L e b e n s m u t
 
Herzlich willkommen auf der Homepage von Traugott Giesen, ehem. Pastor in Keitum auf Sylt!

Aktuelles

Predigten
Kolumnen
Bibelenergie
Tägliche Losung
Gastpredigten
 

Archiv

Archiv Predigten
Archiv Kolumnen
Themenverzeichnis
Weitere Texte
Bibelstellen
Aufgelesenes
 

Informationen

Bücher
Links
 

Kontakt
Emailkontakt
Webmaster
Gästebuch
Impressum

Besucher seit
12.03.2001
0719503

Traugott Giesen Kolumne 09.10.1999 aus Hamburger Morgenpost

Will wollen

Ein großer Entdecker hat, als man ihn einmal befragte, wie er es anstelle, daß ihm soviel Neues eingefallen sei, geantwortet: Indem ich unablässig daran dachte. So einfach ist das. Wir müssen nur kräftig wollen, müssen kräftig begehren, was uns fehlt. Das sagt schon Jesus: „Bittet, suchet, klopfet an! Und wenn dir einer die Notration nicht gibt aus Mitleid, dann gibt er sie dir um vor deinem Jammern Ruhe zu haben.“
Um reinzukommen, muß man klingeln. Wollen ist nötig, anders als bei den Tieren. Die Löwen haben Jagdtrieb, die Bienen Sammeltrieb. Der Mensch hat auch Triebe, aber nur in Maßen, damit Platz ist für Wollen und Nichtwollen. Uns ist ein Stück freier Wille eingeräumt. Wir dürfen uns das Leben ein Stück weit nach unsern Wünschen einrichten. Aber dazu müssen wir wollen, was das Zeug hält.
Erspüren, was dein Ding ist, das ist schon die halbe Miete. Dann verabredest du dich nicht mit dem Menschen, der dir schadet; beziehst nicht die Wohnung, gegen die du sofort Abneigung spürtest. Viele hätten längst ihren Traumberuf, wenn sie ihrem Willen folgten. Aber gerade im Beruf kommen wir über faules Meinen und Mögen und Abfinden und Gute-Miene-machen oft nicht hinaus. Dabei haben wir doch das Recht, unser Glück zu betreiben. Und es gibt schon genug hinderliche Umstände und Grenzen der Begabung. Picasso konnte nur einer sein. Denn „Kunst kommt von Können, käme es von Wollen, hieße es Wulst“ (Nietzsche). Auch erstehen die entscheidenden Taten meist nicht aus klarem Willen. „Ein Mensch wird beleidigt, und macht eine große Erfindung“ (Musil); ein Mensch versäumt seinen Zug und trifft den Menschen fürs Leben.
Um so deutlicher sollen wir erwarten, was wir wünschen, sollen uns schmücken für den Unverhofften, sollen den Weg ebnen für die Glückskugel. Auch der Zufall möchte willkommen geheißen sein. Und erst recht dürfen wir nicht dem Schicksal überlassen, was von unserm Willen abhängt. Und das Glück im Beruf hängt enorm von unserm Willen ab.
Wissen, was du willst, und daraus eine bezahlte Arbeit machen – das wär’s. Du mußt rauskriegen, wozu du neigst, wo dir Beständigsein leicht fällt, wobei du Ehrgeiz brennen fühlst. Redest du gern am Telefon, dann such dir ein Call-Center; spürst du gern Schicksalen nach, dann werde Detektiv; liebst du Kinder, sei welchen gut. Kaufst du zu gerne ein, dann werde Testkäufer; läßt du dich gern von der Sonne lieben, dann such dir was in der Natur. Bist du gern fürsorglich, dann übernimm Verantwortung. Suchst du eine Liebe, dann kellner, wo Leute deines Typs verkehren. Will wollen. Das dir Wichtige betreibe energisch, heute, jetzt.
 


 



Service

Startseite
Druckvorschau

Presse-Feed EKD

© 1996-2021 Evangelische Kirche in Deutschland
Weitere News...  

 
Online 3