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tg
27.01.2022
18:38 Uhr
     
Darf mir ein Arzt helfen bei meinem Sterben? -Zur aktuellen Debatte
Natürlich darf er mir helfen, die Schmerzen zu lindern, darf mir auch zu heilsamem Schlaf verhelfen- jetzt endlich, wahrscheinlich auch mit einer Überdosis, die mich entschlafen lässt.
Ein arzneierfahrener Mensch darf mir einen Sterbecoctail mixen und bereitstellen- den ich dann von eigener Hand zu mir nehme In der Schweiz ist das erlaubt und lockt manch einen Todessüchtigen dafür über die Grenze- in Deutschland hat jetzt das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Sterbehilfe in engen Grenzen geleistet werden darf. Dann wird auch das Wort „Selbstmord“ den Todeswunsch nicht mehr angemessen benennen. Dass Gott das Leben gibt (mittels der Eltern), uns erhält und dann auch uns sterben lässt, ist –oder war (?) für Christen lange Gewissheit. Das Wort„Suizid“ klingt wissenschaftlich, sachlich, und blendet alle ethischen Fragen aus. „Sich das Leben nehmen“- darin klingt Diebstahl an Gottes Eigentum mit.
Aber darf man nicht ganz anders denken? Dass ich fliehe in Gottes Arme aus dem Erdenleben, welches mir unerträglich geworden ist? Dass wir also das ewige Leben uns herbeizerren- Darf man so denken?
Jedenfalls sollten wir zu guter letzt unser Leben selbstbestimmt beenden dürfen wenn ich es nicht mehr aushalte, abzuwarten, mich sterben zu lassen. Ob es dann ein „Freitod“ ist, bleibt in der Schwebe. Aber wer die Selbstabschaffung will, verneint nicht den Willen zum besseren Leben, wohl aber seine hiesigen, jetzigen Bedingungen. Keiner geht doch leichtfertig.Wir sind ja mit so viel wunderbarem Lebenswillen ausgestattet, dass es schwerste Belastung braucht, um uns die Lebensfreude verkümmern zu lassen. Und sollen dann Andere mir verwehren dürfen, mir Hilfe und Beistand zu holen, wenn mein Körper mir zum Feind geworden ist oder mein Geist zu Tode erschöpft ist?
Die Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay im Burgund beherbergt eine wunderbar tröstliche Darstellung von Jesus der den entseelten Judas sich auf die Schulter lädt und heim trägt.
Ein Jammer bleibts immer, wenn ein Mensch sich so leid ist, dass er sich von hier, von uns losreißt. Zurückbleibende Nächste fühlen sich schuldig, nicht genug Nähe gegeben zu haben- auch wenn ein letzter Brief sie entlasten sollte. Jede Selbstabschaffung greift tief in uns alle– wieviel Einsamkeit und Verzweiflung war bei jedem, der ging?
Hoffentlich haben wir, wenn in großer Not, einen, der uns nochmal hilft, unsere Segnungen uns aufzuzählen. Der schwer mit Krebs geplagte Journalist Michael Jürgs sagte im Interview im Spiegel 16/19:"Meine Frau hat mich, als ich sterben wollte, umarmend im Leben festgehalten die ganze Nacht. Und jetzt müssen wir halt sehen, wie lange es geht.“
 
tg
27.01.2022
15:23 Uhr
     
glauben ist wirklich nicht ungefähres Wissen, wie wir es aber umgangssprachlich benutzen: "Ich glaube, es ist halb drei". Wir sollten dann besser sagen "vermutlich"oder "ich nehme an.", "ich schätze" ."Glauben" meint: "ich bin überzeugt", besser noch: "Ich vertraue". So , wenn ich einem geliebten Menschen sage: "Ich glaub an Dich", - also "ich gehöre zu dir", in etwa. "Ich glaube an Gott"- meint: Ich weiss ganz sicher: Ich gehöre zu Gott, er ist mit mir auf einem Weg." Ich weiss mich in einer antwortenden Welt.  
Julius
27.01.2022
00:07 Uhr
     
Ich glaube, Glauben im Christentum heutzutage heißt ja auch nicht so sehr das Fürwahrhalten gewisser Glaubenssätze, sondern das Vertrauen und Sicheinlassen auf den christlichen Weg.  
Menke
24.01.2022
19:10 Uhr
     
Ich Glaube nicht, wenn ich danach gefragt werde!

Im Christlichen Glauben ist Fremdbestimmung groß, weil ich Glaube was mir eingegeben wurde.
Und trotzdem lesen wir, der Glaube an Gott macht frei.
Atheisten ohne einen christlichen Glauben, haben ja auch einen Glauben nur eben keinen christlichen.
Für Atheisten wie Christen gilt, für sich Glauben kann an einem das Leben leichter und damit erfüllbarer machen.
Glauben macht aber auch vor Enttäuschung nicht halt, weil immer Seele und Herz mitschwingt.
 
Kallisto
23.01.2022
20:28 Uhr
     
Ich hab das eigentlich nicht verstanden, was unten stand. Dann las ich TG's Antwort dazu. Jemand wirft den Christen vor, Atheisten nicht zu akzeptieren.
Ich glaube, dass die meisten Christen, zur Minderheit mutierend, gewisse Dinge (nicht Personen) nicht akzeptieren. Dazu gehören Hartherzigkeit, Mitleidlosigkeit und Egozentrismus und noch mehr. Viele Christen sind sicherlich keine Egomanen. Eher sind sie ein wenig zu tolerant geworden.

Atheisten können sehr egozentrisch sein. Sehr konzentriert auf Erfüllung eigener Wünsche.
Darüberhinaus denke ich, dass Christen Probleme haben mit Parareligionen und zwar zu Recht. Die christliche Religion ist, genau analysiert und von ihrer jeweiligen Zeit abstrahiert - in der sie durch Politisches unscharf wird - eines der logischsten Denk- und Glaubenssysteme überhaupt und lässt sich problemlos - das AT eingeschlossen - verbinden mit Naturwissenschaften und Wissenszuwachs, nicht aber mit Bullshit.

Und dazu gehört hier die Chose mit dem Mond. In den Naturwissenschaften weiß man nicht alles und macht dann auch mal Wahrscheinlichkeiten. Das Wahrscheinlichste ist, dass ein Asteroid mit der Erde in ihren Frühzeiten kollidiert ist und ein Teil davon den Mond gebildet hat. Deshalb findet man Mondgestein auf der Erde.

Das Großartige an früheren Christen, die das gar nicht wussten, war, dass sie ihn bewunderten und besangen "Seht ihr den Mond dort stehen - er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön." Matthias Claudius.
Wer das heute mit seinen Kindern nicht mehr singt, begeht eine emotionale Unterlassung, die später beiträgt zu Leere, die mühelos ersetzt wird durch hohlen Talk auf Twitter und Facebook.

Der Mondengesang ist wichtiger, denn er erfüllt für alle Jahre und manche Menschen mögen ihn sich schon zu ihrer Beerdigung gewünscht haben. Christen geben ihn von Generation zu Generation weiter. Das bedeutet: Er ist nachhaltig. Und das ist sehr Vieles im Christentum.
 
Julius
23.01.2022
02:52 Uhr
     
Hallo Dragon, du hast aus offenem Herzen gesprochen. Das nimmt dir hier bestimmt niemand übel. Respekt für deinen letzten Beitrag. Es gehört Mut dazu, die eigene Position zu korrigieren und sich zu entschuldigen. Grüße, Julius  
Dragon
22.01.2022
16:54 Uhr
     
Nochmal danke dass ihr meins Nachricht gelesen habt. Und entschuldige dass ich es vorgeworfen hab dass ihr krank wärt.
Ich war auf 180 und hab ganze Nacht nicht geschlafen wegen dem Vorfall.

Ein Zitat vom Sokrates:
Ein Mann rannte auf Sokrates zu.
„Sokrates, Sokrates! Weißt Du, was ich gerade über einen Deiner Schüler gehört habe?“
„Warte einen Moment“, sagte der Philosoph. „Bevor Du mir davon erzählst, möchte ich, dass Du einen kleinen Test machst, den ich ‚die drei Siebe’ nenne.“
„Die drei Siebe?“
„Ja. Bevor Du aussprichst, was Du sagen willst, prüfe es. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast Du absolut sichergestellt, dass es wahr ist, was Du mir erzählen willst?“
„Äh, naja, nein … ich hab eigentlich nur davon gehört.“
„Gut. Du weißt also nicht, ob es wahr ist oder nicht. Lass uns zum zweiten Test kommen. Das Sieb der Güte. Ist, was Du mir über meinen Schüler erzählen willst, etwas Gutes?“
„Nein, im Gegenteil.“
„Aha, Du willst mir also etwas Schlechtes über meinen Schüler erzählen, obwohl Du nicht weißt, ob es wahr ist.“
Der Mann zuckte die Schultern. Er wirkte inzwischen etwas betreten.
Sokrates fuhr fort: „Vielleicht besteht das, was Du mir sagen willst, ja den dritten Test. Das Sieb der Nützlichkeit. Ist, was Du mir mitteilen möchtest, hilfreich für mich?“
„Also … nein, nicht wirklich.“
„Wenn es weder wahr ist, noch gut oder zumindest nützlich, warum solltest Du es mir dann überhaupt erzählen?“
Der Mann verstummte, er schämte sich und ging fort. Er hatte verstanden.

Der Zitat hab zufällig gefunden. Wollte euch nur den Zitat hinterlassen. Das passt ganz wunderbar.

Ich wünsche euch noch schöne Wochenende.

LG
der Außenseiter, Einzelgänger und Träumer
 
Kallisto
22.01.2022
15:02 Uhr
     
Während ich das gerade schrieb, wurde mir erst klar, wie viel mir diese überlebensgroßen Figuren bedeuten, Tizians Assunta, die über mir an der Wand hängt, Bellinis Engel, wie er ins Bild springt - und sie, sie legt einfach ihr Buch weg. Aber die kleine Figur am Kopfende von Tintorettos Hochzeit ist auf andere Art eindrucksvoll, die wichtigste Person ganz bescheiden im Hindergrund. Ganz klein. Aber der Meister der Achsen hatte immer festgehalten, von wo aus man das Bild betrachten soll. Und so läuft die Hauptachse, weiter links, genau auf die Gestalt zu. Die anderen sind an sich nur sekundär wichtig.
Somit haben sie das auch für mich gemalt - - -
 
Kallisto
22.01.2022
14:48 Uhr
     
"Freund Rainer liest aus der Geschichte von der Hochzeit zu Kana den Auftrag Jesu heraus zu Freude und Festlichem auch in Coronazeiten." Ja, das kann man. Generell kann man, was die Politik so serviert, als Wasser betrachten (mit einem Schuss Essig drin), und das kann durch etwas Gutes, Tiefes, Sinnvolles, das den Kern trifft, zu Wein werden, eigentlich indem man den Esssig ignoriert. So ähnlich.

Ich habe übrigens sehr gern diese Figuren im Kopf, die die Renaissancemalerei (vor allem) mir nahe bringt. Wenn ich dann über Legenden nachlese, stoße ich auf so viele unterschiedliche Versionen, dass es irritierend ist. Manche sind schlicht zeitlich daneben. So kann nicht einleuchten, dass Maria Magdalena schon als Ehefrau von Johannes diskutiert wurde.
Es ist wahrscheinlich besser, man macht sich sein ureigenes Bild. Meins ist meistens positiv. Manchmal passt mir etwas nicht. So las ich, dass Paulus nur 1.40 groß gewesen sein soll. Ein Meter vierzig ist mir zu klein für ein solches geistiges Format (was natürlich Unsinn ist), das war doch kein Homo Florensis. Ich gucke mir dann Dürers Bild an und vergesse die Angabe.

Also sagt das etwas über mich aus: Ich empfinde sie als Riesen.
 
tg
22.01.2022
12:21 Uhr
     
"Nicht ich bin krank sondern alle religiöse Menschen." Was Sie den Christen vorwerfen, das machen Sie leider genau so.
Wohl wahr: Viel zu wenig haben die Christen auf ihren Herrn gehört, der sagt: "Liebet eure Feinde, bittet für die , die euch verfolgen" Einig sind wir - Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Dies Gebot ist übrigens von den Propheten und Jesus (Matthäus 7,12) und zwar positiv formuliert: Was ihr, wollt, daß euch die Mitmenschen tun sollen, das tut ihnen auch. Bleiben Sie behütet! Und Ihnen gute Erfahrung mit ihren Mitmenschen aller Glaubensrichtungen.

Zur Frage wegen H. Potter: Keine Angst vor den Märchenfiguren- Sie schaden nicht. Das Gute siegt immer.
 
HP
22.01.2022
01:18 Uhr
     
Will euch was fragen? Liest ihr Harry Potter? Im dieser Buch geht um Zauberer, Magie, Drache und andere Mythen. Im Bibel steht es dass alles nur Teufelszeug sein soll. Im Bibel steht dass Magie die Kraft Teufel sein soll. Was denkt ihr drüber? Ist einfache Frage nur. Das ist alles.  
ds
21.01.2022
13:18 Uhr
     
....weil er/sie tief in der Seele weiss, dass alles seinen Sinn hat...sprich Gott wohnt...der Sinn allen Seins. Glaubend Delf  
TG
21.01.2022
11:31 Uhr
     
Warum müht ein(e) Agnostiker(in) sich so um Verteidigung seiner/ihrer Position?  
ds
20.01.2022
10:28 Uhr
     
Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein. so wird der Theologe Karl Rahner SJ zitiert  
DS
20.01.2022
10:26 Uhr
     
"...ein Stück belanglose Predigt im Radio, dann aus dem Berliner Dom in edler Sprache was Mystisch- Mysteriöses..."
womit du, lieber Traugott, nicht meinst...das ein mystischer Zugang zu unserem Glauben....ein Defizit ist??? Danke, Delf
 
Menke
19.01.2022
10:57 Uhr
     
Das leben ist Wandern!


Nun war der unausweichliche Zeitpunkt gekommen, wo ich meine Wanderschuhe gehen lassen musste.
Waren es 5 Jahre oder gar mehr, wo sie mich viele Kilometer auf meiner Wegstrecke begleiteten.
Hunderte, vielleicht auch tausende Kilometer, über Berge, Täler und Straßen hinweg ein wichtiger Begleite zu sein.
Im Laufe der Zeit, standen Eingriffe wie Neubesohlung und in der Laufbewegung wegen Fußschmerzen an.
In letzter Zeit ihres unwillkürlichen Alterns, wurden die Leitgeprüften Wanderschuhe oft kritisiert, zu klobig zu unansehnlich, damit gehe ich mit Dir nirgendswo mehr hin.
Hast Du denn keine anderen Schuhe?
Und doch, als sie im Schuh Container für immer mit einem Ruck in die Tiefe rauschten, hoffte ich, dass sich jemand anders an meinen Wanderschuhen erfreuen würde.
 
tg
16.01.2022
17:10 Uhr
     
Sonntag, hören ein Stück belanglose Predigt im Radio, dann aus dem Berliner Dom in edler Sprache was Mystisch- Mysteriöses. Dann schalten wir um auf YouTube und sind zu Gast in der Friesenkapelle. Freund Rainer liest aus der Geschichte von der Hochzeit zu Kana den Auftrag Jesu heraus zu Freude und Festlichem auch in Coronazeiten. Und zitiert zum Schluss T G.: Verwandlungen von Trauer zur Freude, vom Samenkorn, das sinnlos stirbt, wenn es für sich bleibt, das aber zur Erde gekommen, wenn es sich also einbringt, viel Frucht bringt. –So erlebten wir auch Kanafestliches: Eine glückliche Predigt lockt uns zu Einladungen, Besuchen, zu einer ganzen Reihe Anrufen.  
leise
16.01.2022
16:59 Uhr
     
...das mache ich seit Jahren immer wieder, das Lesen in den Kolumnen und Predigten... Vieles habe ich mir sogar kopiert, dabei ist ein schöner Stapel entstanden, der mir sehr lieb und wichtig geworden ist. Danke dafür. Auch dieses Gästebuch ist zu einer so tröstlichen vertrauten Größe geworden.
Herzliche Grüße aus Hamburg!
 
ds
16.01.2022
11:37 Uhr
     
"ab igne ignem capere, si qui velit.“ so der volle Bezug.
Ja, abgeben wollen...vom Geber, aber auch andersherum: Feuer nachfragen - das ist das "si qui velit".
Die Zeit hat so viel Depressivität, Müdigkeit, die Feuer derzeit gar nicht nachfragt...oder? Es sei denn, man holt sich Lebensmut aus www.Lebensmut.de, dem grossen Speicher für:" ...es geht weiter...immer weiter" Gern mal wieder probieren! Gruss Delf
 
Menke
11.01.2022
10:00 Uhr
     
Sylt ist überall!

Auf Sylt geht es nicht wie auch wo anderes in der Republik, in erster Linie um steigende Inzidenzen von Virusvarianten, sondern darum, ich bin mir wichtig, also eingeimpfter Egoismus.
Wie zu hören, ermittelt die Staatsanwalt wegen 3 gefälschte Impfausweisen von Partygästen auf Sylt, was den Inzidenzwert von über 1000 infizierten auf der Insel nach oben getrieben hat.
Auseinander Revidierung von Einheimischen und Bewohnern dort, die ihren Wohnort auf Sylt als Zweitwohnung angemeldet haben, hat nichts mit kriminellen zu tun.
Wo ein starkes ich sich verbreiten kann, müssen andere als Freiraum dafür herhalten.
 
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