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:: lebensmut.de ::
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Bärbel H.
11.08.2004
14:49 Uhr
     
Wo sind die vermissten Schafe geblieben?

Sicher lässt sich jeder neuen Erfindung Positives und Negatives abgewinnen. Dem Internet auch. Es gibt zahllose christliche Chaträume, in die sich jeder einklicken kann. In diesen Räumen ist vieles möglich. Da können sich Mädchen aus Teterow über den Flötenunterricht bei Frau Halbrock austauschen und die ganze Welt liest es mit.
Die Rostocker in diesen Räumen beklagen sich über die Gemeindearbeit vor Ort. Immer weniger Qualität wird in der Arbeit der Kirchgemeinde spürbar, so sagen sie. Urk. aus Schwerin kam vor wenigen Jahren mit seiner Frau und den beiden Kleinen aus Bayern in die mecklenburgische Landeshauptstadt. Er chattet mit mir, während er in einer Schulung des Arbeitsamtes in Wismar sitzt und lernen sollte. Seine Firma ist längst pleite. Wenn er das Schweriner Kirchenleben mit dem seiner bayerischen Heimatstadt vergleicht, ist es gleich Null. Für seine Familie, so schreibt er, hat er keine Angebote gefunden, die seine Neugier hätten wecken können.
Während meiner zwei Wochen in einem dieser Chaträume habe ich viele Mecklenburger getroffen. Man kann sie auch im sogenannten P-Fenster anklicken. Da ist zum Beispiel Ma. aus Neubrandenburg. Sie geht längst nicht mehr sonntags in die Johanniskirche: "Es ist alles so seicht geworden" meint sie. Manchmal geht sie noch in die Kirchenkonzerte um die Kirchenmauern zu spüren und sie in sich aufzunehmen. An Gott glaubt sie immer noch ...
U. aus Malchin glaubt an seinen Gott. Im Malchiner Gotteshaus war der 24-Jährige noch nie. Er möchte endlich gern in einem diakonischen Beruf mit Behinderten arbeiten. Um Diakonie kennen zu lernen, war er gerade für einige Wochen in Schleswig-Holstein unterwegs. Dass es wenige Kilometer von seinem Wohnort entfernt eine Einrichtung für Behinderte in Ivenack und das Katharinenstift in der Reuterstadt Stavenhagen gibt, hat er nie zuvor gehört.
Mein Finger drückt auf die Maus. Der Chatraum wird dunkel. Ich überlege, ob ich diesen Chatgemeinden mehr Positives oder Negatives zuschreiben sollte. Immer mehr Menschen leben in ihrer Freizeit nur noch in virtuellen Welten. Manche legen sich eine neue virtuelle Identität zu.
Hier im Internet schreiben und lesen sie miteinander. Sehr selten treffen sie sich in Schwerin und Neubrandenburg zu Chattertreffen. Von Angesicht zu Angesicht haben sie sich meist nicht viel zu sagen. Berührungspunkte mit den Kirchengemeinden vor Ort gibt es nicht.
Noch immer starre ich auf die schwarze Mattscheibe meines PC. In meiner Fantasie sehe ich leere Kirchenbänke des Sonntags im Gottesdienst und sich sehe die oft langen Namenlisten der gerade anwesenden Chatter im christlichen Chatraum.
Meine Fragen: Warum sind die Chatter nicht zu bewegen, wieder in ihre Gemeinden aufzubrechen? Warum kommt es fast allen dieser Chatter so vor, als ob niemand in ihren Kirchgemeinden vor Ort sie vermisst? Wo sind die Hirten, die sich auf den Weg zu vermissten Schafen machen?
Christian Döring

Das fand sich in der letzten Ausgabe der Kirchenzeitung M-V.
Als Anregung.
Schönen Gruß!
Bärbel H.
 
Maria Baumgartner
11.08.2004
08:59 Uhr
E-Mail    
Ich nehm den Ball gerne auf. Mir fällt zu dem ungelösten Rätsel des menschlichen Leids immer die Bibelstelle ein, wo es heißt, dass Gott jeden von uns in seine Hand geschrieben hat, und kein Spatz fällt vom Dach, wenn er es nicht will, und kein Haar auf unserem Haupt wird gekrümmt ohne seinen Willen. Das bedeutet doch Geborgenheit in allem. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man mit Leid leichter fertig wird, wenn man es nicht frenetisch weghaben will, sondern es versucht bewusst zu betrachten und sich überlegt, warum Gott gerade das für mich ausgesucht hat. Manchmal, ganz selten habe ich dann eine kleine Erkenntnis. So gehen wir ganz langsam, in sehr kleinen Schritten immer näher auf Gott zu. Ich glaube, das ist es, was er mit uns vorhat. Je größer das Leid, desto besser lernen wir unsere eigene Natur verstehen, und desto mehr können wir Gott lieben.  
MM
10.08.2004
02:16 Uhr
     
Gedankenaustausch, Diskussion und Disput - sehr gut, ist ja bestimmt der Zweck dieses schönen Forums Doch mit spitzen Bemerkungen bringen wir bloß den Wurm rein - oder geht die Luft raus. Also, seien wir lieb miteinander. Liebe steht hier für Annahme, Respekt – und nicht zuletzt Lebensmut.

Wieder eine starke Predigt, danke TG! „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht annehmen?“ Annahme gehört zur Kategorie Liebe! Nehm doch einer den Ball auf, wird bestimmt interessant.
 
Elena
07.08.2004
14:19 Uhr
     
Dr. Lehmann ein Sektierer? Das ist wohl wahr. Aus Liebe zur Seele des Menschen.
Weitere anerkannte Menschen, die zu ihrer Zeit Sektierer waren aus Liebe zum Menschen:
Sokrates. Wurde zum Suizid "überredet".
Jesus. Petrus. Paulus. Bonhoeffer!!! ?(gemessen an seiner Zeit). Wurden, wie wir wissen, ermordet.
Luther. War bekanntlich mit einem Kurfürsten befreundet, der ihm das Leben rettete.
 
Traugott Giesen
07.08.2004
08:38 Uhr
     
Über 100ooo Besuche dieser Seiten in vier Jahren. Ob viel oder wenig- dank an Webmasterin und alle die mitschrieben, mitlasen. Aufmerksamkeit ist ein kostbares Gut; jedenfalls auf diesen Seiten wird persönlich wahrgenommen. Und es soll weitergehen. TG  
Traugott Giesen
07.08.2004
08:34 Uhr
     
Psalm 147,3: er heilt die zerbrochenen Herzens sind und verbindet ihre Wunden- vertrauend wissen, diese Hilfe ist im Passieren. Darum mithelfen in Richtung Heilung zu denken, zu enstscheiden. das ist Arbeit. TG  
DS
06.08.2004
08:10 Uhr
     
Do - auch ohne Nachtrag - wem sonst ??  
do
05.08.2004
22:01 Uhr
     
Kurzer Nachtrag : Sie meinte "Sei GOTT befohlen", und das wichtigste Wort habe ich also nicht geschrieben ... In Gottes Hände gelegt, IHM anvertraut und SEINEM Schutz. Ich gebe es in diesem Sinne weiter. do  
do
05.08.2004
18:29 Uhr
     
Morgen darf ich für einige Wochen zu Freunden nach Frankreich reisen - meine alte - sonst nicht immer freundliche - Patentante gab mir beim Abschiedstelefonat soeben ihren Segen mit auf die Reise und sagte "Sei befohlen".
Dieser gute Wunsch bewegt mich zutiefst und so teile ich ihn nun gerne mit Euch hier, indem ich ihn weitergebe ... do
 
Cor...
05.08.2004
04:47 Uhr
  Homepage  
Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, hab noch lange nicht alles gelesen aus dem Gästebuch, aber ich kann nicht mehr und bitte deshalb um Gebetsunterstützung. Die ganzen Gründe hier zu schreiben würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen und ausserdem weiß ich ja gar nicht, ob das überhaupt okay ist, hier davon zu schreiben, aber GOTT weiß, was mein Anliegen ist und ER wird euch ja bestimmt auch hören, wenn ich keine Kraft mehr habe zum beten.
Nur soviel vorweg: am 29.08. werde ich konfirmiert (bin aber schon mitte 30) die Konfi ist mir auch sehr wichtig und die Lebenslosung, die ich mir ausgesucht habe, passt sehr gut zu mir: Psalm 147,3.
Eigentlich lebe ich nur noch für diesen Tag, das ist mein Ziel, aber was danach kommt ... Tschuldigung, vielleicht bin ich auch einfach nur zu übermüdet. Und wenn ich hier sowieso nicht richtig bin, möchte ich Sie (*admin*) bitten, meinen Beitrag zu löschen.
Eure Corinna
 
do
04.08.2004
12:36 Uhr
     
An Webmaster : Danke für diese wertvolle Korrektur!!!
Und zu dem Eintrag davor:
Können wir kleinen Menschenkinder denn nicht einfach mal dankbar sein dafür, dass Gott uns auch medizinische Forschung, Fortschritte und Behandlungen und Hilfe schenkt ? Und dazu gehört ja wohl auch die Psychiatrie.
Solche sektierenden Negativ-Herunterzieh-Bücher sind hier wirklich nicht am Platz und helfen bestimmt niemandem, Lebensmut, Energie und Kraft bei Krankheit, Schmerz und Leid zu schöpfen, die medizinischen Bemühungen mit eigenem Lebenswillen zu unterstützen. Unser Dank sollte auch denen gelten, die diese aufopfernde Arbeit leisten! do
 
webmaster
04.08.2004
10:44 Uhr
E-Mail    
Eine Buchempfehlung in dieser Richtung, zu diesem Thema abzugeben(übrigens heisst der Autor Peter Lehmann) ist völlig fehl am Platze - nicht nur in dieser Form und an dieser Stelle, in diesem Forum, quasi als "Antwort", sondern überhaupt...  
Elena
04.08.2004
09:09 Uhr
     
Sven, ich empfehle Ihnen ein Buch, das mir eine Freundin gezeigt hat: Lehmann, ich glaube, er heißt Jens. Es ist vom Anti-Psychiatrie-Verlag und handelt davon, wie Patienten, die über Jahre mit Medikamenten vollgepumpt wurden, sich davon befreien.

In der letzten Predigt und nicht nur in dieser wird angedeutet, wie man mit Gott gesund sein kann. Ich denke, daß Religion, Seelsorge, sehr viel vermag.

Frömmigkeit aus Dankbarkeit? Ja, aber was ist mit denen, die keinen Grund zu Dankbarkeit haben? Gott lieben um seiner selbst willen, ja, eindeutig ist das der richtige Weg. Gott lieben wie Mörike oder dennoch lieben wie Hiob oder Bonhoeffer, Gott lieben wie Hafiz, Gott dennoch lieben, das ist ein Weg. Wie vorher - versehrt-heil, bei Gott bleiben, das erscheint mir als der richtige Weg. Das bedeutet für mich auch, Gott lieben wie meine Großmutter das konnte, obwohl sie sehr viel durch gemacht hat, zwei Kriege und private Härten, aber dennoch. Hiob-Predigt, schön.
 
Traugott Giesen
03.08.2004
18:33 Uhr
     
Liebe Bettina, Dank für Aufnahme der Kolumne. Sicher ist die Kolumne geschrieben für Welt-Leser-also Mittelstand. Sie soll MUt machen, das letzte drittel, viertel, fünftel Leben mit Hoffnung anzu- gehen. Es ist auch geschrieben für mich selbst in Richtung Ruhestand. Wieviel Schmach aus Arnmut und Einsamkeit und geistiger Leere dabei sein kann, und wieviel Auftrag, diese zu lindern- recht, dies noch stärker zu betonen. Allerdings wünschte ich mir mehr Mitteilung Ihrer Situation, mehr Kennzeichnung , wie Sie persönlich betroffen sind.  
Sven
03.08.2004
02:28 Uhr
     
Zu Elena,
ich arbeite in einer Psychiatrie und da habe ich ab und zu auch mal einen Nachtdienst zu schieben. Meinen Alltag bewältige ich wunderbar.
Trotzdem Danke für den Tipp und überlege mal wirklich. was Blödsinn ist.
Gruss,
Sven
 
Uschi
02.08.2004
20:02 Uhr
     
Lieber Traugott Giesen, ein herzliches Dankeschön für die Kolumne "Gratulation zur Pensionierung" - beleuchtet nach allen Richtungen und wie wahr der Satz, den ich jetzt bei meinen alten Eltern erlebe..., es kommen die Tage, die gefallen Dir nicht !
Bestätigung tut gut, auch dieses verkraften zu können , ein Trost aus der Perspektive der "ohnmächtigen" Tochter, die auf einmal völlig andere Eltern erlebt.
 
Bettina
02.08.2004
15:39 Uhr
     
Zur Kolumne:
Gelobtes Land - Pensionierung? Ich glaube, die Realität sieht oft anders aus. Es gibt Menschen, die nach 40 Jahren Schuften körperlich am Ende sind und sich gerade nicht treiben lassen können in Richtung ihrer Wünsche, weil sie eine Mini-Rente kassieren, mit der sie nicht einmal den Zahnersatz finanzieren können. Sie können sich kein Auto und keinen Urlaub und erst recht keinen Wohnwagen oder ein Haus mit Garten und Teich leisten. Sie kommen gerade so über die Runden, bewohnen eine winzige Mietswohnung in der Grosstadt, haben keine Mann (mehr), und auch keine Kinder; das Ende der Dienstzeit und der Abschied von Kollegen und Verpflichtungen bedeutet immer auch einen Verlust von sozialem Netz und kann der Beginn von Einsamkeit und Depression sein. Und nicht jeder hat den Mut, die Kraft, das Talent eine Babysitter Vermittlung oder einen Stammtisch aufzumachen.
Nicht ganz so einfach, nicht ganz so schön.
 
Maria Baumgartner
02.08.2004
11:25 Uhr
E-Mail    
Lieber Traugott Giesen,
danke für Ihre Predigt vom 25.7.! Vor lauter Glück habe ich tief Atem geholt, sodass mein Inneres riesengroß wurde - und so ist es seither geblieben.
Wir Katholischen sind derzeit sehr bekümmert über die Vorkommnisse in St. Pölten, Sie haben vielleicht davon gehört. Gerade jetzt glaube ich fest an Gott, meine Burg, und dass die Kirchen - alle, die es gibt - ihren Weg durch die Zeit machen, und der Vollendung entgegenfliegen, wie auch immer. Ich vertraue darauf.
Ihnen einen herrlichen Tag und alles Glück der Welt!
Maria Baumgartner
 
Sophie D.
31.07.2004
11:19 Uhr
     
Gestern die liebe Freundin verabschiedet. Sie war aus der kath. Kirche ausgetreten, doch ein liebevoller pensionierter Priester hat sie beerdigt. Solche Menschen brauchen die Kirchen. Und die Kirchen müssen für die Menschen da sein in dem Moment, wo sie gefragt sind. Somit hier auch eine Antwort auf die Kolumne über H.Knef vor zwei Jahren. Ja, die Kirchen sollten ausgetretene Mitglieder beerdigen, mindestens, wenn diese getauft waren, sonst verlieren sie auch noch die Angehörigen oder Freunde. Dieser Priester - er ging den menschlichen Weg, den auch Jesus ging, nicht immer alles nach der Regel.
Wir haben Blumensträuße mitgebracht, sind alle an einen Fluß gewandert und haben die Blumen hinein geworfen, und der Fluß nahm sie mit in seinen grünen Fluten, ein schönes Bild. Ich hatte mir ein paar Zeilen gemerkt für den Tag:
Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers, das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. Psalm 124

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze. (Noch einmal H.D.)

Anm.: Aus Liebe räuberisch? Ja, kann vorkommen. Das ist aber nicht Liebe, sondern Trieb und Besitzgier. (So sind wir nun, liebe Brüder, nicht dem Fleisch schuldig, daß wir nach dem Fleisch leben...Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Paulus.)
 
DS
30.07.2004
08:44 Uhr
     
Ja Corinna, Danke für Deine Worte und Deinen Dank und Danke Ihm und ihm. DS  
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