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Orbart
23.02.2013
21:00 Uhr
     
Hallo Jo!Danke,ich glaube,Sie sind der einzige der mich verstanden hat.Die Kälte ist doch mörderisch.Auch in diesem Winter werden wieder etliche Obdachlose erfrieren.Wie abgebrüht muß man sein,wie weit entfernt vom wirklichen Leben,um den Winter unter rein ästhetischen Aspekten zu sehen.Aus der warmen Stube heraus sozusagen.Kälte kostet Energie,macht anfällig für Infektionen,macht lethargisch.Ich sehe es täglich in Berlin.Die armen Obdachlosen!Ich gebe Kleingeld so gut ich kann.
Zum Glück wird die Öffentlichkeit immer sensibler für dieses Thema.Und ich entwickele eine Allergie gegen die Menschen,die in beheizten Wohnungen sich einen richtig dicken Winter wünschen.Tut mir leid.Da hilft auch kein Knut Kiesewetter.Viele Grüße.
 
Flogni
23.02.2013
14:47 Uhr
     
@Menke
Nachdem ich heute morgen den wunderschönen Text Schneeflocke gelesen hatte, musste ich raus,
um meinen großen Innenhof freizuschippen. Seit zwei Tagen hat es bei uns ausgiebig geschneit, alles war wie in Watte verpackt; ein steter Wind füllte die leergeräumten Flächen immer wieder mit Schnee auf.
So starrte ich oft missmutig in die Flockenwirbel - bedeuteten sie doch erneut schwere körperliche Arbeit.
Doch heute sah ich mit anderen Augen in das Schneetreiben, hielt mein Gesicht in den Wind und spürte
wie die Schneeflocken auf ihm schmolzen.
Danke, Menke !
 
Menke
22.02.2013
19:05 Uhr
E-Mail    
Schneeflocke!

langsam fliegend,schnell kommst du dahin.
Legst dich auf mich nieder,um mich sanft zu verstecken.
Fliegst bis in die kleinste Ritze meiner Gefühle.
Ich will dich auffangen,festhalten aber du bist auf einmal weg.
So gehe ich forschen schrittes weiter um zu dir zukommen.
Ach,wenn du mir nur bliebest auf meinem Näschen,du kitzelt mich so innig schön.
 
jakobus
22.02.2013
13:14 Uhr
     
@ing + SM: ...und nach dem Strandtag mit den Kindern in Uschis Strandladen - schöne Erinnerungen.  
jo
22.02.2013
12:35 Uhr
     
@Orbart: komme gerade vom Einkaufen. Es ist saukalt. Ich friere mit Dir! Ob das hilft? Denke an die Menschen in Sibirien und an die damals in Stalingrad  
ing
22.02.2013
09:43 Uhr
     
Ja Jo. Sie ist so kostbar. Zeit. Die guten Erinnerungen, die wir in uns tragen, sind wie feinster Balsam. " Komm' wir öffnen unsere innere Schatzkiste und erzählen uns ", liebte meine Freundin Ruth, als sie kaum noch mit den Augen sehen konnte. Wir waren auch rosenverbündet. Als Du schriebst, schmückte ich einen Raum mit samtenen Rosen. Jetzt weiß ich, sie leuchten auch für Deine Frau und Dich, lieber Mensch.  
SM
22.02.2013
08:28 Uhr
     
@Ing Ich bewundere wieder mal Ihr Feingefühl und Ihr Gespür, mit dem Sie die Empfindungen anderer Menschen erkennen und wie Sie darauf reagieren. Danke, das tut gut.
Ja, Baltrum war eine schöne Zeit, jedesmal vier Wochen mit meiner Frau und den beiden Enkeln. Sie sind jetzt 23 und 24 ½. Ich sehe sie noch mit ihren Eimerchen und Netzen kleine Krebse fischen und am Abend waren sie nicht von der Pferdekoppel wegzukriegen. Wie doch die Zeit vergeht!
 
Kathrin
22.02.2013
08:03 Uhr
     
Das Ende ist ja abzusehen...
und gerade zur Zeit ist es hier bei uns irgendwie ganz besonders schön.

Aus einem gerade wiedergehörten Lied von Knut Kiesewetter, das ich diese Tage nicht aus dem Kopf bekomme, denn so tanzen die Flocken hier tatsächlich zeitweise vorm Fenster.

...Winter, heut hab ich dich tanzen geseh'n
ans Fensterglas locken mich tanzende Flocken,
wirbeln so schwungvoll und tanzen so schön,
Deine Flocken als würden sie niemals vergeh'n...


so war es heute früh beim Gardine-Zurückziehen. Und trotzdem weder Eiskratzen am Auto noch Schneeschieben.
Einfach nur winterlich-schön.
 
Orbart
21.02.2013
21:06 Uhr
     
Es ist genug.Ich ziehe drei Pullover übereinander und schlage den Kragen meiner Jacke hoch.
Und dennoch:Ich fröstele,wenn ich aus dem Hause gehe,ich friere beim Gang in die U-Bahn und ich bibbere,wenn ich wieder ans Tageslicht trete.Mir reichts.
Ich sehne mich nach etwas ganz anderem:Nach lauer Luft von Süden her.Nach einer ersten Ahnung von
Wärme und Milde.Nach Vogelgesang,wenn ich morgens,vor Tau und Tag,das Haus verlasse,um zur Arbeit zu
gehen.Nach dem ersten Zitronenfalter.Ich kann kaum abwarten,daß der Frühling Teppiche aus goldenen
Löwenzahnblüten überall ausbreitet:auf jede Verkehrsinsel,jeden Straßenrand und erst recht jede Wiese.
Ich möchte den Ruf des Ringeltaubers hören und das Surren der Fliegen und Hummeln.
Ich möchte,daß jeder Tag mit einem blauen Himmel beginnt.
Und danach träume ich von einem Jahrhundert-Sommer:voll brütender Hitze,flirrender Luft über
allen Straßen.Sodaß wir alle,sonnensatt,den nächsten Winter willkommen heißen.
Ist das zuviel verlangt?
 
ing
21.02.2013
18:14 Uhr
     
Hab' durch Dich jetzt meine Bälle hergeholt. Mit Dreien bin ich gut. Sie begleiten mich überallhin. Ich war fünfundzwanzig, als ichs lernte. Auf der Wiese vom Hotel Sonnenglut. Hatte Lust, nachdem ich im Zirkus Roncalli war... Und einmal - im Blumenladen im Heimatland durfte ich zu Ehren der Floristin, während sie einen Strauß für mich band, mit drei Zitronen jonglieren, als ich ihr davon erzählte. Wichtig war, na klar, ohne fallenlassen. Das war Gelb!
Viel Freude Dir, liebe Kathrin.

Lieber Schatzmeister, was ich Dir immerschonmal erzählen will : Hab' selber auch schöne Erinnerungen an Baltrum.
Vor der Wanderung auf dem Festland wars kalt. In der Meereswelt wärmlich angenehm. Wir waren eine Herde Menschlein und ein Wattenwanderführer hütete uns; waren beauftragt über die barfüße irgendwelche Frottéesocken zu tragen, wegen der möglichen Muschelschnitte. Und jeder sollte sich ein große Plastiktüte mitbringen. Denn - ein Priel war zum Durchschwimmen. Herrlich!
Dann - auf dem Inselland war sie da, die geliebte Sonne. Voll Freud' und Wonne! °Dankbar°
Wir feierten ein Strandfest, bis uns das letzte Schiff des Tages wieder zurückbrachte.
Wie alt sind Euere Enkel jetzt, in dieser Zeit?
 
Kathrin
21.02.2013
13:13 Uhr
     
Ja, so eine Dosis Kemitter zwischendurch macht jedesmal richtig Spaß und hat was ;-)

Apropos Spaß und Lebensfreude oder Lebensmut...
meine Nichte wünschte sich neulich Jonglierbälle und -tücher....- und irgendwie bekam ich selbst plötzlich Lust und kaufte die Bälle doppelt.
Hatte das vorher noch nie probiert - noch klappt es nicht so doll, aber irgendwie ist es lustig.
 
doc
21.02.2013
12:16 Uhr
     
Ich habe Tränen gelacht,liebe(r) Kemitter.

Mehr Aufwand braucht es doch gar nicht.
Ich hoffe auf weitere unernste und launige Einwürfe Ihrerseits.
Ich wette ,Sie haben es faustdick hinter den Ohren.

Aber beachten Sie bitte:So manch einer reagiert äußerst
dünnhäutig auf die leiseste Kritik....
Und besonders diejenigen,die ansonsten päpstlicher als der
Papst sind.
In diesem Sinne:doc
 
Kemitter
21.02.2013
10:30 Uhr
     
...großes Kino,flogni...wasauchimmer du damit gemeint hast....
meine Assoztiatiationskette:Lady Diana - Margot Käßmann - Angela Merkel......
oder: London - Hannover - Entenhausen.....

Geht doch auch,flognii oder?!?!:::
:) :) :)
 
Flogni
20.02.2013
14:28 Uhr
     
@ Kathrin

Danke für die nette Bemerkung !
Flogni
 
Kathrin
20.02.2013
12:04 Uhr
     
Ich hoffe, es schlägt jetzt nicht dreizehn, weil ich womöglich nicht bis zwölf zählen konnte....;-)

aber ich wollte einfach mal flogni grüßen für seine fröhliche Buchbeschreibung.

Das hört sich nach charmanter, kurzweiliger Lektüre an. Und das passt gerade so schön als Geschenkidee für einen Kollegen, der ein großer Englandliebhaber ist.
Danke - very nice
Liebe Grüße von Kathrin
 
Flogni
19.02.2013
09:14 Uhr
     
Thema Rücktritt
Meine Assoziationskette lautet: Papst Benedikt XVI - Monarchin Juliana - Queen Elisabeth II.

Während die beiden vorgenannten Personen - aus unterschiedlichen Gründen - auf die ihnen
zugeteilte Macht freiwillig verzichtet haben, bleibt die britische Königin weiterhin souverän im
Amt. Dazu nun meine persönliche Geschichte.
Beim Geburtstag einer lieben Freundin entdeckte ich auf deren Gabentisch ein rotes Büchlein.
Als leidenschaftlicher Leser - ich konnte schon vor meiner Schulzeit lesen und schmökerte
später mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke - nahm ich Alan Bennett´s "Die souveräne
Leserin" in die Hand - und las mich fest. Während die anderen Gäste über lokale und nationale
Themen diskutierten, durchflog ich die 115 Seiten. Ein Heidenspaß. Witzig, mit typisch britischem
Humor erzählt Bennett von einer(DER) britischen Königin, die für sich die Freude, ja die Leiden-
schaft am Lesen von Büchern entdeckt. Ich zitiere Seite 32:
"Eine der wiederkehrenden Pflichten der Queen war die Eröffnung des Parlaments, und bisher hatte sie diese Aufgabe nie besonders lästig gefunden, sondern sogar genossen: An einem klaren
Herbstmorgen die Mail entlang kutschiert zu werden war auch nach fünfzig Jahren noch eine
Freude. Nun nicht mehr. Ihr graute vor den zwei Stunden, die das Prozedere in Anspruch nahm,
auch wenn sie glücklicherweise in der Karosse fuhren und nicht im offenen Wagen, sodass sie ihr
Buch mitnehmen konnte. Das gleichzeitige Lesen und Winken beherrschte sie inzwischen recht
gut, es kam nur darauf an, das Buch unterhalb der Fensterkante zu halten und sich auf die Buch-
staben zu konzentrieren, nicht auf die Menschenmenge."
Seite 45:
"Derzeit stieß man oft in seltsamen und selten betretenen Winkeln ihrer verschiedenen Wohnsitze
auf sie, die Brille auf der Nasenspitze, Notizbuch und Bleistift neben sich. Sie schaute dann kurz
hoch und hob vage grüßend die Hand....Sie war glücklich..."
Zum Schluss - An ihrem achtzigsten Geburtstag verkündet die Queen, ein Buch schreiben zu
wollen - genau wie ihr Onkel, der Herzog von Windsor.
Seite 115:
"Da der Premierminister sich ganau für diesen ("Präzedens")Fall mit dem Rat des Generalstaatsan-
walts gewappnet hatte, lächelte er nun und erhob fast entschuldigend Einspruch. "Ja, Ma´am,
da stimme ich Ihnen zu, aber der entscheidende Unterschied ist doch, dass Seine Königliche
Hoheit dieses Buch als Herzog von Windsor geschrieben hat. Er konnte es nur schreiben, weil er
vorher abgedankt hatte."
"Ach, habe ich das noch gar nicht gesagt?", fragte die Queen. "Aber ... was glauben Sie denn,
warum Sie alle hier sind?"
 
jakobus
17.02.2013
22:41 Uhr
     
Ja, Molitor, Ratzingers Größe wird darin bestehen, sich der Rolle des bis zum bitteren Ende Leidenden verweigert zu haben - ganz im Gegensatz zu Johannes Paul II, der das Leid, dieses Amt bis zum Tod durchstehen zu müssen, nachgerade zelebriert hat.
Er tritt jetzt bescheiden ab. Und sein Rücktritt wird ja vielleicht auch eine Diskussion darüber auslösen, was man Menschen eigentlich zumuten kann, die, am Ende ihres Lebens angekommen, nicht mehr die Kraft haben, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.
 
molitor
17.02.2013
20:35 Uhr
     
Nochmal zu katholisch - evangelisch - dem Papst
auch für Winfried Schley:

Auch die evangelische Kirche hat ihre Skandale. Bei uns im Rheinland gab es auch in der Vergangenheit Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in Kinderheimen, die jetzt erst aufgearbeitet wurden. Hier kann sich keiner über den anderen erheben. -
Aktuell ist es ein Finanzskandal, der hier die Gemüter samt Presse beschäftigt: ein kircheneigenes Unternehmen, das sich um Gehalts- und Beihilfeabrechnungen kümmert, spekulierte mit anvertrautem Geld auf einen 25% Zinsertrag beim Fondskauf, investierte 8,5 Mio € und wurde betrogen. Das Ganze wurde vertuscht, die kirchliche Aufsicht versagte, der Verlust beträgt inzwischen 23 Mio €. (Sehr verkürzt dargestellt). Eine Mischung aus Dummheit, Vertuschung und fehlender Kontrolle, die ziemlich viel Verunsicherung und Vertrauensverlust in und zu der Kirchenleitung hervorgerufen haben. Auch hier muss man von Verfehlung der Kirche sprechen, eine Institution, die sich selbst im Wege steht.

Bemerkenswert: Inmitten des Skandals wurde (turnusmäßig, also vom Skandal unanhängig) ein neuer Präses (entspricht auf katholischer Seite dem Bischof) von der Synode, also den Abgeordeten der Gemeinden gewählt. Gewählt wurde der Kandidat, der u.a. am deutlichsten die Verfehlung und den eigenen Anteil bekannte und Klärung und Verbesserung deshalb glaubwürdig versprechen konnte. Plötzlich war Vertrauen wieder da. Das war Segen und Lehrstück zugleich.

Das alte Prinzip der Reformatoren: "ecclesia semper reformanda", die Kirche ist immer zu reformieren, gilt zur Zeit wieder stark der evangelischen und der katholischen Kirche. Aber es ehrt doch unsere beiden Kirchen auch. Es traut uns zu, das wir ganz menschlich und demütig und zugleich fröhlich und vertrauensvoll Zeugnis von Gottes Geschichte mit uns Menschen geben sollen und uns nicht über anderen erheben müssen. -

Dass der Papst gerade freiwillig seine eigene Macht beschneidet und sie zurückgibt, ist erstaunlich und vorbildlich - "evangelisch".

Damit ein ökumenischer Gruß in dieses Gästeforum und besonders an Winfried Schley
 
tg
17.02.2013
18:52 Uhr
     
bitte, lassen wir mal das Zensieren und Verhöhnen, das schnippische "Siehstewohl"- Hier, aus sicherer Deckung der Anonymität, kann man seinen Aggressionen so richtig Futter geben. Oder aber wir nutzen diesen Ort als Schule der Höflichkeit, heben das uns Gefällige hervor, bestärken , füttern unser Wissen und unsere Fragen ein und "kehren zum Besten". Einfach Spitzen mal überhören, keine persönlichen Angriffe mehr, auch nicht zur Verteidigung . Ob das geht? Tg  
Flogni
17.02.2013
17:34 Uhr
     
@Doc
Hallo Großinquisitor, warum das WIR wenn doch nur das ICH gilt ?!
Sie haben die Zustimmung von Jo übersehen - doch darum geht´s Ihnen doch gar nicht.
Viel Spaß bei Ihren bestimmt genialen Analysen meiner zukünftigen Beiträge.
Kleine Empfehlung - verwenden Sie doch statt der Lupe besser ein Mikroskop!

In aufrichtiger Bewunderung
Flogni
 
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