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Autor Nachricht
tg
06.09.2008
11:12 Uhr
     
Anfänge sind hochwichtig. Daß überhaupt alles begann, ist natürlich das Werk Gottes, der Mutter aller Anfänge. Er, Sie hätte alles bei sich behalten können, "in sich selbst vergnügt"-aber das ging nicht. Weil zuviel Liebe in ihm brodelt und die will raus, will gestalten, gebären, will was anfangen, das sich entwickelt mit den Kreaturen.
Darum auch mein, dein Leben: täglich Mündung von Enden und Anfangen,Hände füllen, Hände leeren, halten und lassen. Also merk, was dran ist. Und sei gewiss, was Gott angefangen hat, wird er auch vollenden.
Du, ich- angefangen von ihm, sind noch Baustelle, werden aber dann vollendet sein, wenn herrlich eingepaßt in das Ziel aller Wege und Gott seine Schöpfung ausgebrütet haben wird: "und dann wird Freude sein, und abgewischt alle Tränen und kein Leid mehr: alles wird neu am Morgen, der keinen Abend mehr hat.
 
DS
06.09.2008
10:04 Uhr
     
Gott und die Welt
Frischer Mut und Gottes Segen

Von Maria Jepsen

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - oft wird dieses Wort Hermann Hesses zitiert. Alles, zumindest vieles soll neu werden, anders laufen als bisher, das wünschen sich viele von uns dann und wann. Für das ganz persönliche Leben, aber auch in Bezug auf berufliche oder politische Veränderungen.

Viele Anfänge tragen in sich Erwartungen auf neue interessante Erfahrungen, auf Besseres, Schönes.

Die Mädchen und Jungen, die gerade eingeschult wurden, die Jugendlichen, die ihre berufliche Ausbildung begonnen haben, und ein wenig vergleichbar: alle, die aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt sind mit frischem Mut und guten Vorsätzen. Wie unterschiedlich sind die Erwartungen!

In die Hoffnungen mischen sich allerdings häufig Ängste und Befürchtungen. Wird alles gelingen? Es gibt ja keine gute Fee, die ihren Zauberstab über unser Leben hält, und alles glänzt auf.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - für mich sind vor allem zwei Anfänge von besonderer Bedeutung. Die haben nichts mit gegenwärtigen Neu-Anfängen in Berufsleben, Familie oder Gesellschaft zu tun.

Die Anfänge, die mich immer wieder berühren und bewegen, sind andere:

Da ist zum einen die Schöpfungsgeschichte auf der ersten Seite der Bibel: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde ..." Gott hat uns Menschen nach seinem Bilde geschaffen, gesegnet und mit Verantwortung für seine Schöpfung ins Leben geschickt. Er vertraut uns und traut uns viel zu.

Und da ist zum anderen die Taufe: Gott hat mich persönlich zu seinem Kind erklärt, mir unwiderruflich Liebe und Vergebung zugesprochen - und tut es jeden Tag neu.

Diesen beiden Anfängen liegt kein Zauber, aber Gottes Heiliger Geist inne. Der ermutigt, die vielen kleinen und großen Anfänge zu gestalten und zu füllen - und füllen zu lassen.

Und dann ist da noch der Sonntag als Anfangstag der Woche. Der ist uns allen, den Jungen und den Alten, mit unseren Fehlern und Begabungen, geschenkt, auf dass wir uns immer neu von Gott und Jesus stärken, verändern und senden lassen. Am Sonntag berührt uns Gott besonders und will uns bewegen - nicht mit Zauberformeln, sondern mit den alten, guten Worten seines Segens.

erschienen am 6. September 2008 im Hamburger Abendblatt


@ TG : auch in Vorfreude auf Ende November...
 
DS
06.09.2008
10:00 Uhr
     
... aber Jesus ist doch den Weg mit den Menschen gegangen - bis zum Ende - und : hat er sich von reichlich Stacheln abwehren lassen, die ihn aufspiessen sollten? - wohl immer wieder der Unterschied zwischen ihm und uns?... Herzlich ein segensreiches Wochenende...Delf  
Delta
05.09.2008
15:53 Uhr
     
schön, dieser Vergleich.
Ich habe aber auch noch eine andere Antwort bekommen: Auch Jesus selbst musste damit leben, dass nicht alle den Weg mit ihm gehen wollten.

LG
Delta
 
Ursula
05.09.2008
13:45 Uhr
     
In einer Gruppe von Stachelschweinen entwickeln an einem kalten Tag die Schweine ein allen gemeines Wärmebedürfnis. Um es zu befriedigen suchen sie gegenseitige Wärme und damit Nähe. Doch je näher sie aneinanderrücken, desto stärker schmerzen die Stacheln der Nachbarn. Deshalb verändern sie ihren Abstand, bis sie die erträglichste Entfernung gefunden haben.
Diese alte Parabel von Schopenhauer ( 1851 ) verdeutlicht sehr gut, dass auch die Menschen dann und wann näher zu einander finden und dann wieder auseinander rücken. Das gilt für Freundschaften, Ehen und alle Lebensgemeinschaften - zu große Nähe können wir nicht auf Dauer aushalten.
 
SB
04.09.2008
16:37 Uhr
     
Liebe Delta,

auch ich hatte vor einigen Jahren eine sehr enge Freundschaft zu einer lieben Freundin, die sich dann aber ohne erklärliche Gründe ihrerseits auflöste. Das Ganze hat mich sehr traurig gestimmt, lange habe ich mich gefragt warum, aber ich musste es letztendlich akzeptieren.
Vielleicht gehört auch diese Erfahrung einfach zu unserem Leben, dass nicht alles beständig bleibt.
Durch andere Aktivitäten haben sich für mich aber wieder neue Freundschaften zu anderen sehr lieben Menschen ergeben und ganz alte Freundschaften bestehen beispielsweise schon aus der Schulzeit.
Übrigens habe ich die "alte Freundin" in diesem Sommer bei einer Kulturveranstaltung getroffen, wir haben uns sehr liebevoll und nett unterhalten und man dachte es war wie früher.
 
Delta
03.09.2008
21:34 Uhr
     
Sophie, warum hat es dann viele Jahre geklappt zwischen uns? Wir konnten über alles reden, haben gemeinsam gelacht und geweint. Wir haben uns gegenseitig besucht, stundenlang telefoniert und auf gemeinsamen Baustellen gearbeitet. Wir waren uns auch mal nicht einig.

Indrasun, der Vergleich mit den Baustellen gefällt mir sehr gut. Ich werde loslassen und auf meiner Baustelle weitermachen. Fertig werden werde ich nie werden.
Vielleicht kommt ja der Tag, an dem die Freundin den Kopf wieder frei hat für andere Dinge.
Ich bin einige Jahre älter als sie. Meine Kinder sind groß. Ich orientiere mich völlig neu, entdecke und probiere aus. Das heißt aber nicht, dass ich alle Brücken hinter mir abreißen möchte.

Eure Delta
 
sophie
03.09.2008
21:17 Uhr
     
kann man nicht. man kann keine freunde verlieren, wenn man sich etwas sinnvollem widmet, womit man weiter kommt und andere auch, z.b. auch kirche. man kann allenfalls "freunde" verlieren oder menschen, die nicht teilen können. es gibt nur wenig freunde. am besten, man ist sich darüber im klaren."einsam ist jeder busch und stein", hesse.  
rb bln
02.09.2008
21:16 Uhr
     
Die letzten Beiträge finde ich sehr interessant und diskussionswürdig - wie kann man Freunde verlieren, weil man einen großen Raum in seinemLeben der Kirche widmet? Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und mache sie gerade auch wieder. redet man zuviel über Kirche und Gott , wird man ausgegrenzt. Dabei finde ich es richtig, über Religion und Glauben zu sprechen, nicht nur immer über Politik, Komsum und Sex. Da findet man seltsamerweise immer Gesprächspartner. Wie macht man es nur richtig? Jeder Christ soll doch
auch Gottes Wort verkünden und dazu stehen, daß man in die Kirche geht und gläubig ist... Erfahrungen zeigen, daß es auch Menschen gibt, die sich bei solchen Gesprächen überhaupt nicht äußern, keine Meinung haben, desinteressiert tun, später erfährt man, daß sie kath. oder ev. sind und nur modern erscheinen wollen, daß heißt, sich nicht zu ihrem Glauben bekennen - alles sehr schwierig, ich glaube, hier ist TG gefordert......................l
 
indrasun
02.09.2008
18:56 Uhr
     
Liebe Delta / Lieber Delta ? ( :

Ich kann an dieser Stelle nicht so richtig mit trauern, weiss allerdings auch nicht, ob Liebe im Spiel war. Über eine ehrliche Antwort kann man sich ja schon mal auf jeden Fall freuen. Aber dann. Was hat die Freundschaft mit Kirche oder nicht zu tun ? Ich glaube da eher an einen Vorwand, jetzt einen Teil des Weges ohne einander oder einfach seltener miteinander zu gehen. Loslassen finde ich, ist an dieser Stelle der richtige Weg. Kirche oder nicht hat ja keinen Inhalt an sich. Du fühlst Dich in dieser bestimmten Sache so oder so. (Als Beispiel) Der Freund kann das gut mitfühlen, ist in anderer Sache vielleicht gerade an einer ähnlichen Stelle, an einem ähnlichen Entwicklungsmodul. Ob die Kirche dabei hilft, ist nicht ausschlaggebend. ob ich Deine Gefühle nachvollziehen kann und selbst etwas lernen, weil es eben gerade passt ist wichtig.
Wenn ich aber lange Zeit an ganz anderen Baustellen arbeite, kann ein unbedingt aneinander teilhaben wollen sehr anstrengend werden. Dann lieber loslassen und später sich gegenseitig sein Bauwerk zeigen. Ich gehe mit FreundInnen nur streckenweise sehr eng. Dann lassen wir wieder los. Nie ganz. Das sagt schon die Freundschaft. Sie ist ja unabhängig von den Baustellen. Sagt doch eigentlich "nur" dass Du mir am Herzen liegst und es mich interessiert, dass es Dir gut gehen soll. Sich diesen Raum lassen ist eine liebevolle Erfahrung. Die Baustelle ist für mich das Argument, nicht die Kirche. Übrigens, wenn meine Freunde sich von mir entfernen würden, denen ich erzähle, dass ich in der Kirche auch mal etwas "finde", dann hätte ich keine mehr.
 
Delta
31.08.2008
23:01 Uhr
     
danke, was bleibt mir auch anderes übrig.
Ein wenig Freude ist trotz allem dabei. Ich habe auf meine Frage eine ehrliche Antwort bekommen.

Allen eine gesegnete Nacht
Delta
 
tg
31.08.2008
22:48 Uhr
     
erst mal Zeit zum Trauern nehmen- keine Zwecke jetzt schon melken wollen- einfach den Schmerz zulassen, das Entschwinden geschehen lassen. Später dazu Sprache suchen, sich zu Wort melden bei sich selbst . Dann auch hier mehr, wenn möglich  
Delta
31.08.2008
22:31 Uhr
     
Nimm alles Geschehen als Anrede an Dich, als Geschenk, Auftrag, Lernstoff, Freude.

"Ob sich unsere Wege endgültig getrennt haben, kann ich nicht sagen. Du bist mir nur sehr fremd geworden. Unsere Interessen haben sich in völlig verschiedene Richtungen entwickelt. Du hast in der Kirche Deinen Weg gefunden, was mich ehrlich für Dich freut. Ich habe Dir mal versucht zu sagen, daß das nicht meine Welt ist. Auch damit habe ich Dich verletzt. Es tut mir leid... "

TG und was mach ich mit solch einer Nachricht?
Ist die ehrliche Antwort ein Geschenk? Ist sie ein Auftrag, mir neue Freunde zu suchen? Was lerne ich daraus? Freuen kann ich mich jedenfalls nicht, dass eine wunderbare Freundschaft zerbricht. Mir ist grad ein wertvolles Puzzleteil verloren gegangen

Delta
 
samt
31.08.2008
11:23 Uhr
     
Am späten Nachmittag, gestern, auf der Strecke zum Kirchlein, da fragte ich beim Überlegen, welchen Weg ich denn wählen soll... mein Herz : welchen willstDu? Und ich fühlte gleich, daß es sich den Schönsten wünschte, bog dann rechtsab, und wir nahmen den Weg - ganz nah beim Wattenmeer. Die Luft war samtenzart. Und die Farbenklänge von Himmel und dem geliebtenBLAU nochmeer. Weite berührende Stille. Überall.
SchöpfungsKunst - darin Tier und Mensch ganzselig. Alles lächelte.

Lieber Gott, wir sind so froh, so froh, daß Du die Pflanzenwelt und Deine Tiere und uns Menschenkinder,
und Alles, so wundersam, sowundersamt gemacht hast,
In Dankbarkeit, Ingrid

Heute sah ich Federnwolken am Himmel - Herrlich !
 
tg
31.08.2008
01:19 Uhr
     
Wunder- die brauchen wir wohl , aber eigentlich sind wir selbst das Wunder. Am besten daran zu sehen, daß wir verschiedene Personen lieben können, daß wir Puzzle sind, in denen Teile fehlen, die uns das Gegenüber gibt. Also los, zum andern hin. Weißt du keinen Genauen- hast Du Deine Aufgabe: Einen finden, von einem dich finden lassen.  
Luise
29.08.2008
16:50 Uhr
     
So schöne Sätze von T.Blixen und Buber Danke TG.
Eine Ergänzung dazu:
geh entschlossen
wenn die Träume rufen
warte nicht
die Wege führen
mittendurch
und wenn du Nahrung
bräuchtest
schau dich um
die Wiesen blühen
auch zu deiner Zeit
und niemals
kommst du von der Erde ab
solang du gehst (V.Merz)
 
jakobus
29.08.2008
09:54 Uhr
     
Toller Gedanke! Konsequenz - bewußt leben, nachdenken, reagieren! Danke, TG  
tg
28.08.2008
14:01 Uhr
     
dazu noch: von Martin Buber: "Wir werden in den Zeichen des widerfahrenden Lebens angeredet."- Nimm alles Geschehen als Anrede an Dich, als Geschenk, Auftrag, Lernstoff, Freude. Und wisse: Du antwortest. Wie du das Geschehen auch aufnimmst, auch wenn du es nur abtropfen läßt, du antwortest und leitest neue Anrede ein. Darum ja ist alles so dramatisch wichtig. Wie lebst du deine Sehnsucht?  
tg
27.08.2008
21:14 Uhr
     
Hoffnung ist das große Versprechen. Tania Blixen hat es so gesagt: Bis zu diesem Tage hat noch niemand gesehen, daß die Zugvögel ihren Weg nehmen nach wärmeren Gegenden, die es gar nicht gäbe, oder daß die flüsse ihren Lauf durch Felsen und Ebenen bahnen und einem Meer entgegenströmen, das gar nicht vorhanden wäre. Gott hat gewiß keine Sehnsucht oder Hoffnung erschaffen, ohne auch die Wirklichkeit zur Hand zu haben, die als Erfüllung dazugehört. Unsere Sehnsucht ist unser Pfand, und selig sind, die Heimweh haben, denn sie sollen nach Hause kommen.  
SB
27.08.2008
16:01 Uhr
     
Hallo Do,
schön dass Du von Deiner Reise gut zurück bist und mal wieder von Dir zu hören.

Ja, wünschen wir uns für unser Alter diese gewisse Klarheit, Heiterkeit und Lebensfreude und auch eine Portion Dankbarkeit. Leider sind diese Dinge für viele (ältere) Menschen nicht selbstverständlich.
Schön, dass es für die Jugend die Unbekümmertheit, Leichtigkeit und Leidenschaft gibt, ein wenig sollten wir davon auch im Alter beibehalten, dann sollte uns schon einiges gelingen.

Schöne Spätsommertage wünscht
SB
 
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