lass mich erinnern dass ich vom Universalen Ich geliebt, gewollt, gebraucht bin. Nehmen wir den Sonntag für Zärtlichkeit und Nachdenken, dass uns eine Unterströmung von Bedeutsamkeit trägt.
 
tg
22.02.2024
19:47 Uhr
     
"Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten." Davon soll hier nie die Rede gewesen sein?
"Angst essen Seele auf"-Die Seele aufzubauen war, ist der Sinn von "lebensmut.de". Wenn das Ich im Schmerz ist, bitte, lasst uns Erwartung und Erfahrung stärken mit Zuversicht. Lasst uns in der Fülle von Sachen unsere Innenwelt pflegen. Dazu hilft mir Augustins Wort: "Die Seele ernährt sich von dem, an dem sie sich freut." -Dies bedenken lässt uns Informationsschrott von uns fernhalten. Das wäre schon mal ein Anfang, in den Defiziten des Lebens zu bestehen.
 
Kallisto
22.02.2024
19:26 Uhr
     
Grünkohl. Köstliche Speise.

Um darauf zurückzukommen: Die Gestalt die er im Arm hält, ist noch jung, veilleicht 13 -14 Jahre alt, keine Mammae, und hält selbst den linken Arm ausgestreckt. Vor ihrem Arm befindet sich ein molliges, vielleicht ein bis zwei Jahre altes Kind, so mollig, wie er es auch in späteren Darstellungen von Madonna und Kind zeigte. Auf der Schulter dieses Kindes liegt Gottes Zeigefinger und über seinem Kopf befindet sich eine heiligenscheinförmige Falte im Tuch.
Er wäre nicht Michelangelo, wenn er es uns hätte einfach machen wollen.
 
do
21.02.2024
18:29 Uhr
     
Danke, lieber TG, für die lebensermutigenden Worte!
Augustinus beruhigte meine Seele, die seit dem Tod von Alexeij Navalny und all den anderen Grausamkeiten der letzten Jahre so sehr schmerzt ...
Heute Abend aber freue ich mich an der Erinnerung ans Sylter Biikefeuer (das traditionell eben entzündet wurde) und auf den Grünkohl, der mir auch in der Ferne schmeckt und sowohl dem Gaumen als auch der Seele wohl tut.
Und fröhliche Flammen erleuchten den dunklen Himmel ...
 
tg
20.02.2024
16:21 Uhr
     
"Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten." Davon soll hier nie die Rede gewesen sein?
"Angst essen Seele auf"-Die Seele aufzubauen war, ist der Sinn von "lebensmut.de". Wenn das Ich im Schmerz ist, bitte, lasst uns Erwartung und Erfahrung stärken mit Zuversicht. Lasst uns in der Fülle von Sachen unsere Innenwelt pflegen. Dazu hilft mir Augustins Wort: "Die Seele ernährt sich von dem, an dem sie sich freut." -Dies bedenken lässt uns Informationsschrott von uns fernhalten. Das wäre schon mal ein Anfang, in den Defiziten des Lebens zu bestehen.
 
Kallisto
19.02.2024
18:19 Uhr
     
Na ja, Orbart, das war ja ich. Aber wenn ich das nicht geschrieben hätte, wären auch nicht mehr über die von Ihnen genannten Probleme am Schreiben, weil das hier nie so war.
Im Prinzip ist das doch hier nicht politisch und nie gewesen. Dafür gibt es doch ganz andere Anlaufstellen.

Das mit Maria als Vorschau ist sehr wichtig, nicht etwa in einem kunsthistorischen Zusammenhang, sondern in einem theologischen. Maria, die Stellvertreterin der Sophia - die Lösung bereits präsent, weil Gott alles vorhersieht. Gott als alles überragende Weisheit, so stellt er ihn dar.
 
Orbart
19.02.2024
10:17 Uhr
     
Vor einiger Zeit wurde hier die Frage gestellt,
warum zwar viele Menschen diese Seite besuchen, aber nur so wenige sich aufraffen können, hier mitzuschreiben und sich zu beteiligen.

Vielleicht liefert die Debatte, die hier seit sechs Tagen geführt wird, eine Erklärung :
Kunsthistorische Interpretationen brennen den Menschen in diesem Land zur Zeit nicht auf den Nägeln. Selten war diese Gesellschaft so gespalten, selten herrschte soviel Unfrieden, selten waren Politiker so inkompentet, selten war den Medien sowenig zu trauen.

Die Menschen haben Angst vor Krieg, vor Verarmung, vor Arbeitslosigkeit, vor sozialer Isolation und Ächtung, weil sie nicht so reden, wie sie reden sollten.
Stattdessen wird hier über Detailfragen im Werk eines Renaissancekünstlers gerätselt.

Natürlich ist das vollkommen legitim.

Aber dann darf man sich auch nicht über mangelnde Teilnahme beschweren.
 
Kallisto
19.02.2024
09:53 Uhr
     
Circa acht Jahre später malt Titian für die Basilica di Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig die Himmelfahrt der Maria. Es stellt eine sehr schöne Frau dar mit einem hingebungsvollen, unschuldigen Gesicht mit roten, allerdings dunkelroten Haaren und weit zu einem Kelch geöffneten Armen.
Ich fürchte, das Einzige, das Michelangelo über sein Werk sagte, war, dass er keine Lust dazu habe, kein Maler sei, sondern ein Bildhauer und sich lieber weiter mit dem Grabmal des Papstes beschäftigen wolle, und dass er Schmerzen habe.
Sein berühmtestes Werk ist eher die Pietà. Maria hält den (toten) Körper ihres Sohnes im Arm und sieht genauso aus wie die Figur in Gottes Arm, sehr junges mädchenhaftes ebenmäßiges Gesicht, hier aber erfüllt von stiller Trauer. Die Pietà, die sich im Petersdom befindet, entstand acht bis zehn Jahre vor dem Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle.
 
Kallisto
19.02.2024
09:04 Uhr
     
Ja, Julius, das ist die Interpretation von TG, dieselbe. Ich biete nur eine andere an. Kunst lebt von unterschiedlichen Interpretationen und nicht nur Kunst, sondern alle Wissenschaften im Sinne von Falsifizierbarkeit.
Die Gestalt guckt nicht argwöhnisch, sondern neugierig. Sie ist noch nicht da, denn Eva kommt erst als nächstes. Ganz gleich, wie man es dreht und wendet, die Künstler haben dargestellt, was in den Testamenten stand und i.d.R. nichts daran verdreht.
Ob Michelangelo etwas dazu schriftlich hinterlassen hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ist die Gestalt viel zu schön und viel zu unschuldig, um Eva zu sein. Allenfalls könnte sie Maria darstellen, die Vorschau. Gott schafft die Sünde und hat die Erlösung davon bereits im Arm. Das wäre genial.
Übrigens ist das schon die dritte Interpretation hier.
 
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