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:: lebensmut.de ::
Autor Nachricht
jo
14.01.2013
17:10 Uhr
     
Ich verstehe das so:

Wenn Du in ein Land kommst, wo alle englisch sprechen,
kannst Du nicht französisch reden.
Das hat etwas mit Anpassen zu tun.
Das ist (noch) kein Opportunismus, sondern es funktioniert einfach nicht, es ist einfach nicht möglich.
 
doc
14.01.2013
10:19 Uhr
     
"Wenn Du in ein Land kommst,


wo alle Welt den Löwen nachmacht,


kannst Du nicht die Ziege nachmachen."



Afrikanisches Sprichwort


Liebe Herrschaften hier!Hat jemand eine Haltung zu diesem Sprichwort?Weise oder ein Aufruf zu schamlosem Opportunismus.Muß darüber reden,komme aber nicht recht weiter.Bin daher dankbar für jede Anregung!
 
ing
14.01.2013
08:20 Uhr
     
Ist Deine Nachricht so gemeint, lieber Mensch, daß Du das Leben in dieser Straße - in diesem Hochhaus so nicht mehr leben wolltest, weil Du fühltest, daß es nicht mehr gut für Dich war? Ist es so, daß Du Dich dann dafür entschieden hast, für eine bestimmte Zeit im Unterwegs zu leben und das Auto als zu Hause zu haben?  
SB
13.01.2013
20:51 Uhr
     
Lieber TG,
vielen Dank für Ihre Worte vom 11.01.
Sie sprechen mir aus dem Herzen und geben mir auch nach 22 Jahren noch Trost, da ich einen geliebten Menschen durch Suizid verloren habe, der krankheitsbedingt keinen anderen Ausweg für sich sah.
"Und Gott versteht", das glaube ich ganz fest.
 
jakobus
12.01.2013
19:54 Uhr
     
Hallo Orbart, ich schreibe aus zeitlichen Gründen seit längerer Zeit nicht mehr auf Lebensmut, lese es aber nach wie vor regelmäßig. Ich finde, dass Ihre Beiträge eine Bereicherung des Forums darstellen. Danke!
Grüße von jakobus
 
Orbart
12.01.2013
18:33 Uhr
     
Hallo TG!Ich bin froh und erleichtert über Ihre Haltung zum Thema Selbsttötung.Dabei gehts weniger um mich als vielmehr um einen alten Schulkameraden mit dem ich auch noch gut befreundet war.Mit 18 Jahren brachte er sich um.Schuldgefühle plagten mich keine,denn es war ersichtlich Liebeskummer(den er sorgsam vor uns verbarg)das Motiv seiner Tat.Viele Jahre später begann ich nachts von meinem Freund zu träumen.Regelmäßig.Es begann fast,mir unheimlich zu werden.Ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen.Für einen rationalen Menschen wie mich war es schon erstaunlich zu bemerken,wie schnell krude Vorstellungen in mir aufkamen.Vorstellungen von einem Zwischenreich,in dem mein Freund die Sünde seiner Selbsttötung verbüßen müsse.Und von dort,als unruhige Seele bis in meine Träume reichte.Ich überspitze ein wenig,aber es ging in diese Richtung.Schließlich kam ich auf des Rätsels Lösung:die Träume fielen in die Zeit in der Michael Schumacher seine Erfolge in der Formel eins hatte.Irgendwas im Gesicht des Herrn Schumacher(übrigens nicht das Kinn!)erinnerte mich an meinen Freund.Vielleicht das Schmunzeln.Sah ich dieses Schmunzeln in der Sportschau etwa,so träumte ich anschließend sicher von meinem Schulfreund.So einfach war das.Von wegen Zwischenreich und Büßen usw.Durch Ihren Beitrag TG bin ich bestärkt in dem Glauben,daß mein alter Freund Siggi es gut hat,da,wo er jetzt ist.  
tg
12.01.2013
16:31 Uhr
     
Gut, dass Sie, Nancy nachhaken. So hat jeder die Chance, sich verständlicher zu machen. Gut, Jo, Deine klare Aussage von der Nichtschuld. Wenn ich auch Deinen Hinweis auf Frau Holle hilfreich fand- das Brot aus dem Ofen holen ,die reifen Früchte ernten- also keine Herldentaten sind von uns verlangt sondern das Notwendige, das auf der Hand liegende.
Was man selbst schuldig blieb, weiss man selbst. Und da ist Trauer sehr menschlich, dass man nicht hellhöriger war, eben das die Not Wendende nicht getan hat.
Keiner ist eine Insél, jeder braucht die HIlfe von jedem. Heute noch einen Menschen anrufen oder besuchen, von dem man sich denken kann, dass er heute noch mit Niemandem gesprochen hat- das ist die Therapie gegen Selbstmord.
 
jo
12.01.2013
11:38 Uhr
     
Hi nancy ! Ich bitte dich um Verzeihung. Ich habe alles falsch verstanden. Erst jetzt weiß ich, was du willst und was Du gemeint hast. Du hast keine Mitschuld am Freitod Deines Nachbarn. Hör auf Deine Mum! Sie sieht die Angelegenheit richtig.  
nancy
12.01.2013
10:48 Uhr
     
Hi tg!DANKESCHÖN für deine Antwort hab sie gelesen und versuch sie zu verstehen.Aber ich weiß immer noch nich ob ich mitschuld bin.Aber nich verstehen kann ich jo und menke,weil die menke schreibt sie hat ähnliches gesehen und hat sie dann gar nich und bei jo hab ich voll die A ngst gekriegt.Weiß gar nich was ich denken soll,weil ich einfach nur ein bischenHilfe gesucht habe und das macht mich traurig :-(  
tg
11.01.2013
20:19 Uhr
     
Wenn ein Mensch sich von hier losreißt, dann nimmt er auch Lebenskraft weg. Wir bestärken einander ja mit Lebenswillen allein durch unser Schauen, Reden, Wirken, wir nehmen teil an einer Wirklichkeit. Will die einer nicht mehr, kann er das Dasein nicht mehr aushalten, dann fordert er damit zugleich alle andern auf, sich klar zu werden, warum sie denn noch leben wollen.

Darum unsere Trauer, wenn wir einen Lebensgefährten einbüßen, wie wenig wir ihn auch kannten. Er wollte auch leben, nur – er konnte nicht mehr. Damit hat er nicht das Leben verneint, nur die Bedingungen konnte er nicht mehr erfüllen.

Ich bin gewiss: Wer sich das Leben nimmt, der greift sich das ewige Leben. Der springt förmlich in Gottes Arme. Dem sagt er : ich kann nicht mehr- Und Gott versteht.

Aber nicht drängeln- Selbst entscheiden, wann man genug hat von den Freuden und Mühen- hieße, überblicken zu können, dass nichts Nennenswertes mehr komme. Wie bewundernswert gehen viele mit Schmerz und Leid Beladene ihren Weg und säen täglich Lebensmut mit ihrer Neugier und Liebe.
 
jo
11.01.2013
18:01 Uhr
     
Hallo ihr Beiden M und n, das hört sich ja an als seien Sie in ein Schwarzes Loch geraten und werden nun mit Lichtgeschwindigkeit in ein Paralleluniversum geschossen. Aber haben Sie keine Angst, Sie müssen sich das so ähnlich vorstellen wie bei Frau Holle: Seien Sie nur schon artig und fleißig und schütteln Sie die Äpfel und Holen Sie das Brot aus dem Backofen, dann kann Ihnen gar nichts passieren bei Frau Holle.......Holle.......................Holle.............................................................Holle..................................................................--.

Wie hatte Klaus Hoffmann doch so recht, aber es geht auch jünger...
Und was ist dagegen schon ein Alkoholproblem.
 
Menke
11.01.2013
14:19 Uhr
E-Mail    
Ich habe ähnliches gesehen.

Ich wohnte im 3.Stock eines Hochhauses und schaute hinunter auf die Straße,wo Auto an Auto sich reihte.
Doch schaute ich himmelaufwärts,sah ich lange große Funkmasten für absolute Zukunft
Und gleich daneben,ein Kirchturm mit goldenem Wetterhahn.
Menschen,die die Straße hoch und runter gingen,machten sich bemerkbar mit irgendwelchen Dingen in ihrem Sprachvokabular.
An Wochenden auch mit Alkohol,oder sie erzählten sich ihre entgangenen Geschichten.
Am Sonntag läuteten die Kirchenklocken,dann parkten sie ihre Autos in Reihen vollgestopft nahe am Bürgersteig.
Dann gingen sie einzeln,oder in Gruppen,manche adrett mit Hüten und Schlipps angezogen,überlegt und fromm
in den Gottesdienst.
Ging ich dann zur Tür hinaus,stand ein Fahrstuhl mit einer Treppe vor mir.
Fuhr ich hinunter in den Keller,wo ein Spalier von Fahrrädern sich bemerkbar machte.
Ich aber will mehr und weiter,setze mich in mein Auto und fahre davon.
 
nancy
11.01.2013
14:04 Uhr
     
Hi,alle hier. Hab eigentlich lebensmüde angeklickt.Weil ich nach Antworten suche.Weiß nich wie ich hier reingekommen bin. Vor Weihnachten hat sich ein Nachbar aus dem Fenster gestürtzt,hab in nur vom sehen gekannt,war irgendwie komisch.Manchmal haben meine Freundinnen und ich gelacht wenn er vorbeiging scheiße vielleicht hat er das gemerkt. Hab so ein doofes Gefühl jetzt,meine Mum sagt ich soll mir keinen Kopf machen der hat bestimmt ganz viele Sorgen gehabt.Aber ich weiß nicht vielleicht sind wir das mit in Schuld.Meine Freundinnen finden mich voll uncool jetzt. Hier schreiben soviele schlaue Leute bitte kann mir mal einer was sagen dazu?Danke Danke Danke !:-) :-) :-)  
Kathrin
10.01.2013
08:46 Uhr
     
Denke so im Alltag auch ab und zu wieder mal gern an eine Liedzeile von Klaus Hoffmann:
"Ich habe keine Ehrfurcht vor dem Alter - bescheuert kannste auch mit achtzig sein...."
 
ing
09.01.2013
23:30 Uhr
     
Das "Versprochen" will ich gerne annehmen und Dir vertrauen Orbart. Gute gute Nacht. Träum' wohlig!  
Orbart
09.01.2013
21:26 Uhr
     
Hallo Jo,hallo Molitor!Vielen Dank für eure guten,menschlichen Worte.19 Jahre....das ist wie Gehen auf eisglattem Untergrund mit dem Wissen,daß ich nie wieder hochkommen könnte,wenn ich noch ein einziges Mal ausrutsche.Das hat mich tief geprägt.Die eigene Person als vermintes Gelände,die eigene Psyche als Feindesland,daß ist etwas,was sich nicht-süchtige Menschen wohl nur schwer vorstellen können.Schwer auch das abstinente Leben in einer nicht-abstinenten Gesellschaft:Geburtstage,Weihnachtsfeiern ....ein weites Feld.Und das wird immer so bleiben,bis zu meinem letzten Tag.Auf der sicheren Seite werde ich nie mehr stehen.  
molitor
09.01.2013
18:19 Uhr
     
Lieber Orbart, auch ich ziehe den Hut vor Ihnen!

Es grüßt Sie herzlich
molitor
 
jo
09.01.2013
17:10 Uhr
     
Da haben Sie gut geschnappt, Kathrin
Francis Bacon hat das ausgedrückt, was ich schon immer gefühlt habe.
 
Kathrin
09.01.2013
16:33 Uhr
     
Habe gerade einen Satz aufgeschnappt von Francis Bacon:
"Ich werde nie ein alter Mann sein. 'Alt' heißt für mich immer fünfzehn Jahre älter als ich."
 
jo
09.01.2013
15:43 Uhr
     
@Orbart. Seien Sie nicht zu empfindlich. 19 Jahre trocken, ein lebenslanger Kampf, alle Achtung!
Schreiben Sie ruhig wie Sie gerade denken, niemand sollte es ihnen übel nehmen. Auch nicht , wenn Sie mal vermeintlich daneben greifen. Das Forum Lebensmut ist ja gerade dazu da, daß man sich aussprechen kann, daß man sich alles von der Seele reden kann. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Kathrin und ing. Wie schön ist es doch, die Gefühle von Menschen kennen zu lernen. Sie sollten nicht versuchen, sich zu ändern. Bleiben Sie so, wie Sie sind. Jo
 
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